Auktion: 522 / Klassische Moderne Teil II am 11.12.2021 in München Lot 422

 

422
Ernst Ludwig Kirchner
Drei Frauen im Cafégarten - Gartenrestaurant Schlachtensee, 1914.
Lithografie
Schätzpreis: € 30.000 - 40.000
+
Drei Frauen im Cafégarten - Gartenrestaurant Schlachtensee. 1914.
Lithografie.
Dube L. 243 II, Gercken 667 II, Schiefler L. 248. Signiert und bezeichnet "Probedruck". Eines von bisher nur 6 bekannten Exemplaren. Auf gelbem Velin. 50,5 x 59,5 cm (19,8 x 23,4 in). Papier: Ca. 55,0 x 63,5 cm (21,6 x 25,0 in).
Ehemals Besitz des Kunstvereins Jena. Verso mit dem Monogrammstempel (Lugt L. 4337) und dem Stempel des Kunstverein Jena. [AR].
• Aus der bedeutenden Botho-Graef-Stiftung.
• Probedruck von großer Seltenheit.
• Seit mehr als 50 Jahren in Familienbesitz
.

Wir danken Herrn Prof. Dr. Günther Gercken für die freundliche wissenschaftliche Beratung.

PROVENIENZ: Kunstverein Jena / Botho-Graef-Stiftung von E.L. Kirchner (1918-1937, als Schenkung des Künstlers erhalten, verso mit dem Monogrammstempel L. 4337 und dem Stempel "Kunstverein Jena\\u201c").
Staatsbesitz (1937-1940, "Entartete Kunst", EK-Nummer 13205).
Galerie Ferdinand Möller, Berlin (1940-1943, durch Tausch mit Vorgenanntem).
Ferdinand Möller, Zermützel (1943-1949).
Nachlass Ferdinand Möller (bis 1967: Kornfeld und Klipstein, 16.06.1967).
Privatsammlung Hessen (seit 1967: Kornfeld und Klipstein, 16.06.1967).

LITERATUR: www.geschkult.fu-berlin.de/e/db_entart_kunst/datenbank (Nr. 13205).
Reutti, Kurt, Werke aus der Aktion "Entartete Kunst". Ferdinand Möller [sichergestellt im November 1946 in Zermützel bei Neuruppin], Typoscript Berlin 1946-1951, (SMBK-ZA, V/ Sachthemat. Slg. 69).
Kornfeld und Klipstein, Bern, 123. Auktion, Moderne Kunst, 16.06.1967, Kat.-Nr. 699a (mit Abb., Tafel 114).
Ernst Ludwig Kirchner. Von Jena nach Davos. Ausst.-Kat. Stadtmuseum Göhre, Jena 1993/94, Leipzig 1993. S. 98.
Maria Schmid, Rausch und Ernüchterung. Die Bildersammlung des Jenaer Kunstvereins - Schicksal einer Sammlung der Avantgarde im 20. Jahrhundert, Jena / Quedlinburg 2008. S. 50, 135, Kat. Nr. 200.
"Wenn es von irgendeiner Kunst mit Recht gesagt werden kann, daß Sie das Unsagbare ausdrückt, so ist es die Kirchners."
Botho Graef über die Kunst Ernst Ludwig Kirchners. In: Das Kunstblatt 1923. Sonderheft E. L. Kirchner, S. 65-77. Zitiert nach: Anna-Maria Ehrmann (Hrsg). Ernst Ludwig Kirchner. Von Jena nach Davos, Leipzig 1993, S. 108.
"Kirchner hat den Wunsch, daß man bei der Betrachtung seines graphischen Werks allzeit des Freundes gedenkt, der sich für diese Kunst eingesetzt hat, ehe sie allgemeine Anerkennung fand (..) "
Eberhard Grisebach anlässlich der Ausstellung der Botho-Graef-Stiftung im Jenaer Kunstverein 1920. In: Jenaische Zeitung Nr. 39/1920, S 2. Zitiert nach: Anna-Maria Ehrmann (Hrsg). Ernst Ludwig Kirchner. Von Jena nach Davos, Leipzig 1993, S. 117-118.

Aufrufzeit: 11.12.2021 - ca. 17.29 h +/- 20 Min.

Im Jahr 1918 schenkte Ernst Ludwig Kirchner dem Kunstverein Jena eine umfangreiche Sammlung seiner frühen Druckgrafiken, darunter auch unser seltenes Exemplar von "Drei Frauen im Cafégarten". Die Schenkung war seinem Freund und Unterstützer Botho Graef gewidmet, der die Expressionisten stark gefördert hatte und im Jahr zuvor verstorben war. Seit der Professor für Archäologie und Kunstgeschichte im Februar 1914 die Eröffnungsrede für eine Ausstellung des Künstlers gehalten hatte, standen die beiden in engem Kontakt und Kirchner fertigte wiederholt Portraits seines väterlichen Freundes an. 1937 wurde die Sammlung von Kirchners Grafiken zusammen mit weiteren Werken des Jenaer Kunstvereins von den Nationalsozialisten im Rahmen der Aktion "Entartete Kunst" beschlagnahmt. "Drei Frauen im Cafégarten", das auf Kirchners Liste für die Botho-Graef-Stiftung den Titel "Gartenrestaurant Schlachtensee" trägt, wurde 1940 von Ferdinand Möller in Berlin erworben. Die Druckgrafik selbst zeigt den für die Zeit nach der Auflösung der "Brücke" im Jahr 1913 typischen Stil des Künstlers, mit seinen kantiger gewordenen Formen, schmalen Gesichtern und schlanken Figuren, sowie den skizzenhaft anmutenden Umrisslinien. Seit Kirchners Weggang von Dresden im Jahr 1911 entwickelten sich Szenen von den Straßen, Cafés und Bars in Berlin zu einem zentralen Themenkomplex. Die Druckgrafik birgt durch seine Herkunft aus der Botho-Graef-Stiftung somit nicht nur die Geschichte einer wichtigen Freundschaft, sondern ist zudem Abbild einer bedeutenden Schaffensphase des Künstlers.



 

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