Auktion: 525 / Evening Sale am 10.12.2021 in München Lot 251

 

251
Gabriele Münter
Strauß mit Eichenlaub, 1910.
Öl auf Leinwand
Schätzpreis: € 150.000 - 250.000
+
Strauß mit Eichenlaub. 1910.
Öl auf Leinwand.
Links unten signiert und datiert. Verso auf dem Keilrahmen abermals signiert sowie betitelt. 65,2 x 60,2 cm (25,6 x 23,7 in).

• Die beeindruckende und umfangreiche Ausstellungsgeschichte dieses Werks beinhaltet mehrere "Sturm"-Ausstellungen.
• "Eines der herausragenden Stilleben G. Münters" (Zitat: Katalog Lenbachhaus 1992, S. 268).
• Gabriele Münter ist mit dem im selben Jahr entstandenen "Stillleben Grau“ (1910, jetzt: Städtische Galerie im Lenbachhaus, München) als eine von nur sieben Künstlerinnen auf der ersten documenta 1955 vertreten
.

PROVENIENZ: Galerie Aenne Abels, Köln.
Privatsammlung Schweiz.
Privatsammlung Europa.

AUSSTELLUNG: Kollektiv-Ausstellung, Der Neue Münchener Kunstsalon Max Dietzel, München, März-April 1913, Kat.-Nr. 26.
Gabriele Münter, Der Sturm, 35. Ausstellung, Berlin, 24.10.- November 1915, Kat.-Nr. 37.
Kollektiv utställning Münter. Oljemalningar ochgrafik, Stockholm Carl Gummersons Konsthandel, 1.-15.3.1916, Kat.-Nr. 12.
Gösta Adrian-Nilsson, Paul Klee, Gabriele Münter, Der Sturm, 58. Ausstellung Berlin, Dezember 1917, Kat.-Nr. 62.
Gabriele Münter. Oljemalninger, Glastavler, Grafik, Den Frie Udstilling, Kopenhagen, 7.-13.3.1918, Kat.-Nr. 244.
Maleriudstilling Gabriele Münter - Kandinsky, Københavns Ny Kunstsal, Oktober 1919, Kat.-Nr. 9.
Gabriele Münter. 1908-1933, Wanderausstellung Bremen/Bochum 1933, Jena/Eisenach 1934, Altenburg/Stuttgart 1935.
Paula Modersohn-Becker, Gabriele Münter, Kestner Gesellschaft, Hannover, 1951, Kat.-Nr. 84.
Kandinsky, Marc, Münter. Unbekannte Werke, Galerie Otto Stangl, München, 1954-55, Kat.-Nr. 21.
Alfred Lörcher, Gabriele Münter, Emy Röder, Staatliche Kunsthalle, Baden-Baden, 4.-31.12.1960, Kat.-Nr. 136.
Gabriele Münter, Kunsthalle Mannheim, 30.9.-29.10.1961, Kat.-Nr. 17.
Gabriele Münter 1877-1962, Städtische Galerie im Lenbachhaus, München, 13.10.-2.12.1962, Kat.-Nr. 45, ganzseitige Farbtafel S. 11.
Gabriele Münter. Gedächtnisausstellung zum 90. Geburtstag, Kunstverein Heidelberg; Württembergischer Kunstverein, Stuttgart; Westfälischer Kunstverein, Münster, 1967/68, Kat.-Nr. 25.
L’Expressionisme allemand, Museum voor Schone Kunsten, Ghent, Kat.-Nr. 137.
Gabriele Münter 1877-1962 Retrospektive, Städtische Galerie im Lenbachhaus, München, 29.7.-1.11.1992; Schirn Kunsthalle, Frankfurt am Main, 29.11.1992-10.2.1993, u. a., Kat.-Nr. 84 mit ganzseitiger Farbtafel.

LITERATUR: Annegret Hoberg, Gabriele Münter, München 2003, S. 30.

Aufrufzeit: 10.12.2021 - ca. 19.12 h +/- 20 Min.

Ab 1908/09 entstehen im Œuvre Gabriele Münters vermehrt Blumenstillleben mit Blumen aus ihrem geliebten Garten, hier kombiniert mit Eichenlaub in einer blauen Vase, davor noch ein kleiner Gegenstand, der in seiner flüchtigen Malweise kaum zu erkennen ist. Gabriele Münter gruppiert das Ensemble auf einen wohl runden Tisch, dem sie einen einfachen Stuhl aus dem Murnauer Haushalt im Russenhaus an die Seite stellt. In außergewöhnlicher Weise lenkt die Künstlerin den Blick hier nicht auf die Blumen. Vielmehr stehen Stuhl und Tisch sowie ihr Schatten an der Wand im Mittelpunkt.
Der Schattenwurf strahlt in leuchtendem Blau kräftig als leicht versetzter Widerschein vor der in durchbrochenem Grau angegebenen Wandfläche. Dieser Schatten leuchtet stärker als der eigentliche Stuhl. Er ist das Bunteste im ansonsten weitestgehend in gedeckten Farben gehaltenen Bild. Der blaue Schatten verschmilzt mit der blaue Vase zu einer Einheit. Münter geht durch diese Ablenkung vom Stilllebenmotiv einen Schritt in Richtung Abstraktion. Und sie führt mit "Strauß mit Eichenlaub" konsequent weiter, was Jawlensky, Werefkin, Kandinsky und sie selbst, alle Mitglieder der "Neuen Künstlervereinigung München", in den gemeinsamen Aufenthalten in Murnau entwickelt haben, seit sie 1908 dieser Voralpenlandschaft des Murnauer Mooses erstmals einen Besuch abgestattet haben. Münter befreit sich vom reinen Abmalen, sie fasst die kleinteilige Gestalt der Blüten und Blätter zu größeren Flächen zusammen und umfängt die so entstehenden Formen mit dunklen Konturen. Mit dem bewussten Einsatz der kontrastreichen Farbsetzung gibt sich Münter als souveräne Malerin zu erkennen. [EH]



 

Aufgeld, Steuern und Folgerechtsabgabe zu Gabriele Münter "Strauß mit Eichenlaub"
Dieses Objekt wird regel- oder differenzbesteuert angeboten.

Berechnung bei Differenzbesteuerung:
Zuschlagspreis bis 500.000 Euro: hieraus Aufgeld 32 %.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 27 % berechnet und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 2.500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 15 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 2.500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Das Aufgeld enthält die Umsatzsteuer, diese wird jedoch nicht ausgewiesen.

Berechnung bei Regelbesteuerung:
Zuschlagspreis bis 500.000 Euro: hieraus Aufgeld 25 %.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 20 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 2.500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 15 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 2.500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf die Summe von Zuschlag und Aufgeld wird die gesetzliche Umsatzsteuer, derzeit 19 %, erhoben. Als Ausnahme hiervon wird bei gedruckten Büchern der ermäßigte Umsatzsteuersatz von derzeit 7 % hinzugerechnet.

Wir bitten um schriftliche Mitteilung vor Rechnungsstellung, sollten Sie Regelbesteuerung wünschen.

Berechnung bei Folgerechtsabgabe:
Für Originalkunstwerke und Fotographien wird zur Abgeltung des gemäß §26 UrhG anfallenden Folgerechts eine Umlage i.H. von 2,4 % inklusive der gesetzlichen Umsatzsteuer erhoben.