Auktion: 528 / Klassische Moderne am 11.06.2022 in München Lot 452

 

452
Kurt Schwitters
Mz 58, Worte 'der', 1920.
Collage. Papier, typografisch bedruckt und teil...
Schätzpreis: € 50.000 - 70.000
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Mz 58, Worte 'der'. 1920.
Collage. Papier, typografisch bedruckt und teils koloriert, auf Papier unter Originalpassepartout.
Orchard/Schulz 638. Auf dem Originalpassepartout monogrammiert, datiert rechts unten, links unten betitelt sowie mittig darunter in Sütterlin bezeichnet: "Worte 'der'"
Verso auf dem Passepartout bezeichnet "Mz 58 \ul 150 M ". Mit Zeitungspapier flächig in das Originalpassepartout montiert. Auf dünnem Karton. Collage: 10,2 x 12,8 cm (4 x 5 in). Originalpassepartout: 30 x 23,8 cm (11,8 x 9,3 in).

• Wiederentdeckung des laut Werkverzeichnis verschollenen Werkes.
• Merzzeichnung im einmaligen Format des Sechsecks im Œuvre von Kurt Schwitters.
• Seit über 40 Jahren in Privatbesitz.
• Kurt Schwitters ist ein Meister der Collage
• Die "Merzzeichnungen" genannten Collagen zählen gemeinsam mit Collagen von Max Ernst zu den Inkunabeln ihrer Gattung
.

PROVENIENZ: Privatsammlung Düren.
Privatsammlung Nordrhein-Westfalen (in den 1980er Jahren vom Vorgenannten als Geschenk erhalten).

AUSSTELLUNG: Deutsche Kunst im 20. Jahrhunderts. Malerei und Plastik aus Privatbesitz, Suermondt-Museum, Aachen, 3.5.-28.6.1959, Kat. Nr.51 m. Abb. (hier "Merzbild 58).

Aufrufzeit: 11.06.2022 - ca. 18.10 h +/- 20 Min.

Mit seiner Kunst und seinen literarischen Texten begründet Kurt Schwitters in Hannover eine eigene Dada-Einrichtung, die er "Merz" nennt, ein Wortfragment von "Commerzbank" (lat. cum = mit, merx = Ware), damals eine der führenden Filialbanken. Unsere Merzzeichnung ist eine der ganz frühen Arbeiten in diesem überaus wichtigen Kapitel der Kunstgeschichte. In den Merzzeichnungen, die eigentlich Collagen sind, findet sich eine Ansammlung des scheinbar Zufälligen. Es ist letztlich eine durchdachte Gestaltung von Relikten verschiedenster Provenienz. Hinzu kommt eine Ästhetisierung des Unbrauchbaren, der Reste, die hier, neu vereint, den künstlerischen Aspekt dieser Arbeit ausmachen. Schwitters erfindet mit der Collage ein neues Bild aus täglichem Kleinabfall, Schnipseln, Fahrscheinen, Eintrittskarten, Reinigungsquittungen oder Satzfetzen, die konstruktiv wie informell, surreal wie ganz real wirken: das Zufällige erfährt hier Poesie.
Lange verborgen, zeigt sich bei diesem im Werkverzeichnis als "Verbleib unbekannt" geführten Bild heute der über Jahrzehnte unter dem Passepartout verborgene Titel "Worte 'der'". Die Buchstabenfolge D, E und R taucht auf einem der verarbeiteten Ausrisse auf, es ist ein Fragment einer Drucksache der berühmten Berliner Galerie "Der Sturm". Im Jahr der Entstehung stellt Kurt Schwitters schon im dritten Jahr in Folge in Herwarth Waldens Galerie "Der Sturm" aus. Im April 1920 zeigt Der Sturm eine Einzelausstellung des Künstlers in Berlin. Die Hinwendung zu der starken Persönlichkeit Herwarth Waldens und seiner sehr aktiven Galerietätigkeit führt auch zu Schwitters Differenzen mit verschiedenen Dadaisten, welche sich eher als Kontrapost zum gängigen Kunstbetrieb verstehen. Der Titel "Worte 'der'" ist eine klare Wertschätzung und Hommage an die berühmte Galerie "Der Sturm" von Herwarth Walden. [EH]



 

Aufgeld, Steuern und Folgerechtsabgabe zu Kurt Schwitters "Mz 58, Worte 'der'"
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Zuschlagspreis bis 500.000 Euro: hieraus Aufgeld 32 %.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 27 % berechnet und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 2.500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 15 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 2.500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Das Aufgeld enthält die Umsatzsteuer, diese wird jedoch nicht ausgewiesen.

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Zuschlagspreis bis 500.000 Euro: hieraus Aufgeld 25 %.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 20 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 2.500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 15 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 2.500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf die Summe von Zuschlag und Aufgeld wird die gesetzliche Umsatzsteuer, derzeit 19 %, erhoben. Als Ausnahme hiervon wird bei gedruckten Büchern der ermäßigte Umsatzsteuersatz von derzeit 7 % hinzugerechnet.

Wir bitten um schriftliche Mitteilung vor Rechnungsstellung, sollten Sie Regelbesteuerung wünschen.

Berechnung der Folgerechtsvergütung:
Für Werke von Künstlern die vor weniger als 70 Jahren verstorben sind, fällt gemäß § 26 UrhG eine Folgerechtsvergütung in folgender Höhe an:
4% des Zuschlags ab 400,00 Euro bis zu 50.000 Euro,
weitere 3 % Prozent für den Teil des Zuschlags von 50.000,01 bis 200.000 Euro,
weitere 1 % für den Teil des Zuschlags von 200.000,01 bis 350.000 Euro,
weitere 0,5 Prozent für den Teil des Zuschlags von 350.000,01 bis 500.000 Euro und
weitere 0,25 Prozent für den Teil Zuschlags über 500.000 Euro.
Der Gesamtbetrag der Folgerechtsvergütung aus einer Weiterveräußerung beträgt höchstens 12.500 Euro.

Die Folgerechtsvergütung ist umsatzsteuerfrei.