Auktion: 533 / Modern Art Day Sale und Sammlung Hermann Gerlinger am 10.12.2022 in München Lot 400

 

400
Ernst Ludwig Kirchner
Signet der Künstlervereinigung Brücke, 1905.
Holzschnitt
Schätzpreis: € 2.000 - 3.000
+
Signet der Künstlervereinigung Brücke. 1905.
Holzschnitt.
Gercken A-24. Dube H 692. Eines von 3 bekannten Exemplaren. Auf gräulichem Karton. 5 x 6,5 cm (1,9 x 2,5 in). Papier: 7 x 8,4 cm (2,8 x 3,3 in).
Verso Fragment eines früheren Zustands des Holzschnitts "Idiot 4" (Gercken 5). [SM].
• Nur eines von drei bekannten Exemplaren.
• Neben diesem Exemplar wurde bisher kein weiteres auf dem internationalen Auktionsmarkt angeboten (Quelle: artprice.com).
• Das erste Signet der jungen Künstlervereinigung "Brücke"
.

PROVENIENZ: Privatsammlung Baden-Württemberg (bis 28.5.1990: Galerie Wolfgang Ketterer).
Sammlung Hermann Gerlinger, Würzburg (mit dem Sammlerstempel Lugt 6032, vom Vorgenannten erworben).

AUSSTELLUNG: Schleswig-Holsteinisches Landesmuseum Schloss Gottorf, Schleswig (Dauerleihgabe aus der Sammlung Hermann Gerlinger, 1995-2001).
Kunstmuseum Moritzburg, Halle an der Saale (Dauerleihgabe aus der Sammlung Hermann Gerlinger, 2001-2017).
Buchheim Museum, Bernried (Dauerleihgabe aus der Sammlung Hermann Gerlinger, 2017-2022).

LITERATUR: Hans Wentzel, Unbekannte gebrauchsgraphische Arbeiten von Ernst Ludwig Kirchner, in: Jahrbuch der Hamburger Kunstsammlungen, 1968, S. 142 (anderes Exemplar).
Galerie Wolfgang Ketterer, München, 150. Auktion, 19. und 20. Jahrhundert, Katalog I, 28.5.1990, Los-Nr. 228.(mit SW-Abb.).
Heinz Spielmann (Hrsg.), Die Maler der Brücke. Sammlung Hermann Gerlinger, Stuttgart 1995, S. 98, SHG-Nr. 35.
Hermann Gerlinger, Katja Schneider (Hrsg.), Die Maler der Brücke. Bestandskatalog Sammlung Hermann Gerlinger, Halle (Saale) 2005, S. 286, SHG-Nr. 645.

Aufrufzeit: 10.12.2022 - ca. 16.30 h +/- 20 Min.

Signets und Vignetten als konstante Werbemaßnahme in einer Vielzahl von Formen und Funktionen entwickeln die jungen Künstler zu einem wichtigen Markenzeichen ihrer Vereinigung. Den wohl ersten Entwurf eines Signets für die "Brücke" schneidet Ernst Ludwig Kirchner. Eine symbolhaft-erzählerische Szene wird von zwei Schriftbalken gerahmt: oben "Künstlervereinigung" und unten "Brücke". Das Motiv verweist nicht nur auf den Namen der Gruppe, sondern auch auf deren reformerische Vorstellung: mitten auf einer Brücke über einem Gewässer steht eine nackte Frauengestalt, ihre Arme gen Himmel ausgebreitet. Zwei männliche Figuren, ebenfalls nackt, sitzen am Ufer im Rücken der Frau und beobachten die esoterisch aufgeladene Szene. Dieses emblematische Motiv einer die Arme in den Himmel reckenden Figur gehört um 1900 zu den populärsten, beliebtesten und in den ersten Jahren des Jahrhunderts allseits bekannten Plakaten, das der Maler und Lebensreformer Hugo Höppener, besser bekannt als Fidus, in seinem "Lichtgebet" verdichtet: Ein nackter junger Mann auf dem Felsen reckt die Arme gen Himmel der Sonne entgegen und verkörpert sämtliche Sehnsüchte der deutschen Jugendbewegung: Hoffnungen auf Heil, Erlösung und Aufbruch, asketische Feier von Nacktheit und Schönheit, von Gesundheit, Kraft und Willen. Kurz: die Befreiung von allen zivilisatorischen Zwängen, ein deutliches Bekenntnis zur Sehnsucht der Künstler, die sie sehr bald in ihren Ateliers oder in Freiheit und Naturnähe an den Moritzburger Teichen ausleben werden. [MvL]



 

Aufgeld und Steuern zu Ernst Ludwig Kirchner "Signet der Künstlervereinigung Brücke"
Dieses Objekt wird regel- oder differenzbesteuert angeboten.

Berechnung bei Differenzbesteuerung:
Zuschlagspreis bis 500.000 Euro: hieraus Aufgeld 32 %.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 27 % berechnet und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 2.500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 15 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 2.500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Das Aufgeld enthält die Umsatzsteuer, diese wird jedoch nicht ausgewiesen.

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Zuschlagspreis bis 500.000 Euro: hieraus Aufgeld 25 %.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 20 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 2.500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 15 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 2.500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf die Summe von Zuschlag und Aufgeld wird die gesetzliche Umsatzsteuer, derzeit 19 %, erhoben. Als Ausnahme hiervon wird bei gedruckten Büchern der ermäßigte Umsatzsteuersatz von derzeit 7 % hinzugerechnet.

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