Auktion: 500 / Evening Sale am 12.06.2020 in München Lot 120000006

 
120000006
Ernst Ludwig Kirchner
Der Verkauf des Schattens, 1915.
Farbholzschnitt
Schätzpreis: € 80.000 - 100.000
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Objektbeschreibung
Der Verkauf des Schattens. 1915.
Farbholzschnitt.
Schiefler H 265. Dube 263. Gerken 774 2 ( von 2). Signiert, bezeichnet "Eingendruck". Verso mit dem Nachlassstempel des Kunstmuseums Basel (Lugt 1570 b) und der handschriftlichen Registriernummer "H 265 II". Eines von 8 farbigen Exemplaren. Auf Silk Blotting von Huber Freres, Winterthur (mit Wasserzeichen). 32,1 x 21,7 cm (12,6 x 8,5 in). Papier: 57,2 x 41,6 cm (22,5 x 16,3 in).
Blatt 1 der insgesamt 6 Blätter zuzüglich Umschlagzeichnung und Titelblatt umfassenden Mappe "Bilder zu Peter Schlemihls wundersamer Geschichte von Albert von Chamisso" (1915).
Weitere Exemplare befinden sich in folgenden Museen: Kunstmuseum Basel, Brückemuseum, Berlin, Folkwangmuseum, Essen, Städel Museum, Frankfurt, sowie in der National Gallery of Art, Washington.
Gercken spricht von Schwarz, Violett und Rot unser Blatt trägt zusätzlich im Vordergrund rechts unten und im Hintergrund oben Grün als dritten Farbton. [EH].
• Aus der gesuchtesten Schaffenzeit des Künstlers
• Hauptwerk des expressionistischen Farbholzschnitts
• Unikat. Einiziges bekanntes Exemplar mit Grün als dritter Farbe neben Rot und Violett
.

Wir danken Herrn Prof. Dr. Günther Gercken für die freundliche Auskunft.

PROVENIENZ: Nachlass des Künstlers.
Galerie R.N. Ketterer, Campione/Italien (bis 1965).
Privatsammlung Deutschland (1965 vom Vorgenannten erworben, seither in Familienbesitz).

AUSSTELLUNG: "Meisterwerke des deutschen Expressionismus", Kunsthalle Bremen, Kunstverein Hannover, Wallraf-Richartz-Museum Köln, Stedeljik-Museum Den Haag, 1960, und Kunsthaus Zürich, 1961.
Galerie R.N. Ketterer, Campione/Italien. Katalog "E.L. Kirchner Brücke". 1964, Kat. Nr. 93 m. SW-Abb.

Essay
Die umfassende bildnerische Tätigkeit der Expressionisten hatte neben der Malerei auch der Grafik wieder einen Stellenwert zugewiesen, den sie im Laufe des neunzehnten Jahrhunderts verloren hatte. Doch die herausragende Tat der Expressionisten war die Wiederbelebung des Holzschnitts, der in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts fast zur Reproduktionstechnik verkommen war. Ernst Ludwig Kirchner sieht, wie seine Malerkollegen der "Brücke", im Holzschnitt eine der ursprünglichsten grafischen Techniken, die in der Sprödigkeit des Holzes eine besondere Schwierigkeit in der Bearbeitung aufweist. Kirchner nutzt diese vom Material her bedingte Beschränkung im formalen Ausdruck auf geniale Weise. In der Komprimierung des Formalen erreicht er eine Ausdrucksstärke des Bildnerischen, die bis dahin in dieser Technik unbekannt ist. Im vorliegenden Holzschnitt ist dies an der streng linearen Struktur der Zeichnung zu erkennen, die den Aussagewert der Komposition bedeutend steigert. Die zusätzliche Kolorierung von Hand, hier in verschiedenen Malmitteln, vermittelt einen interessanten Einblick in die experimentelle Schaffensweise, der die endgültige Gestaltung unterworfen ist. Das streng lineare Gerüst der Zeichnung wird durch die Kolorierung ins Malerische gehoben. Das Blatt ist nicht nur durch seine Handkolorierung ein Unikat, sondern auch weil Kirchner nach der Erstellung dieses Handabzuges den Zeichnungsstock zersägt und im Folgenden nur noch zweifarbig abgezogen hat. Darüber hinaus ist es ein beredtes Zeugnis vom schöpferischen Gestaltungswillen des bedeutenden Expressionisten.
 


Weitere Abbildungen
 
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