Auktion: 502 / Klassische Moderne II am 18.07.2020 in München Lot 327

 
327
Emil Nolde
Tulpen und Iris, Um 1930/1935.
Aquarell
Schätzpreis: € 50.000 - 70.000
+
Objektbeschreibung
Tulpen und Iris. Um 1930/1935.
Aquarell.
Rechts unten signiert. Auf Japan. 47 x 33,7 cm (18,5 x 13,2 in), Blattgröße.

• Wunderbar harmonische Farbkonstellation.
• Spannungsreiche Komposition.
• Seltene Blütenzusammenstellung
.
Mit einer Fotoexpertise von Prof. Dr. Manfred Reuther, Klockries, 27. März 2020. Das Aquarell ist unter der Nummer "Nolde A - 169/2020" im Archiv Reuther gelistet.

PROVENIENZ: Nassauisches Landesmuseum Wiesbaden (1931-1937).
Staatsbesitz (1937 im Zuge der Aktion "Entartete Kunst" vom Vorgenannten beschlagnahmt).
Bernhard A. Böhmer, Güstrow (1940 durch Kauf vom Vorgenannten).
Wohl Edgar Horstmann, Hamburg (verso auf einem Montagerest mit der fragmentarischen Namensaufschrift, mutmaßlich vom Vorgenannten oder aus dessen Nachlass erworben).
Privatsammlung Nordrhein-Westfalen (ca. seit den 1990er Jahren).
Das Werk ist frei von Restitutionsansprüchen.

LITERATUR: Datenbank zum Beschlagnahmeinventar der Aktion "Entartete Kunst", Nr. 8750.

Aufrufzeit: 18.07.2020 - ca. 14.27 h +/- 20 Min.

Essay
Im malerischen Schaffen von Emil Nolde können die Aquarelle nicht nur als eine Ergänzung zu den Gemälden gesehen werden. Zeitweise arbeitet der Künstler fast ausschließlich in Aquarell, wie z. B. auf seiner Südseereise, aber auch während des Malverbots im Dritten Reich und nach 1951, als Nolde wegen eines gebrochenen Arms die Ölmalerei fast ganz aufgibt. So gesehen sind die Aquarelle in seinem Gesamtwerk ein eigenständiger Komplex, der besondere Beachtung verdient. Der üppige Blumengarten um das Atelierhaus in Seebüll bietet dem Maler Anregung genug: Wenn er sich sonst interpretatorische Freiheiten erlaubt, seine Blumen lassen sich immer botanisch genau bestimmen. Doch Nolde ist weder Botaniker noch Blumenmaler. Er aquarelliert weder Blumensträuße noch stilllebenartige Arrangements. In der Farbenpracht der Blüten reflektiert Nolde die Farbenkühnheit seiner frühen Gemälde. Jede Blume schafft er aus der Farbe heraus neu und bringt sie in eine spannungsreiche Wechselbeziehung zu anderen Blüten. So finden sich die unterschiedlichsten Blüten in einer Komposition und wetteifern in ihren Farbformen um die Gunst einer optischen Präsenz, wie sie eindringlicher nicht gestaltet werden kann. Die von Emil Nolde meisterlich geführte Technik des Nass-in-Nass-Malens lässt die Aquarellfarben ungetrübt aufleuchten, als seien sie soeben zu Papier gebracht worden. Seine Blumenaquarelle sind eine Hymne an die Schöpfung und als Schöpfer, zumindest auf diesem Gebiet, will sich Nolde auch verstanden wissen. [SM]
 


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Aufgeld, Steuern und Folgerechtsabgabe zu Emil Nolde "Tulpen und Iris"
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