Auktion: 494 / Klassische Moderne am 07.12.2019 in München Lot 452

 
452
Josef Eberz
Porträt einer südländischen Frau, 1916.
Öl auf Malpappe
Schätzpreis: € 20.000 - 30.000
+
Objektbeschreibung
Porträt einer südländischen Frau. 1916.
Öl auf Malpappe , auf Hartfaserplatte aufgelegt.
Links unten signiert und datiert "MCHN.16". 62,2 x 51,5 cm (24,4 x 20,2 in) . [CH].

Wir danken Herrn Franz Josef Hamm, Limburg an der Lahn, für die freundliche wissenschaftliche Beratung.

PROVENIENZ: Privatsammlung Frankreich.
Privatsammlung Deutschland (vom Vorgenannten erworben).

Aufrufzeit: 07.12.2019 - ca. 17.22 h +/- 20 Min.

Essay
Nach seiner Studienzeit an der Münchner Kunstakademie bei Franz von Stuck und Peter Halm sowie an den Kunstakademien in Düsseldorf und Karlsruhe wechselt Josef Eberz an die Kunstakademie in Stuttgart und wird dort 1907 Adolf Hölzels Meisterschüler. Gemeinsam mit Willi Baumeister, Ida Kerkovius, Oskar Schlemmer und seiner späteren Ehefrau Gertrud Eberz-Alber ist er Mitglied des Hölzelkreises. Als einen seiner ersten Aufträge fertigt Eberz 1913 ein Altarbild für die Konviktskirche in Ehingen an der Donau. Später folgen weitere Monumentalgemälde für Kirchenbauten und 1931 auch ein Glasgemälde für die Frauenkirche in München. Die Nähe zu religiösen Sujets bleibt auch in den Arbeiten der folgenden Jahre und innerhalb des gesamten Œuvres des Künstlers präsent. Auch die hier angebotene Arbeit einer wohl südländischen Dame enthält mit der stillen Versunkenheit der Dargestellten und ihrem nachdenklich gesenkten Blick eine gewisse Spiritualität. Zwischen 1915 und 1917 weilt Eberz auf Einladung des Kunstsammlers Heinrich Kirchhoff mit seiner späteren Ehefrau in Wiesbaden, mit dem Auftrag, Kirchhoffs Garten und den Botanischen Garten in Darmstadt zu malen. Zu ebendieser Zeit entsteht auch die hier vorliegende Arbeit, für die Eberz sowohl ein vorbereitendes Aquarell als auch eine Pastellstudie anfertigt. Diese bleibt zunächst im Besitz des Künstlers und gelangt nach seinem Tod in die Kunstsammlungen der Stadt Limburg/Lahn, während das Aquarell in den Besitz von Dr. Remigius Eberz, dem Bruder des Künstlers, übergeht. Das Gemälde orientiert sich an den genannten Studien, zeigt jedoch einen größeren Bildausschnitt der Dargestellten und stellt Eberz Fähigkeit, mit einfachen Gestaltungsmitteln eine besonders ausdrucksstarke Bildwirkung zu erzeugen, eindrucksvoll unter Beweis. [CH]
 


Aufgeld, Steuern und Folgerechtsabgabe zu Josef Eberz "Porträt einer südländischen Frau"
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Bei Objekten, deren Künstler nicht bereits vor mindestens 70 Jahren verstorben ist, fällt eine Folgerechtsumlage i.H. von 1,5% zuzüglich der gesetzlichen Umsatzsteuer an.