Auktion: 512 / Klassische Moderne II am 12.12.2020 in München Lot 452

 
452
Georg Muche
Abstrakte Komposition, Um 1916.
Öl auf Leinwand
Schätzpreis: € 70.000 - 90.000
+
Objektbeschreibung
Abstrakte Komposition. Um 1916.
Öl auf Leinwand.
Nicht bei Droste. 79,5 x 69,5 cm (31,2 x 27,3 in), Sichtmaß.
Verso mit einer vollständig ausgeführten Ölskizze zu dem Gemälde "Der Tisch" aus dem Jahr 1923 (Droste M 85). Doppelseitig gerahmt. [JS].
• Bereits 1913 malt Muche seine ersten abstrakten Bilder.
• Jedoch erst ab 1915 findet Muche über regelmäßige Besuche in der berühmten Galerie "Der Sturm" zu seiner eigenen abstrakten Bildsprache.
• Seine zwischen 1915 und 1918 entstandenen Gemälde zeichnen sich durch ihre leuchtend durchmodulierten Farbflächen aus, die Muche zwischen eine schwarze Linienstruktur setzt.
• Herwarth Walden zeigt in seiner avantgardistischen Galerie "Der Sturm" die Ausstellung "Max Ernst - Georg Muche" (1916) und "Paul Klee - Georg Muche" (1917) und nimmt den Künstler anschließend unter Vertrag.
• 1919 wird Muche von Walter Gropius als Lehrer ans Bauhaus in Weimar berufen
.

Die Authentizität der vorliegenden Arbeit wurde von Dr. Magdalena Droste, Berlin, bestätigt. Wir danken für die freundliche wissenschaftliche Beratung.

PROVENIENZ: Galerie Michael Hasenclever, München.
Privatsammlung Hessen.
Privatsammlung (seit 2008, Grisebach 30.5.2008).

LITERATUR: Georg Muche. Sturm, Bauhaus, Spätwerk. Retrospektive zum 100. Geburtstag, Altana Kultur Stiftung im Sinclair-Haus, Bad Homburg, Kat.-Nr. 15, mit Abb. S. 85.
Villa Grisebach, Berlin, 115. Auktion, Ausgewählte Werke, 30.5.2008, Los-Nr. 29, mit Abb.
"[..] Muche [erreicht] mit den Bildern und Aquarellen der Jahre 1916-1918 einen Höhepunkt innerhalb der damaligen 'absoluten Malerei' [..], der von keinem der Zeitgenossen übertroffen wurde. Vergleichbar bleibt einzig Kandinsky, gegenüber dessen eruptiven Form- und Farbüberlagerungen mit ihren 'versteckten Kompositionen' sich Muches Bilder durch ausgewogene Spannungen auszeichnen. Während Kandinsky einzelne Farbflecken durch fast immer strukturierten Farbauftrag hart nebeneinandersetzt, ist Muches Farbauftrag glatt; die einzelnen Farben gehen mit feinsten Nuancierungen und Schattierungen ineinander über."
Magdalena Droste, in: Georg Muche. Das künstlerische Werk 1912-1927, Berlin 1980, S. 20.

Aufrufzeit: 12.12.2020 - ca. 18.07 h +/- 20 Min.

 


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