Auktion: 508 / Kunst des 19. Jahrhunderts am 12.12.2020 in München Lot 120002304

 
120002304
Fritz Overbeck
Tannenwald im Schnee, 1909.
Öl auf Leinwand
Schätzpreis: € 10.000 - 15.000
+
Objektbeschreibung
Tannenwald im Schnee. 1909.
Öl auf Leinwand.
Overbeck 1909/11. Rechts unten signiert. Verso handschriftlich nummeriert sowie mit verschiedenen alten, teilweise fragmentierten Etiketten. 85 x 131 cm (33,4 x 51,5 in).

• Seltene Winterlandschaft im Oeuvre des Künstlers, entstanden in Davos
• Eines der letzten Werke des Künstlers
• Großformatige, ungewöhnlich breit angelegte Komposition
.

PROVENIENZ: Aus dem Nachlass des Künstlers.
Privatsammlung (1926 vom Vorgenannten erworben).
Privatsammlung Niedersachsen (seit ca. 1959 in Familienbesitz).

Essay
An der Düsseldorfer Akademie lernt Fritz Overbeck Fritz Mackensen und Otto Modersohn kennen, mit denen er 1892 nach Abschluss seines Studiums zum ersten Mal in das abgelegen im Teufelsmoor liegende Worpswede reist, wo er sich zwei Jahre später der berühmten Malerkolonie anschließt. Dort erkundet er mit den befreundeten Malern die Weite der Landschaft im Wandel der Jahreszeiten, die sich in seinen Gemälden oft geheimnisvoll und dunkelumwölkt, zumeist aber luftig und sommerlich-grazil mit ihren Birkenalleen und Buchweizenfeldern darbietet. 1897 heiratet er seine Schülerin Hermine Rothe. Als diese 1904 an Lungentuberkulose erkrankt, hatten sich die Bande zur Kolonie schon längere Zeit gelöst und das Ehepaar zieht nach Bröcken bei Vegesack. Von September 1908 bis Juni 1909 halten sich beide in Davos auf, da Hermine einen erneuten Sanatoriumsaufenthalt in dem Lungenkurort verordnet bekommt. Hatte sich Overbeck bisher zumeist mit Frühling und Sommer beschäftigt, entstehen nun einige wenige winterliche Landschaftsgemälde, die die imposante verschneite Berglandschaft in den Blick nehmen. Einzigartig ist dabei das Gemälde „Tannenwald im Schnee“, das in seinem auf Unterholz und Waldboden gerichteten Blick einen besonderen Sog entfaltet. Raffiniert setzt Overbeck das Dickicht der gerade stehenden Stämme im Hintergrund gegen die freieren Linien der blauen Schatten der vorderen Bäume und Zweige, die sich über die weiche Schneedecke legen, und kontrastiert deren breite, pastose Pinselstriche mit den feinen linearen, mäandernden Verästelungen der dichten Tannenzweige darüber. Die malerische Experimentierfreudigkeit in Bildanlage, Duktus und Farbgebung, der sich der Künstler in Auseinandersetzung mit dem für ihn ungewöhnlichen Motiv der Schneelandschaft hingibt, lassen das kurz darauf folgende Ereignis umso tragischer erscheinen: Nur 39-jährig stirbt Overbeck kurze Zeit nach der Heimkehr aus der Schweiz am 8. Juni 1909 an einem Schlaganfall, nachdem seine Frau trotz unwiederbringlicher Schäden an der Lunge als geheilt entlassen worden war. [KT]
 


Aufgeld, Steuern und Folgerechtsabgabe zu Fritz Overbeck "Tannenwald im Schnee"
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