Auktion: 502 / Klassische Moderne II am 18.07.2020 in München Lot 344

 
344
Erich Heckel
Plakat der "I. Ausstellung neuzeitlicher deutscher Kunst", Krefeld, 1920.
Holzschnitt
Schätzpreis: € 8.000 - 10.000
+
Objektbeschreibung
Plakat der "I. Ausstellung neuzeitlicher deutscher Kunst", Krefeld. 1920.
Holzschnitt.
Dube H 324. Signiert und datiert. Auf glattem Velin. 64,8 x 45,2 cm (25,5 x 17,7 in). Papier: 73,2 x 52 cm (28,8 x 20,5 in).
[CH].
• Erich Heckel verwendet für das Plakat das Motiv seines berühmten Farbholzschnittes "Männerbildnis" von 1919.
• Kopf und Hände unterstreichen die Askese in Blick und Haltung des Dargestellten.
• Ein Meisterwerk des expressionistischen Holzschnitts
.

PROVENIENZ: Privatsammlung Rheinland.

Aufrufzeit: 18.07.2020 - ca. 14.44 h +/- 20 Min.

Essay
In diesem Plakat zur Ausstellung "Neuzeitlicher Deutscher Kunst" im Kaiser Wilhelm Museum Krefeld greift Erich Heckel das Motiv seines berühmten Farbholzschnittes „Männerbildnis“ von 1919 mit sehr geringen Änderungen wieder auf und erweitert das Selbstporträt um den Titel der Ausstellung, den Ort und die Laufzeit. Magdalena M. Moeller, langjährige Direktorin des Brücke-Museums in Berlin, bemerkt zu dem Porträt: "Das in seiner gebauten Form und gedeckten Tonlage einzigartige Blatt zeigt einen abgeklärten, vergeistigten Heckel, im Leiden gereift, der nachdenklich zurückblickt auf eine Zeit und Schaffensphase, die Prüfstein und Lehrmeisterin zugleich für ihn war. Mit dem Männerbildnis endet eine entscheidende Epoche in Heckels Kunst". Die kommenden 20er Jahre führen ihn zu einem neuen Aufbruch." Heckel besinnt sich mit der Realisierung dieses Ausstellungsplakates auf einer Technik, mit welche die "Brücke"-Künstler seit Grüdung der Gruppe im Jahr 1905, allen voran Ernst Ludwig Kirchner und er, bisweilen auch Karl Schmidt-Rottluff um alle Mitteilungen, wie das Programm der "Brücke", die aktiven und passiven Mitgliederverzeichnisse, Plakate zu Ausstellungen, Kataloge, Jahresmappen und nicht zuletzt die Chronik des Jahres 1913 anfertigen. Erich Heckel bedient sich in diesem Blatt, das zu den Meisterwerken des expressionistischen Holzschnittes zählt, all der neu hinzugewonnenen technischen Möglichkeiten, die sich im Laufe der Befreiung des Holzschnittes als reiner Druckträger herausgebildet haben. Der unkonventionelle Umgang mit der Holzplatte, die teils zersägt zum Einsatz kommt, ist nur ein Beispiel für den kreativen Umgang mit einer herkömmlichen Technik. Das scharf umrissene, groß in die Komposition hereingenommene Männerporträt ist in seiner Konzentration auf wenige charakteristische Linien von einer das Motiv beherrschenden Wirkung: Kopf und Hände unterstreichen die Askese in Blick und Haltung des Dargestellten. Die Spannung, die sich aus diesen beiden Komponenten Schrift und Bild ergibt, ist gestalterisch eine der besonderen Herausforderungen, die diesen Holzschnitt als exemplarisches Beispiel für die Grafik des Expressionismus nach dem Ersten Weltkrieg auszeichnet. [MvL]
 


Aufgeld, Steuern und Folgerechtsabgabe zu Erich Heckel "Plakat der "I. Ausstellung neuzeitlicher deutscher Kunst", Krefeld"
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