Auktion: 533 / Modern Art Day Sale und Sammlung Hermann Gerlinger am 10.12.2022 in München Lot 424

 

424
Ernst Ludwig Kirchner
Plakat Emil Richter - Künstlergruppe "Brücke", 1907.
Lithografie in Grün
Schätzpreis: € 10.000 - 15.000
+
Plakat Emil Richter - Künstlergruppe "Brücke". 1907.
Lithografie in Grün.
Gerken A 35 III (von III). Dube 456. Im Stein mit der Signatur. Links unten von fremder Hand bezeichnet. Auf dünnem, gelblichem Plakatpapier. 84 x 59,5 cm (33 x 23,4 in). Papier: 94,5 x 64,4 cm37,2 x 25,3 in).
Leinwand kaschiert.
• Sehr selten.
• Es sind nur vier Exemplare verschiedener Druckzustände dieses Plakates bekannt.
• Davon befinden sich drei in Museen: Kupferstichkabinett Dresden, Chicago Art Institute und Brücke-Museum Berlin.
• Exemplar ohne die typografische Bezeichnung "Kunstanstalt Wilhelm Hoffmann A.-G. Dresden" links unten
.

Wir danken Herrn Prof. Dr. Günther Gercken für die freundliche Auskunft.

PROVENIENZ: Sammlung Hermann Gerlinger, Würzburg (mit dem Sammlerstempel Lugt 6032).

AUSSTELLUNG: Schleswig-Holsteinisches Landesmuseum Schloss Gottorf, Schleswig (Dauerleihgabe aus der Sammlung Hermann Gerlinger, 1995-2001).
Expressiv! Die Künstler der Brücke. Die Sammlung Hermann Gerlinger, Albertina, Wien, 1.6.-26.8.2007, Kat.-Nr. 125, S. 204 (m. Abb.).
Kunstmuseum Moritzburg, Halle an der Saale (Dauerleihgabe aus der Sammlung Hermann Gerlinger, 2001-2017).
Buchheim Museum, Bernried (Dauerleihgabe aus der Sammlung Hermann Gerlinger, 2017-2022).

LITERATUR: Hans Bollinger, E. W.Kornfeld, Ausstellung Künstlergruppe Brücke. Jahresmappen 1906-12, Bern 1958, S. 31, Nr. 48.
Heinz Spielmann (Hrsg.), Die Maler der Brücke. Sammlung Hermann Gerlinger, Stuttgart 1995, SHG-Nr. 49, S. 105.
Hermann Gerlinger, Katja Schneider (Hrsg.), Die Maler der Brücke. Bestandskatalog Sammlung Hermann Gerlinger, Halle (Saale) 2005, SHG-Nr. 674, S. 298.

Aufrufzeit: 10.12.2022 - ca. 17.02 h +/- 20 Min.

Zu den größeren Dresdner "Brücke"-Ausstellungen 1907, 1908 und 1909 im Kunstsalon Emil Richter auf der Prager Straße werden vermutlich keine Einladungskarten gestaltet, dafür aber Ausstellungsplakate, die damals aufgrund ihrer ungewöhnlichen Gestaltung Aufsehen erregen mussten. Das Plakat als Werbeträger gewinnt ab der Mitte des 19. Jahrhunderts mit der Erfindung der Lithografie als Massenprintmedium große Beliebtheit. Besonders Künstler wie Henri de Toulouse-Lautrec, Pierre Bonnard oder Alphonse Mucha gestalten farbprächtige Hinweise auf Ereignisse im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts. Das Plakat wird zum Kunstwerk erhoben und auch neu produzierbare Papiergrößen scheinen dem Medium keine Grenzen zu setzen. Die jungen "Brücke"-Künstler sind vertraut mit der Wirkung von Plakaten, nicht zuletzt belegen sie Kurse an der Königlich Technischen Hochschule in Dresden bei Jean-Louis Sponsel, allerdings ohne dessen jugendstillastige, unpersönliche Gestaltung in Gänze zu übernehmen. Vor allem Heckel und Kirchner sehen in diesem Verbreitungsmedium die Chance, mit persönlichen Motiven Aufmerksamkeit zu erreichen. Das von Kirchner gestaltete Plakat für die erste Ausstellung im Kunstsalon Richter erfüllt diese Maxime: Ein tanzendes, sich drehendes Mädchen steht für die unmittelbar und spontan gezeichnete Energie, die sich im aufbauschenden Rock, in den kreisenden Schwingungen des Hintergrundes fühlen lässt. Kirchner nutzt zwar, der einfacheren Reproduzierbarkeit geschuldet, die lithografische Technik. Die Art und Weise der Zeichnung aber, der Wechsel von gedruckter schwarzer Dichte und unbedruckten Flächen entspricht mehr dem klassischen Holzschnitt, dem eigentlichen Medium des Künstlers. [MvL]



 

Aufgeld und Steuern zu Ernst Ludwig Kirchner "Plakat Emil Richter - Künstlergruppe "Brücke""
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