Auktion: 517 / Moderne Kunst II am 18.06.2021 in München Lot 121000480

 
121000480
Hermann Max Pechstein
Steilküste und Sonnenspiegelung, Um 1922.
Öl auf leinenstrukturierter Malpappe, auf Holz ...
Schätzpreis: € 30.000 - 40.000
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Objektbeschreibung
Steilküste und Sonnenspiegelung. Um 1922.
Öl auf leinenstrukturierter Malpappe, auf Holz montiert.
Soika 1922/50. Unten links von fremder Hand kaum leserlich monogrammiert "HMP" und datiert. 37,2 x 48 cm (14,6 x 18,8 in).

• Stimmungsvolle abendliche Landschaftsdarstellung der von Pechstein so geliebten Ostseeküste mit besonderem, ungewöhnlichem Bildausschnitt.
• Die Natur und das Leben in den abgelegenen pommerschen Fischerdörfern Rowe und Leba sind Pechstein in den 1920er Jahren große Quellen der Inspiration.
• Weitere Ansichten von Leba aus demselben Jahr befinden sich u. a. im Stedelijk Museum, Amsterdam, in der Sammlung der Deutschen Bank, Frankfurt/Main, in der Stiftung Moritzburg, Kunstmuseum des Landes Sachsen-Anhalt, Halle, im Chrysler Museum of Art, Norfolk/Virginia, und im San Diego Museum of Art, San Diego/Kalifornien
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PROVENIENZ: Privatsammlung Hessen (1996 bis ca. 2006).
Privatsammlung USA (ab 2006, Villa Grisebach Auktionen, 2.12.2006, Los 201).

LITERATUR: Auktionshaus Wolff, Karlsruhe, 31.10.1986, Los 95.
Sotheby's, London, 2.12.1987, Los 199.
Villa Grisebach Auktionen, Berlin, 141. Auktion, 2.12.2006, Los 201.



Essay
Hermann Max Pechsteins gesamtes künstlerisches Schaffen ist eng mit der See und dem maritimen Leben verbunden. Zeit seines Lebens verbringt er vor allem die Sommermonate am Meer - fernab des geschäftigen, lauten Treibens seines eigentlichen Wohnorts Berlin. Zunächst dienen ihm u. a. Nidden an der Kurischen Nehrung und Dangast am Jadebusen als inspirierende Arbeitsstätten in den warmen Frühlings- und Sommermonaten. Aber auch internationale Reisen unternimmt der Maler in diesen Jahren, bspw. nach Monterosso al Mare an der ligurischen Küste oder auf die pazifische Inselgruppe Palau in der Südsee. Ab 1921 verbringt Pechstein die Frühlings-, Sommer- und zum Teil auch die ersten Herbstmonate häufig in Leba an der pommerschen Ostseeküste, die Pechstein auch zu der hier angebotenen, atmosphärischen Landschaftsdarstellung inspirierte. 1922, im zu vermutenden Entstehungsjahr der hier angebotenen Arbeit, reist der Künstler bereits im Mai (nach einer heftigen Auseinandersetzung mit seinem Galeristen Wolfgang Gurlitt) nach Leba, wo ihn in diesem Jahr jedoch anhaltend schlechtes Wetter erwartet: " [..] zu all diesen Enttäuschungen kam nun auch noch dieses Frühjahr, welches keines wahr [sic!], und der Sommer ließ an ungünstigem Wetter das Frühjahr nicht zurück. Kurz die Sonne, nach welcher ich mich so sehr gesehnt und welche ich so dringend benötige, blieb aus." (Max Pechstein in einem Brief an Irma Stern, zit. nach: Aya Soika, Max Pechstein. Das Werkverzeichnis der Gemälde, Bd. 2, S. 12). Trotz des frustrierend schlechten Wetters entstehen in diesen Monaten nachweislich einige stimmungsvolle Landschaftsbilder. Obwohl die charakteristische Küstenlandschaft in unserer Arbeit mit ihren hoch über den Strand emporragenden Klippen von der noch heiteren, abendlichen Sonne in sanftes Licht getaucht wird und scheinbar von einem warmen Sommertag erzählt, könnten die sich am Horizont hoch auftürmenden, violetten Wolkenformationen darauf hinweisen, dass sich auch das Wetter dieses Tages nicht von seiner besten Seite zeigte. Anfang September bricht Pechstein dann wieder gen Heimat auf. Vielleicht plagt ihn im grauen Berliner November dann doch noch einmal die Sehnsucht und das Fernweh nach Leba, denn der Künstler widmet sich Ende des Jahres nochmals einigen kleinformatigeren Landschaften auf Karton, zu der womöglich auch die hier vorliegende Arbeit gehören könnte. Er schreibt: "Ein paar kleine Frühlingslandschaften habe ich nach Aquarellstudien gemacht, und hat mir dieses Hineintauchen in heitre Sonne viel Freude gemacht" (ebd.). [CH]
121000480
Hermann Max Pechstein
Steilküste und Sonnenspiegelung, Um 1922.
Öl auf leinenstrukturierter Malpappe, auf Holz ...
Schätzpreis: € 30.000 - 40.000
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Aufgeld, Steuern und Folgerechtsabgabe zu Hermann Max Pechstein "Steilküste und Sonnenspiegelung"
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Berechnung bei Folgerechtsabgabe:
Bei Objekten, deren Künstler nicht bereits vor mindestens 70 Jahren verstorben ist, fällt eine Folgerechtsumlage i.H. von 2,4% inklusive der gesetzlichen Umsatzsteuer an.