Auktion: 517 / Moderne Kunst II am 19.06.2021 in München Lot 121000167

 
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121000167
Kurt Schwitters
Ohne Titel (Express), 1947.
Merzzeichnung. Collage. Papier und Karton auf K...
Schätzpreis: € 50.000 - 70.000
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Objektbeschreibung
Ohne Titel (Express). 1947.
Merzzeichnung. Collage. Papier und Karton auf Karton.
Orchard/Schulz 3599. Links unten monogrammiert und datiert. 17 x 11 cm (6,6 x 4,3 in). Unterlagekarton: 32 x 27,2 cm (12,6 x 10,7 in).
Der „Merz“-Begriff geht auf eine Collage mit Anzeigenmaterial der „Kommerz und Privatbank“ zurück und spielt mit unterschiedlichsten Assoziationen, wie u. a. „Kommerz“, „Scherz“ und dem Monat März, der für den Frühlingsanfang und damit für Aufbruch steht.
• Eine der letzten "Merzzeichnungen" des bedeutenden deutschen Dadaisten.
• Schwitters "Merzzeichnungen", Collagen aus Zeitungsausschnitten und Papierresten, gelten heute als Ikonen der Dada-Kunst.
• Charakteristische Arbeit mit schönen, schwarz-rot-blauen Farbakzenten und geschlossener Provenienz.
• Schwitters berühmte "Merz-Collagen" sind heute Teil zahlreicher bedeutender Museumssammlungen, wie u. a. der Tate Modern, London, und dem Museum of Modern Art, New York
.

PROVENIENZ: Ernst Schwitters, Lysaker, Norwegen (1948 aus dem Nachlass des Künstlers -1972).
Galerie Beyeler, Basel (1972 vom Vorgenannten erworben).
Privatsammlung Basel (1972 vom Vorgenannten erworben, bis wohl 2007, Villa Grisebach 1.12.2007).
Privatsammlung Europa (seit 2007, Villa Grisebach 1.12.2007).

AUSSTELLUNG: Kurt Schwitters 1887-1948, Minami Gallery, Tokio 1960, Kat.-Nr. 55.
Kurt Schwitters, Ulmer Museum, Ulm 1961, ohne Kat., Liste Nr. 25.

LITERATUR: Villa Grisebach, Auktion Nr. 152, Kunst des 19./20. Jahrhunderts, Berlin, 1.12.2007, Los-Nr. 234, mit Abb.
„Man kann auch mit Müllabfällen schreien, und das tat ich, indem ich sie zusammenleimte und -nagelte. Ich nannte es Merz, es war aber mein Gebet über den siegreichen Ausgang des Krieges, denn noch einmal hatte der Frieden wieder gesiegt. Kaputt war sowieso alles, und es galt aus den Scherben Neues zu bauen. Das aber ist Merz.“
Kurt Schwitters, zit. nach: Das literarische Werk, Bd. 5, Köln 1981, S. 335.

Essay
Schwitters "Merzzeichnungen", wie Kurt Schwitters seine ab 1918 entstandenen dadaistischen Collagen nennt, gelten gemeinsam mit den "Merzbildern" als der bedeutendste und bekannteste Werkkomplex des Künstlers. Im Anschluss an den Ersten Weltkrieg befreit Schwitters sich und seine Kunst von jeglicher akademischen und kunsthistorischen Tradition. "Merz" war für Schwitters nicht nur die Bezeichnung für den künstlerischen Stil seiner Ein-Mann-Kunstbewegung, sondern vielmehr gleichbedeutend mit künstlerischer Revolution und Neuanfang. In seinen "Merz"-Arbeiten löst Schwitters die Grenzen zwischen den Kunstgattungen auf, integriert verschiedene Materialien, Zeitungsausschnitte, Eintrittskarten und sonstige banale Fundstücke des Alltages, und wird auf diese Weise vom introvertierten, melancholischen Künstler zum experimentellen Bürgerschreck von unerschöpflicher künstlerischer Produktivität. Auch als Dichter, Schriftsteller, Architekt und Entertainer verleiht Schwitters seiner ungehemmten Produktivität Ausdruck und schafft auf diese Weise ein provokantes und beeindruckendes Gesamtkunstwerk, zu dessen international gefragtesten künstlerischen Produkten die "Merzzeichnungen" zählen. [JS]
 


Aufgeld, Steuern und Folgerechtsabgabe zu Kurt Schwitters "Ohne Titel (Express)"
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