Auktion: 530 / Evening Sale / Sammlung Hermann Gerlinger am 10.06.2022 in München Lot 92

 

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Rudolf Hausner
Adam nach dem Sündenfall II, 1969-1973.
Mischtechnik. Acryl, Tempera, auf leinwandkasch...
Schätzpreis: € 100.000 - 150.000
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Adam nach dem Sündenfall II. 1969-1973.
Mischtechnik. Acryl, Tempera, auf leinwandkaschierter Novopan-Platte.
Lindner S. 254. Links oben signiert und datiert "1969-73". 200 x 100 cm (78,7 x 39,3 in).
Im Künstlerrahmen.
• Mit der Figur des Adam vollzieht sich in Hausners Werk eine künstlerische Selbsterfindung.
• Die Adam-Bilder sind eine außerordentlich wichtige Werkgruppe im Gesamtœuvre.
• Hausner ist einer der Begründer des Wiener Phantastischen Realismus.
• Gemälde Rudolf Hausners werden auf dem internationalen Auktionsmarkt selten angeboten
.

PROVENIENZ: Sammlung Galerie Brusberg, Hannover.
Firmensammlung BEB Erdgas und Erdöl GmbH & Co. KG, Hannover (beim Vorgenannten erworben).

LITERATUR: Günter Engelhard. Rudolf Hausner, Salzburg 1974 (Nr. 36 m. Farbabb. und Detail-Abb. auf dem Titel).


"Es gibt Maler, die malen sich von einem Motiv zum anderen. Das ist nicht meine Welt. Ich bin ein Ausgräber. Ich habe bei Hausner zu graben begonnen, den habe ich entdeckt, gefunden, der hat sich mir aufgedrängt. [..] Er ist der einzige, bei dem ich auch immer dabei bin, wenn etwas geschieht."

Rudolf Hausner

Aufrufzeit: 10.06.2022 - ca. 20.02 h +/- 20 Min.

Das Thema "Adam nach dem Sündenfall" geht auf eine im Jahr 1948 begonnene Arbeit Rudolf Hausners zurück. Damals arbeitet der Künstler an einem Gemälde, welches er immer wieder abändert, teilweise mit einer Rasierklinge die Malschicht entfernt, übermalt, zersägt und letzlich völlig neu komponiert. Sage und schreibe über acht Jahre zieht sich dieser kräftezehrende Prozess hin und führt schließlich 1956 zu dem Gemälde "Der Maschinist und seine Frau". "Dann erst nahm ich jenes Bruchstück wieder zur Hand, das mit einemmal meine Einbildungskraft ungeheuer reizte. Nun machte das Bild rasch Fortschritte und aus dem Maschinisten wurde 'Adam nach dem Sündenfall'" (Rudolf Hausner, zit. nach: Volker Huber (Hrsg.), Rudolf Hausner, S. 72). Es ist der Beginn der überaus wichtigen und bedeutenden Adam-Serie, die Rudolf Hausner über sein weiteres Schaffen hinweg in Bann halten wird. Rudolf Hausner erläutert: "Adam, der Mensch, zum Bestandteil der Apparatur geworden, steht hier nach seinem Sündenfall. Er hat, seine Bestimmung gemäß, sein Schicksal selbst verschuldet. Er weiß darum und kann dennoch all jenen Maschinen, die er selbst erdacht und konstruiert hat, nicht mehr entkommen. Seine Autonomie ist eine Fiktion, seine Freiheit relativ" (ebd.). Dieses erste Adam-Gemälde "Adam nach dem Sündenfall" von 1956 befindet sich heute im MUMOK in Wien. In unserem Gemälde greift er genau dessen Darstellung nun in wenigen Details verändert und maltechnisch weiterentwickelt im großen Format wieder auf. Dieses Wiederaufgreifen und die über vier Jahre andauernde Arbeitszeit an unserem Gemälde von 1969 bis 1973 verweisen auf die für Rudolf Hausner kennzeichnende langwierige inhaltliche und technische Auseinandersetzung mit seinen Gemälden. Sie führt letztlich zu dem vergleichsweise konzentrierten Œuvre von nur rund 200 Gemälden des bedeutenden österreichischen Künstlers und Begründers des Phantastischen Realismus. [EH]



 

Aufgeld, Steuern und Folgerechtsabgabe zu Rudolf Hausner "Adam nach dem Sündenfall II"
Dieses Objekt wird regel- oder differenzbesteuert angeboten.

Berechnung bei Differenzbesteuerung:
Zuschlagspreis bis 500.000 Euro: hieraus Aufgeld 32 %.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 27 % berechnet und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 2.500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 15 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 2.500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Das Aufgeld enthält die Umsatzsteuer, diese wird jedoch nicht ausgewiesen.

Berechnung bei Regelbesteuerung:
Zuschlagspreis bis 500.000 Euro: hieraus Aufgeld 25 %.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 20 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 2.500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 15 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 2.500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf die Summe von Zuschlag und Aufgeld wird die gesetzliche Umsatzsteuer, derzeit 19 %, erhoben. Als Ausnahme hiervon wird bei gedruckten Büchern der ermäßigte Umsatzsteuersatz von derzeit 7 % hinzugerechnet.

Wir bitten um schriftliche Mitteilung vor Rechnungsstellung, sollten Sie Regelbesteuerung wünschen.

Berechnung der Folgerechtsvergütung:
Für Werke von Künstlern die vor weniger als 70 Jahren verstorben sind, fällt gemäß § 26 UrhG eine Folgerechtsvergütung in folgender Höhe an:
4% des Zuschlags ab 400,00 Euro bis zu 50.000 Euro,
weitere 3 % Prozent für den Teil des Zuschlags von 50.000,01 bis 200.000 Euro,
weitere 1 % für den Teil des Zuschlags von 200.000,01 bis 350.000 Euro,
weitere 0,5 Prozent für den Teil des Zuschlags von 350.000,01 bis 500.000 Euro und
weitere 0,25 Prozent für den Teil Zuschlags über 500.000 Euro.
Der Gesamtbetrag der Folgerechtsvergütung aus einer Weiterveräußerung beträgt höchstens 12.500 Euro.

Die Folgerechtsvergütung ist umsatzsteuerfrei.