Auktion: 530 / Evening Sale / Sammlung Hermann Gerlinger am 10.06.2022 in München Lot 15

 

15
Erich Heckel
Fischer am Strand, 1909.
Aquarell und Bleistift
Schätzung:
€ 30.000
Ergebnis:
€ 68.750

(inklusive Aufgeld)
Fischer am Strand. 1909.
Aquarell und Bleistift.
Rechts unten signiert sowie links unten bezeichnet "Knaben". Verso mit einer Tuschzeichnung sowie erneut signiert. Auf glattem Velin. 33 x 49 cm (12,9 x 19,2 in), blattgroß. [AR].

• Besonders farbfrisches Aquarell aus der wichtigen "Brücke"-Zeit.
• Seltenes Motiv im Schaffen des Künstlers.
• Seit über 30 Jahren zum ersten Mal auf dem internationalen Kunstmarkt erhältlich.
• Aus der bedeutenden Sammlung von Ernest Rathenau
.

Das Werk ist im Nachlass Erich Heckel, Hemmenhofen am Bodensee, verzeichnet. Wir danken Frau Renate Ebner und Herrn Hans Geissler für die freundliche Unterstützung.

PROVENIENZ:
Sammlung Ernest Rathenau, Berlin/New York/Bad Nauheim (bis 1986).
Sammlung Hermann Gerlinger, Würzburg (mit dem Sammlerstempel, 1987 aus dem Nachlass des Vorgenannten erworben: Sotheby's München, 28.10.1987).

AUSSTELLUNG:
Schleswig-Holsteinisches Landesmuseum Schloss Gottorf, Schleswig (Dauerleihgabe aus der Sammlung Hermann Gerlinger, 1995-2001).
Kunstmuseum Moritzburg, Halle an der Saale (Dauerleihgabe aus der Sammlung Hermann Gerlinger, 2001-2017).
Expressiv! Die Künstler der Brücke. Die Sammlung Hermann Gerlinger, Albertina, Wien, 1.6.-26.8.2007, Kat.-Nr. 70 (m. Farbabb.).
Buchheim Museum, Bernried (Dauerleihgabe aus der Sammlung Hermann Gerlinger, 2017-2022).

LITERATUR:
Sotheby's, München, Deutsche Kunst des 20. Jahrhunderts. Aus der Sammlung von Dr. Ernest Rathenau und aus dem Besitz anderer Sammlungen, Auktion 28.10.1987, Los 63 (m. Farbabb.).
Heinz Spielmann (Hrsg.), Die Maler der Brücke. Sammlung Hermann Gerlinger, Stuttgart 1995, SHG-Nr. 192, S. 172 (m. Farbabb.).
Hermann Gerlinger, Katja Schneider (Hrsg.), Die Maler der Brücke. Bestandskatalog Sammlung Hermann Gerlinger, Halle (Saale) 2005, SHG-Nr. 365, S. 162 (m. Farbabb.).

"Das ehemals in der Sammlung Ernest Rathenau befindliche Blatt verrät in der rhythmischen Ordnung bei aller Freiheit des malerischen Vortrags Heckels wachsenden Sinn für Tektonik und Klarheit des Bildes. Das Blatt dürfte, der leichten Bekleidung der Fischer entsprechend, schwerlich vor Ende April 1909 zu datieren sein."
Heinz Spielmann, zit. nach: Hermann Gerlinger, Katja Schneider (Hrsg.), Die Maler der Brücke. Bestandskatalog Sammlung Hermann Gerlinger, Halle (Saale) 2005, S. 162.

Das Aquarell wird von dem locker und transparent aufgetragenen Dreiklang von Rot, Gelb und Blau bestimmt, in den nur wenige schwarze Akzente gesetzt sind. Links liegt, dunkelblau, ein Boot auf dem Sand. Schon bei diesem frühen Aquarell ist der für Heckels Meerbilder typische, leicht gebogene Horizont zu beobachten. Die mit knappen Linien skizzierten Fischer sind am Strand aufgereiht und arbeiten gemeinsam an einem Netz, das jedoch nicht zu sehen ist. Ihre Haltungen sind aber so eindeutig charakterisiert, dass an ihrer Tätigkeit kein Zweifel besteht. Im April 1909 reiste Heckel nach Italien. Es ist nicht belegt, dass er sich dort tatsächlich auch am Meer aufhielt. Aber ein Aquarell "Badende am Tiber" im Nachlass steht den "Fischern am Strand" stilistisch sehr nahe, und Fischer in kurzen Hosen, wie sie hier dargestellt sind, sind in Norddeutschland, wo sich Heckel dann im August in Dangast aufhielt, schwer vorstellbar.

Dr. Andreas Hüneke, Verfasser des neuen Werkverzeichnisses für die Gemälde Erich Heckels



15
Erich Heckel
Fischer am Strand, 1909.
Aquarell und Bleistift
Schätzung:
€ 30.000
Ergebnis:
€ 68.750

(inklusive Aufgeld)