Auktion: 502 / Klassische Moderne II am 18.07.2020 in München Lot 340

 
340
Karl Schmidt-Rottluff
Mädchen auf Decke, 1911.
Lithografie
Schätzpreis: € 14.000 - 18.000
+
Objektbeschreibung
Mädchen auf Decke. 1911.
Lithografie.
Schapire L 76. Signiert und datiert "Hamburg 1911". Einer von nur wenigen Eindrucken. Auf chamoisfarbenem Papier. 33,8 x 39,8 cm (13,3 x 15,6 in). Papier: 42,5 x 50 cm (16,7 x 19,7 in).
[JS].
• Schöne frühe, minimalistisch aufgefasste Aktdarstellung aus der "Brücke"-Zeit.
• Sehr selten. Einziges Exemplar auf dem internationalen Auktionsmarkt (Quelle: Artprice.com).
• Tiefschwarzer Druck mit breitem Rand.
• Ab 1911 rückt der weibliche Akt verstärkt in den Blick des Künstlers
.

PROVENIENZ: Privatsammlung Nordrhein-Westfalen.

Aufrufzeit: 18.07.2020 - ca. 14.40 h +/- 20 Min.

Essay
1911 fertigt Schmidt-Rottluff eine Reihe lithografischer Blätter mit sitzenden und liegenden Akten wie hier das "Mädchen auf der Decke", die von spontaner Sinnlichkeit und freier Zeichnung gekennzeichnet sind. Die Darstellung des nackten menschlichen Körpers spielt im Zeitalter der Expressionisten und besonders bei den "Brücke"-Künstlern eine essenzielle Rolle. Vor diesem Hintergrund wird die Bedeutung der autodidaktischen Ausgangssituation der "Brücke"-Maler klar, um "den Akt, die Grundlage aller bildenden Kunst, in freier Natürlichkeit zu studieren. Aus dem Zeichnen auf dieser Grundlage ergab sich das allen gemeinsame Gefühl, aus dem Leben die Anregung zum Schaffen zu nehmen und sich dem Erlebnis unterzuordnen", so Ernst Ludwig Kirchner in der von ihm 1913 verfassten "Chronik der KG Brücke" (Ernst Ludwig Kirchner, "Chronik der KG Brücke", 1913, zit. nach: Horst Jähner, Künstlergruppe Brücke, 1984, S. 423f.). Die ungezwungene Haltung des Modells spricht für Schmidt-Rottluffs konzentrierte Erfassung des Modells mittels ruhiger unaufgesplitterter Kontur und die Verwendung des 'Wischers' für den räumlichen Bezug im Schwarz des Hintergrunds. Auch im "Akt vor dem Vorhang" aus dem Jahre 1911 hebt der Künstler den Kontrast der Flächen noch stärker hervor; der ganz in die Bildebene gebreitete weibliche Körper scheint nur noch in seinen Beziehungen zu dieser Fläche zu existieren. Der bisher von Schmidt-Rottluff vernachlässigte Themenkreis der weiblichen Aktfigur rückt ab 1911 verstärkt in den Blick des Künstlers, wie dieser in der plastischen Gesamtform exemplarisch gesehene Körper. [MvL]
 


Aufgeld, Steuern und Folgerechtsabgabe zu Karl Schmidt-Rottluff "Mädchen auf Decke"
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