Auktion: 520 / Evening Sale am 18.06.2021 in München Lot 121000090

 
121000090
Peter Dreher
Schöne Tage im Hochschwarzwald, 1999.
Öl auf leinwandkaschiertem Karton, auf Aluminium
Schätzpreis: € 40.000 - 60.000
+
Objektbeschreibung
Schöne Tage im Hochschwarzwald. 1999.
Öl auf leinwandkaschiertem Karton, auf Aluminium.
Jeweils oben mittig mit eingeritztem Datum und Uhrzeit. Verso signiert, datiert "13.9.99" und betitelt. 72 x 129 cm (28,3 x 50,7 in). Jeweils: 24 x 33 cm (9,4 x 13 in).
[SM].
• Durch das wiederholte Abbilden der Landschaft wird Zeit zum greifbaren und sichtbaren Element.
• Drehers Werk steht in der Tradition einer virtuosen Landschaftsmalerei im Sinne der Romantik.
• Die Werke des Künstlers sind in renommierten internationalen Sammlungen vertreten, wie dem Art Institute of Chicago, der Sammlung Deutsche Bank, oder dem Museum Frieder Burda, Baden-Baden
.

PROVENIENZ: Galerie Herrmann & Wagner, Berlin (direkt vom Künstler erworben).
Sammlung Guido Sammelselg (1956–2013), Estland.
Privatsammlung (2013 vom Vorgenannten erworben).

AUSSTELLUNG: Peter Dreher & Thorsten Hallscheidt. Phenomenon of Time, Galerie sphn (später Galerie Herrmann & Wagner), Berlin, 10.9.-30.10.2004.

Essay
Majestätische Berge, sonnenbeschienene Wälder und Wiesen, tiefblaue Seen und eine einzigartige subalpine Pflanzenwelt - der Hochschwarzwald im südlich gelegenen Baden-Württemberg bietet mit seiner vielfältigen Flora und Fauna ein atemberaubendes Panorama. Die hochalpine Landschaft ist Protagonist in Peter Drehers großformatigem Ölgemälde "Schöne Tage im Hochschwarzwald" von 1999. Dem in Mannheim geborenen Künstler gelingt es, die einzigartige Stimmung der Region einzufangen: Die Lichtverhältnisse, eine relativ große Himmelsfläche und die pastellige Farbpalette prägen das Werk und tragen zu seiner Besonderheit bei. Diese wird zusätzlich durch die Unterteilung in zwölf einzelne Bildtafeln gesteigert. Durch die Montierung auf einen gemeinsamen Untergrund und die zusammenhängende Gestaltung hebt Dreher diesen Eindruck allerdings sofort wieder auf und die Tafeln verschmelzen zu einer Einheit. Auf die Dekonstruktion folgt zugleich die Konstruktion. Besonders ist zudem, dass der Künstler in den drei Reihen ein fortlaufendes Panorama präsentiert: Die Bildausschnitte dokumentieren den Tagesverlauf an zwei aufeinanderfolgenden Tagen, nämlich am 13.9.1999 und 14.9.1999, zu unterschiedlichen Uhrzeiten - beides hält der Künstler in den einzelnen Tafeln fest. Durch die Aneinanderreihung der Tafeln und die unterschiedlichen Tages- und Uhrzeiten evoziert der Künstler eine Dynamik, die im Malerischen besonders ist, und die zusätzlich den künstlerischen Arbeitsprozess dokumentiert. Das Gemälde ist Teil der gleichnamigen Werkreihe "Schöne Tage im Hochschwarzwald", die zwischen 1975 und 2005 entsteht und 13 Werke umfasst. Charakteristisch für alle Werke ist der deutliche Bezug zur Landschaftsmalerei und der Aspekt der Wiederholung. Mit unserem Werk und der Serie demonstriert Dreher eine große Leidenschaft für die hochalpine Landschaft und damit auch für die Landschaftsmalerei im Allgemeinen. Die tief angelegten Horizonte, Hügelketten, leere Himmelsflächen und eine Landschaft, die sich schließlich zu beiden Seiten beliebig fortsetzen ließe, verweisen deutlich auf ein Landschaftsverständnis im Sinne der Romantik. Die Natur und im Besonderen der sich ständig verändernde Himmel wurden bereits von Künstlern wie John Constable (1776-1837), William Turner (1775-1851) oder Caspar David Friedrich (1774-1840) festgehalten. Friedrichs Werk "Der Mönch am Meer" (1808-1810, Alte Nationalgalerie, Berlin) zeigt dies exemplarisch. Im Himmel spiegelt sich das subjektive Empfinden der Künstler wider und der Maler wird so selbst zum Naturbeobachter. Peter Dreher reiht sich in diese lange Tradition der Landschaftsmalerei ein. Der Aspekt der Wiederholung ist essenziell für das Gesamtwerk des Künstlers Dreher. Bestimmte Modelle, wie das Glas oder eben die Landschaft, tauchen im Werk wiederholt auf und werden in unterschiedlichen Varianten gezeigt. Diese Werke bezeugen eine intensive Auseinandersetzung des Künstlers mit dem Malvorgang selbst. Drehers Kunst zeigt, dass der Seheindruck zwar wiederholbar ist, aber immer zu unterschiedlichen Ergebnissen führt. Mit seiner Kunst vertritt der Künstler den Anspruch von Zeitlosigkeit und Authentizität. [SL]
121000090
Peter Dreher
Schöne Tage im Hochschwarzwald, 1999.
Öl auf leinwandkaschiertem Karton, auf Aluminium
Schätzpreis: € 40.000 - 60.000
+
 


Weitere Abbildungen
 
Aufgeld, Steuern und Folgerechtsabgabe zu Peter Dreher "Schöne Tage im Hochschwarzwald"
Dieses Objekt wird differenzbesteuert, zuzüglich einer Einfuhrumsatzabgabe in Höhe von 7 % (Ersparnis von etwa 5 % im Vergleich zur Regelbesteuerung) oder regelbesteuert angeboten.

Berechnung bei Differenzbesteuerung:
Zuschlag bis einschließlich € 500.000: 32 % Aufgeld
Zuschläge über € 500.000: Teilbeträge bis einschließlich € 500.000 32 %, Teilbeträge über € 500.000 27 % Aufgeld
Das Aufgeld enthält die Umsatzsteuer, diese wird jedoch nicht ausgewiesen.

Berechnung bei Regelbesteuerung:
Zuschlag bis einschließlich € 500.000: 25 % Aufgeld zuzügl. der gesetzlichen Umsatzsteuer
Zuschläge über € 500.000: Teilbeträge bis einschließlich € 500.000 25%, Teilbeträge über € 500.000 20% Aufgeld, jeweils zuzüglich der gesetzlichen Umsatzsteuer

Wir bitten um schriftliche Mitteilung vor Rechnungsstellung, sollten Sie Regelbesteuerung wünschen.

Berechnung bei Folgerechtsabgabe:
Bei Objekten, deren Künstler nicht bereits vor mindestens 70 Jahren verstorben ist, fällt eine Folgerechtsumlage i.H. von 2,4% inklusive der gesetzlichen Umsatzsteuer an.