Auktion: 524 / Kunst nach 1945 / Zeitgenössische Kunst II am 11.12.2021 in München Lot 120003399

 
120003399
Joseph Beuys
Oder nehmen wir jetzt AMALGAM?, 1981.
Karton, Kordel, Zeichnung und Aufschrift; Inhal...
Schätzpreis: € 30.000 - 40.000
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Objektbeschreibung
Oder nehmen wir jetzt AMALGAM?. 1981.
Karton, Kordel, Zeichnung und Aufschrift; Inhalt: mit Chemikalien gefüllte Flaschen und weitere Restaurierungsmaterialien.
Vorne mittig signiert, datiert. Oben betitelt sowie mit einer Skizze des Büdericher Tores, dem Vermerk "Restaur. Büderich" und der Auflistung "Farben Stahlwolle Wachs Holzzwinge Töpfe + Gaspatrone Gummi [..unleserlich..] Holzklötze Terpentin" versehen. Oben und vorne jeweils mit einem Stempel "Baumspenden an: Magistrat der Stadt Kassel [..] VW 220 Joseph Beuys 7000 Eichen". Unikat. 36 x 55 x 44 cm (14,1 x 21,6 x 17,3 in). [EH].

PROVENIENZ: Privatsammlung Deutschland (direkt vom Künstler erworben).

AUSSTELLUNG: Joseph Beuys: Skulpturen und Objekte, Gropius-Bau Berlin, 20.2.–1.5.1988, Kat.-Nr. 77 (Abb. S. 220).
Joseph Beuys und Düsseldorf, Stadtmuseum Düsseldorf, 30.11.2007–1.12.2009, Stadtmuseum Düsseldorf (als Dauerleihgabe 2007–2020).
Joseph Beuys: Wo ist Element 3?, Ketterer Kunst, Berlin, 26.3.–22.5.2021.

LITERATUR: Heinz Althöfer, La Radiologia Per il Restauro, Fiesole (FI) 1997, S. 103, Taf. 22, 23.
Marie Althöfer, Kunsttransporte, Universität Köln, Dissertation 2006 (o. S.).

Essay
Eine der ersten großen bildhauerischen Aufträge ist nach dem Studium von Beuys 1958 ein für den „Alten Kirchturm“ in Meerbusch-Büderich bestimmtes Ehrenmal. Das ebenfalls von Beuys entworfene und geschaffene Holztor wird im Lauf der Zeit durch Vandalismus beschädigt. 1981 befasst sich Joseph Beuys gemeinsam mit Fachleuten mit dessen Restaurierung. Die Skizze auf dem Karton zeigt das Tor und die von Beuys eingekreisten Löcher, die behandelt werden sollen. Gemeinsam werden Materialien für die Füllungen besprochen, neben Holz wird auch an Amalgam gedacht, das vorwiegend zur Füllung von Zähnen Verwendung findet. Da es eine Legierung aus Quecksilber ist, ist seine Verwendung umstritten. Die Frage „Oder nehmen wir jetzt Amalgam?“, die groß auf den Karton mit Restaurierungsutensilien geschrieben ist, führt über die handwerkliche Problematik hinaus. Sie fragt grundsätzlich nach Ersatzlösungen für unreine, giftige Mischungen und ihre Folgen.
Der auch in dieser Sammlung gezeigte Holzblock dient als Versuchsmaterial für die notwendige Restaurierung des Eichentors. Gemeinsam mit dem Restaurator beschäftigt Beuys die Frage, wie die zahlreichen, zum Teil eingebrannten Löcher in dem Tor wieder geschlossen werden sollen. In dem Holzblock sind sowohl mit Holz als auch mit Amalgam geschlossene Löcher sozusagen als eine Versuchsreihe angelegt, auf die die Bezeichnung "Nr. 5" verweist. Die Änderungen im Material, die farbige Fassung und Aufhängung haben Beuys wohl inspiriert, dieses Objekt zu signieren. Von der Signatur geht ein Pfeil auf eines der gefüllten Löcher. [Eugen Blume]
120003399
Joseph Beuys
Oder nehmen wir jetzt AMALGAM?, 1981.
Karton, Kordel, Zeichnung und Aufschrift; Inhal...
Schätzpreis: € 30.000 - 40.000
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Aufgeld, Steuern und Folgerechtsabgabe zu Joseph Beuys "Oder nehmen wir jetzt AMALGAM?"
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Bei Objekten, deren Künstler nicht bereits vor mindestens 70 Jahren verstorben ist, fällt eine Folgerechtsumlage i.H. von 2,4 % inklusive der gesetzlichen Umsatzsteuer an.