Auktion: 512 / Klassische Moderne II am 12.12.2020 in München Lot 120003188

 
120003188
Ernst Ludwig Kirchner
Landschaft bei Davos im Winter, 1925.
Aquarell und schwarze Kreide
Schätzpreis: € 18.000 - 24.000
+
Objektbeschreibung
Landschaft bei Davos im Winter. 1925.
Aquarell und schwarze Kreide.
Links unten signiert und datiert. Auf glattem, festem Velin. 35,7 x 48,9 cm (14 x 19,2 in), blattgroß.
Verso mit dem Porträt (Tuschfeder) der Mutter von Dr. Frédéric Bauer, Kirchners Arzt und engem Vertrauten. Kirchner verewigt Frau Bauer wenig später auch in zwei Gemälden, von denen sich eines ebenfalls in der Sammlung Dr. Frédéric Bauers befand (Gordon 885 und 886).
• Eine zeitlang Teil der Sammlung Dr. Frédéric Bauer, Davos, Kirchners Arzt, wichtigem Förderer und engem Vertrauten.
• Beidseitig bemaltes Blatt: verso mit der feinen Porträtstudie der Mutter Dr. Frédéric Bauers.
• Spontane, atmosphärisch ausgearbeitete Darstellung der beeindruckenden Davoser Alpenlandschaft.
• Ein Gemälde der Davoser Landschaft im Schnee befindet sich im Kunstmuseum Basel (1923, Gordon 716), ein Aquarell der Davoser Landschaft im Städel Museum in Frankfurt am Main (1924)
.

PROVENIENZ: Sammlung Dr. Frédéric Bauer, Davos.
Privatsammlung Süddeutschland.

AUSSTELLUNG: Ernst Ludwig Kirchner - Gemälde und Graphik der Sammlung Dr. F. Bauer - Davos, Haus der Kunst, München, 25.10.-14.12.1952, Kat.-Nr. 202.
Ernst Ludwig Kirchner - Gemälde und Graphik der Sammlung Dr. F. Bauer - Davos, Haus am Waldsee, Berlin, 19.6.-19.8.1953, Kat.-Nr. 185.

Essay
Ab 1917 reist Kirchner aufgrund seines gesundheitlichen Zustands mehrfach nach Davos, um sich dort unter anderem bei Dr. Frédéric Bauer, dem damaligen Chefarzt des Davoser Parksanatoriums, in Behandlung zu begeben. 1923 siedelt Kirchner schließlich ganz nach Davos über und bezieht im Winter das "Wildbodenhaus" am Eingang des Sertigtals. Trotz seiner immer wieder aufflammenden Krankheit entfaltet Kirchner hier eine scheinbar unerschöpfliche kreative Energie und geht mit seiner Kunst auch neue, bis dahin unentdeckte Wege. Die klare Luft und die beeindruckende Stimmung der ihn umgebenden Bergwelt inspiriert ihn zu farbenfrohen, stimmungsvollen Arbeiten. In dem hier angebotenen Werk zeigt Kirchner den Fernblick über Davos mit der Kirche St. Johann im Zentrum, deren spitzer Kirchturm den Himmel in zwei auch farblich differierende Hälften spaltet. Ein höchst wirksamer und pfiffiger Kunstgriff, den Kirchner auch in dem einige Jahre später entstandenen Gemälde "Rathaus Davos Platz" von 1931 noch einmal prominent wiederholt (1931, Gordon 958, Kirchner Museum Davos). Die Berghänge setzt der Künstler aus einer Vielzahl nebeneinandergesetzter, kleinteiliger Pinselstriche aus kräftigen Blautönen und sattem Schwarz zusammen, die in ihrer Anordnung ein grafisches Muster ergeben. Kirchners Stil der Davoser Jahre, der hier so deutlich zur Geltung kommt, wird deshalb häufig als "Teppichstil" bezeichnet und dokumentiert Kirchners Hinwendung zu seiner ganz eigenen Form der Abstraktion. Obwohl die abstrakte Phase in Kirchners Werk erst in den 1930er Jahren ihre Vollendung findet, sind bereits in der hier vorliegenden Arbeit von 1925 zahlreiche Andeutungen dieser faszinierenden Wandlung in Kirchners so vielfältigem Œuvre deutlich zu erkennen. [CH]
 


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