Auktion: 495 / Kunst nach 1945 / Zeitgenössische Kunst am 07.12.2019 in München Lot 330

 
330
Imi Knoebel
Ohne Titel, 1995.
Schätzung:
€ 20.000
Ergebnis:
€ 47.500

(inkl. 25% Käuferaufgeld)
Objektbeschreibung
Ohne Titel. 1995.
Acrylfarbe auf verstrebten Vierkant-Aluminiumrohren.
Verso signiert und datiert. 31 x 31 x 15 cm (12,2 x 12,2 x 5,9 in).

Unikat
Vibrierende Farbkomposition
.

PROVENIENZ: Privatsammlung Süddeutschland.

Essay
Unsere Arbeit zeigt, mit welch souveräner Ironie Imi Knoebel, längst selbst eine Ikone der geometrischen Abstraktion, mit seinen großen Vorbildern umgeht. Denn das Objekt - ein Aluminiumrelief aus bemalten Vierkantrohren - zitiert überdeutlich den "De Stijl"-Meister Piet Mondrian. Mondrian ist es, der die geometrische Abstraktion in den 1920er Jahren konsequent radikalisiert: Linienraster, rechteckige Flächen, die Grundfarben Rot, Blau und Gelb und die Nicht-Farben Schwarz und Weiß - das allein ist zulässig in seinem streng objektiven "Neoplastizismus", der sich im kollektiven Gedächtnis eines Jahrhunderts fest verankern soll. Imi Knoebel nimmt hier gezielt Bezug auf Mondrian - und wirft doch das gesamte Gedankengebäude des Holländers elegant über Bord. Denn Knoebel tut schlichtweg alles, was Mondrians Konzept in Kern und Wesen widerspricht: Er betont den individuellen Schöpfungsakt im sichtbaren Pinselstrich, setzt sogar die von Mondrian, dem Meister der rechten Winkel, zutiefst verabscheute Schräge ein. Unser Werk ist damit nicht nur ein ironischer Kommentar zur Kunstgeschichte. Es ist zugleich ein Werk, das dem Betrachter auf höchst ästhetische Art die Diskrepanz von Schein und Sein vor Augen führt. [SM]
330
Imi Knoebel
Ohne Titel, 1995.
Schätzung:
€ 20.000
Ergebnis:
€ 47.500

(inkl. 25% Käuferaufgeld)