Auktion: 496 / Evening Sale am 07.12.2019 in München Lot 119001834

 
bild folgt

119001834
Gabriele Münter
See und Weiher (mit rosa Haus) bei Tauwetter, 1934.
Öl auf Malpappe
Schätzpreis: € 80.000 - 120.000
+
Objektbeschreibung
See und Weiher (mit rosa Haus) bei Tauwetter. 1934.
Öl auf Malpappe.
Rechts unten signiert und datiert. Verso signiert, datiert, betitelt und der handschriftlichen Bezeichnung "24/34", sowie mit dem Nachlassstempel. 33 x 44,7 cm (12,9 x 17,5 in).

- Erstmals auf dem Internationalen Auktionsmarkt (Quelle www.artprice)
- Extremer Bildausschnitt
- Aus der Folge der "Schneeschmelze Bilder"
- Murnauer Landschaft
.

PROVENIENZ: Galerie Gunzenhauser, München (2006)
Privatsammlung Süddeutschland.

Essay
Nach der Rückkehr aus Skandinavien und der endgültigen Trennung von Kandinsky wird Murnau für Gabriele Münter zum festen Wohnsitz, den sie bis zu ihrem Lebensende beibehält. Die Wiederentdeckung der heimischen Vorgebirgslandschaft bereichert von nun an das malerische Werk der Künstlerin. In der Auseinandersetzung mit dieser Landschaft findet sie innere Kraft und in gleichem Maße findet sie wieder zurück zu ihrer starkten aussagekräftigen Ölmalerei.
Dabei greift Gabriele Münter bisweilen auf Bildmotive aus ihrer ersten Murnauer Zeit zurück. Bei unserem Gemälde "See und Weiher (mit rosa Haus) bei Tauwetter" thematisiert sie die Schneeschmelze in ihrem Kontrast vom Grün der Wiesen und dem Weiß des Schnees, ein Sujet, das die Künstlerin von anbeginn immer wieder beschäftigt. Doch sie bettet dieses Sujet ein neue gefundene, interessante Landschftsansicht ein: einen kleinen Weiher mit einem Zipfel des See dahinter. Der Bildausschnitt ist in starker Aufsicht gewählt, ohne Platz für einen Himmel zu lassen und dadurch trotz der flächigen Malweise die steile Hangsituation abbildend. Eine solche starke Aufsicht, kennt man sonst eher von den Stilleben Gabriele Münters. Auch zeigt unser Bild zeigt einmal mehr die dezidierte Farbwahl und Oberflächengestaltung. Der tauende Schnee leuchte vor dem grünen Wiesengrund und dem eisgrauen Wasser heraus; ins Zentrum gesetzt ein leuchtend rosa Haus, dahinter zwei kleine Hütten. Bäume und Schnee sind durch den pastosen Farbauftrag von strukturierender Oberfläche. In dem Jahr 1934 entstehen mehrere "Schneeschmelzen - Bilder", sie gehen auf Skizzen nach der Natur zurück, die sich heute in der Gabriele Münter- und Johannes Eichner-Stiftung befinden. Diese lassen sich auf das Areal in der Nähe des sogenannten 'Riegerbauern' verorten. Gemeinsam ist ihnen die Hangansicht und mit den zwei Hütten, die bei uns im Hintergrund zu sehen sind. [EH]
 


Aufgeld, Steuern und Folgerechtsabgabe zu Gabriele Münter "See und Weiher (mit rosa Haus) bei Tauwetter"
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Zuschläge über € 500.000: Teilbeträge bis einschließlich € 500.000 25%, Teilbeträge über € 500.000 20% Aufgeld, jeweils zuzüglich der gesetzlichen Umsatzsteuer

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Bei Objekten, deren Künstler nicht bereits vor mindestens 70 Jahren verstorben ist, fällt eine Folgerechtsumlage i.H. von 1,5% zuzüglich der gesetzlichen Umsatzsteuer an.