Auktion: 533 / Modern Art Day Sale und Sammlung Hermann Gerlinger am 10.12.2022 in München Lot 456

 

456
Ernst Ludwig Kirchner
Zwei liegende Akte und eine Sitzende, Um 1910.
Schwarze Kreidezeichnung
Schätzpreis: € 20.000 - 30.000
+
Zwei liegende Akte und eine Sitzende. Um 1910.
Schwarze Kreidezeichnung.
Rechts unten signiert. Auf chamoisfarbenem Velin. 32,7 x 42,8 cm (12,8 x 16,8 in), Blattgröße. [CH].

• Der weibliche Akt im Atelier zählt in diesen Jahren zu den Hauptmotiven E. L. Kirchners und der "Brücke"-Künstler.
• Das Dresdener Atelier ist in diesen Jahren nicht nur Lebens- und Arbeitsraum der "Brücke"-Künstler, sondern auch Treffpunkt weiblicher Amateurmodelle.
• Das Motiv des lasziv auf dem Bett liegenden weiblichen Aktes erkundet Kirchner in dieser Zeit u. a. auch in dem motivisch verwandten Gemälde "Liegender Akt mit Fächer" (1909, Kunsthalle Bremen)
.

Die Arbeit ist im Ernst Ludwig Kirchner Archiv, Wichtrach/Bern, dokumentiert.

PROVENIENZ: Sammlung Dr. Walter Kaesbach (1879-1961), Berlin/Erfurt/Düsseldorf/Hemmenhofen (vor 1914 vom Künstler erworben).
Galerie Remmert und Barth, Düsseldorf (1995).
Galerie Vömel, Düsseldorf.
Sammlung Hermann Gerlinger, Würzburg (1998 vom Vorgenannten erworben, mit dem Sammlerstempel Lugt 6032).

AUSSTELLUNG: Galerie Remmert und Barth, Überblick 1995, Düsseldorf, 27.4.-29.7.1995, Kat.-Nr. 73 (m. Abb.).
E. L. Kirchner. Ölbilder, Arbeiten auf Papier, Galerie Vömel, Düsseldorf, 25.4.-25.6.1998, S. 14 (m. Abb.).
Expressiv! Die Künstler der Brücke. Die Sammlung Hermann Gerlinger, Albertina Wien, 1.6.-26.8.2007, Kat.-Nr. 140 (m. Abb.).
Kunstmuseum Moritzburg, Halle an der Saale (Dauerleihgabe aus der Sammlung Hermann Gerlinger, bis 2017).
Kirchner im KirchnerHAUS. Originale aus Privatbesitz in seinem Geburtshaus, KirchnerHAUS Museum, Aschaffenburg, 2.10.-20.12.2015, Kat.-Nr. 16 (m. Abb.)
Buchheim Museum, Bernried (Dauerleihgabe aus der Sammlung Hermann Gerlinger, 2017-2022).

LITERATUR: Hermann Gerlinger, Katja Schneider (Hrsg.), Die Maler der Brücke. Bestandskatalog Sammlung Hermann Gerlinger, Halle (Saale) 2005, SHG-Nr. 707, S. 311 (m. Abb.).

Aufrufzeit: 10.12.2022 - ca. 17.44 h +/- 20 Min.

Das Dresdener Atelier der 1905 von Ernst Ludwig Kirchner, Erich Heckel, Karl Schmidt-Rottluff und Fritz Bleyl in Dresden gegründeten Künstlergruppe "Brücke" ist in den darauffolgenden Jahren nicht nur Lebens- und Arbeitsraum der jungen Maler, sondern auch Treffpunkt für viele weibliche Amateurmodelle, die insbesondere Kirchner in zahlreichen, aus dem Moment geborenen Zeichnungen skizziert. Ebenso wie sich Kirchners künstlerisches Schaffen in diesen Jahren gegen das traditionelle Kunstverständnis richtet, entspricht auch sein Privatleben nicht den konservativen Moralvorstellungen der Wilhelminischen Ära. In seinem mit Vorhängen und Paravents dekorierten Atelier gehen die weiblichen Modelle ein und aus, es herrscht eine ungezwungene und kreative Stimmung.
In der hier angebotenen Aktdarstellung hält der ehemalige Architekturstudent Kirchner nicht nur eine alltägliche Atelierszene fest, sondern komponiert aus Interieur und sich auf Sitzmöbeln räkelnden Frauenakten ein fast architektonisches Figurenkonstrukt. Der die Modelle umgebende Raum öffnet die zunächst sehr dichte Darstellung und lenkt den Blick. Die bewusste Reduzierung auf wenige, selbstbewusst gezogene Linien bekräftigt den Eindruck einer durchdachten, sorgfältig erarbeiteten Komposition. [CH]



 

Aufgeld und Steuern zu Ernst Ludwig Kirchner "Zwei liegende Akte und eine Sitzende"
Dieses Objekt wird regel- oder differenzbesteuert angeboten.

Berechnung bei Differenzbesteuerung:
Zuschlagspreis bis 500.000 Euro: hieraus Aufgeld 32 %.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 27 % berechnet und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 2.500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 15 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 2.500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Das Aufgeld enthält die Umsatzsteuer, diese wird jedoch nicht ausgewiesen.

Berechnung bei Regelbesteuerung:
Zuschlagspreis bis 500.000 Euro: hieraus Aufgeld 25 %.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 20 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 2.500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 15 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 2.500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf die Summe von Zuschlag und Aufgeld wird die gesetzliche Umsatzsteuer, derzeit 19 %, erhoben. Als Ausnahme hiervon wird bei gedruckten Büchern der ermäßigte Umsatzsteuersatz von derzeit 7 % hinzugerechnet.

Wir bitten um schriftliche Mitteilung vor Rechnungsstellung, sollten Sie Regelbesteuerung wünschen.