Auktion: 519 / Kunst nach 1945 / Zeitg. Kunst II am 19.06.2021 in München Lot 417

 
417
Joseph Beuys
Für Braun-Raum, 1977.
Holz (Gehrungsschneidlade), Ölfarbe, 2 Bergkr
Nachverkaufspreis: € 30.000
+
Objektbeschreibung
Für Braun-Raum. 1977.
Holz (Gehrungsschneidlade), Ölfarbe, 2 Bergkristalle.
Unten auf der farbig gefassten, hölzernen Gehrungsschneidlade mit Bleistift signiert, datiert und betitelt. 25 x 11,5 x 9,5 cm (9,8 x 4,5 x 3,7 in). [EH].

• Rot und Braun sind für Joseph Beuys Urfarben.
• Kristalle haben bei Beuys vielfache Bedeutungsdimensionen.
• Der Gegensatz von klar geschnittener Linie und kristallin gewachsener Form bildet ein kreatives Spannungsfeld.
• Sinnbildhaftes Zusammenspiel von Naturkräften des Kristallinen mit gestalteter Form und elementarer Farbigkeit
.

PROVENIENZ: Privatsammlung Deutschland (direkt vom Künstler erworben).

AUSSTELLUNG: Joseph Beuys: Skulpturen und Objekte, Gropius-Bau Berlin, 20.2.–1.5.1988, Kat.-Nr. 71 (Abb. S.194 (vertauscht)).
Joseph Beuys: Natur, Materie, Form, Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf, 30.11.1991–9.2.1992, Kat.-Nr. 443 (Abb. S. 335).
Faszination Edelstein. Aus den Schatzkammern der Welt, Hessisches Landesmuseum, Darmstadt, 1992/93, Kat.-Nr. 34 (Abb. S. 144).
Joseph Beuys: Wo ist Element 3?, Ketterer Kunst, Berlin, 26.3.–22.5.2021.

LITERATUR: Faszination Edelstein. Aus den Schatzkammern der Welt, Hessisches Landesmuseum, Darmstadt (Hrsg.), Bern 1992.

Essay
"Braun-Raum" bezieht sich offenbar auf das Environment "Vor dem Aufbruch aus Lager 1", das Beuys in der Ausstellung "Zeichen und Mythen" im Bonner Kunstverein 1980 zum ersten Mal zeigt (siehe: Amelie Pohlen (Hrsg.), Zeichen und Mythen, Kunstverein Köln, 1982, S. 120ff.). Die in diesem Werk mit Braunkreuzfarbe gestrichenen Objekte entstammen überwiegend dem 1971 in Düsseldorf gegründeten Büro der "Organisation für direkte Demokratie". Die ebenfalls braun gestrichene Schneidlade verweist auf präzises Handwerk und eine konzentrierte, rationale Denkform, die kristalline, feste Ergebnisse erzielt, auf die die Bergkristalle als schöne, erstarrte Naturformen verweisen, aber andererseits das Zufällige, nicht Berechnete der Natur ins Spiel bringen. Schneidlade und Bergkristalle bilden in diesem Sinne einen Gegensatz, der durch die Braunfarbe überbrückt bzw. erweitert wird. Braun ist für Beuys die tragende Farbe aller organischen Verhältnisse und impliziert das Vergängliche etwa im Rost oder der Braunfärbung der Blätter. Seit den frühen 1950er Jahren verwendete Beuys ein spezielles Braun eines industriellen Farbenherstellers für Fußbodenanstriche. Mit dieser Farbe verweist Beuys über die genannten Implikationen hinaus auf komplementäre Prozesse, die sich zwischen Natur und Geist bewegen. Vor allem das Braun-Kreuz, das Beuys gleichsam als ein Signet auf viele seiner Arbeiten zeichnet, signalisiert das Spirituelle und das Heilende. [Eugen Blume]
 


Aufgeld, Steuern und Folgerechtsabgabe zu Joseph Beuys "Für Braun-Raum"
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