Auktion: 533 / Modern Art Day Sale und Sammlung Hermann Gerlinger am 10.12.2022 in München Lot 483

 

483
Erich Heckel
Damenringkampf, 1910.
Farbige Kreidezeichnung auf einer Postkarte an ...
Schätzpreis: € 20.000 - 30.000
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Damenringkampf. 1910.
Farbige Kreidezeichnung auf einer Postkarte an Emy Frisch.
9 x 14 cm (3,5 x 5,5 in).
Mit dem Poststempel "Dresden 17.2.10". Adressiert an "Frl. Emy Frisch, Friedenau b. Berlin, Kaiserallee [..]" und mit dem nicht mehr vollständig lesbaren Text "Besten Dank für die Gastfreundschaft für meine Bilder. Ich habe nach Bremen [..] herzl. Gruss D. Erich".
• Erich Heckel verwandelt seine Postkarte in ein Kunstwerk kleinsten Formats.
• Adressiert an Emy Frisch, die dem erweiterten Freundeskreis der "Brücke"-Künstler angehört.
• Schon früh entdeckt die Künstlergemeinschaft die Postkarte als ideale Kommunikationsform.
• Zahlreiche dieser Schriftstücke befinden sich heute in Museumsbesitz, wie etwa im Brücke-Museum Berlin oder im Altonaer Museum, Hamburg
.

Das Werk ist im Nachlass Erich Heckel, Hemmenhofen am Bodensee, verzeichnet. Wir danken Frau Renate Ebner und Herrn Hans Geissler für die freundliche Unterstützung.

PROVENIENZ: Emy Frisch, Friedenau (Berlin).
Sammlung Hermann Gerlinger, Würzburg (mit dem Sammlerstempel Lugt 6032).

AUSSTELLUNG: Schleswig-Holsteinisches Landesmuseum, Schloss Gottorf, Schleswig (Dauerleihgabe aus der Sammlung Hermann Gerlinger, 1995-2001).
Kunstmuseum Moritzburg, Halle an der Saale (Dauerleihgabe aus der Sammlung Hermann Gerlinger, 2001-2017).
Erich Heckel, Einfühlung und Ausdruck, Buchheim Museum, Bernried, 31.10.2020-7.3.2021, verlängert bis 20.6.2021 (m. Farbabb. S. 124).
Buchheim Museum, Bernried (Dauerleihgabe aus der Sammlung Hermann Gerlinger, 2017-2022).

LITERATUR: Heinz Spielmann (Hrsg.), Die Maler der Brücke. Sammlung Hermann Gerlinger, Stuttgart 1995, S. 182, SHG-Nr. 209 (m. Farbabb.).
Hermann Gerlinger, Katja Schneider (Hrsg.), Die Maler der Brücke. Bestandskatalog Sammlung Hermann Gerlinger, Halle (Saale) 2005, S. 171, SHG-Nr. 386 (m. Farbabb.).

"Die gedruckten, gezeichneten oder aquarellierten Postkarten der 'Brücke'-Künstler sind nicht nur Kunstwerke im Miniaturformat, sondern auch Dokumente des Lebens und Schaffens der Künstler."
Magdalena M. Möller, Besten Gruß. Künstlerpostkaten der "Brücke", München Berlin 2012, S. 8.

Aufrufzeit: 10.12.2022 - ca. 18.20 h +/- 20 Min.

Seine Postkarte mit der farbigen Zeichnung eines Damenringkampfs adressiert Erich Heckel im Jahr 1910 an Emy Frisch, die 1919 Karl Schmidt-Rottluff heiratet. Zusammen mit ihrem Bruder Hans Frisch zählt sie schon früh zum erweiterten Freundeskreis der "Brücke"-Künstler und ist zunächst für einige Zeit mit Ernst Ludwig Kirchner liiert. Hans Frisch wird bereits 1908 im Verzeichnis der passiven Mitglieder der "Brücke" genannt und hatte den Plan, mit Ernst Ludwig Kirchner und Erich Heckel ein Haus auf Fehmarn zu erwerben. Nach einem Zerwürfnis zwischen Emy Frisch und Ernst Ludwig Kirchner kommt es jedoch nicht mehr dazu. Wie die Postkarte zeigt, bleibt Erich Heckel allerdings weiterhin mit Emy Frisch in Kontakt. Er bedankt sich bei ihr für die "Gastfreundschaft für meine Bilder" und sendet herzliche Grüße von Dresden nach Berlin. In dieser Zeit nutzen die "Brücke"-Künstler die kleinen Karten regelmäßig für Mitteilungen von ihren Reisen, bedanken sich für einen Gefallen oder treffen kurzfristige Absprachen. Die freie Fläche auf der Vorderseite versehen sie dabei stets mit eigenen Zeichnungen, Aquarellen oder Holzschnitten, die bis heute einen Einblick in die Vielfalt der Motive der "Brücke"-Zeit ermöglichen. Die Zeichnung des Damenringkampfs etwa entsteht in einer Phase, in der die Künstler die Welt des Zirkus, des Tanzes und Theaters entdecken. Das Einfangen der Bewegung und des schnell vergänglichen Augenblicks stellt dabei die besondere Herausforderung dar, worin Erich Heckel großes Können beweist. Mit schnellem, kräftigem Strich fängt er die Szenen ein und überträgt die Bewegungen aufs Papier. Trotz des kleinen Formats von nur 9 x 14 Zentimetern ist die Postkarte somit voller Hinweise über Erich Heckels Leben und Schaffen im Jahr 1910. Wie kaum ein anderes Medium sind die selbst gestalteten Grußkarten Ausdruck des besonderen Geistes der Künstlergemeinschaft "Brücke", ihrer Freundschaft, ihres gemeinsamen künstlerischen Weges und Einfallreichtums. [AR]



 

Aufgeld, Steuern und Folgerechtsvergütung zu Erich Heckel "Damenringkampf"
Dieses Objekt wird regel- oder differenzbesteuert angeboten, Folgerechtsvergütung fällt an.

Berechnung bei Differenzbesteuerung:
Zuschlagspreis bis 500.000 Euro: hieraus Aufgeld 32 %.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 27 % berechnet und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 2.500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 15 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 2.500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Das Aufgeld enthält die Umsatzsteuer, diese wird jedoch nicht ausgewiesen.

Berechnung bei Regelbesteuerung:
Zuschlagspreis bis 500.000 Euro: hieraus Aufgeld 25 %.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 20 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 2.500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 15 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 2.500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf die Summe von Zuschlag und Aufgeld wird die gesetzliche Umsatzsteuer, derzeit 19 %, erhoben. Als Ausnahme hiervon wird bei gedruckten Büchern der ermäßigte Umsatzsteuersatz von derzeit 7 % hinzugerechnet.

Wir bitten um schriftliche Mitteilung vor Rechnungsstellung, sollten Sie Regelbesteuerung wünschen.

Berechnung der Folgerechtsvergütung:
Für Werke lebender Künstler oder von Künstlern, die vor weniger als 70 Jahren verstorben sind, fällt gemäß § 26 UrhG eine Folgerechtsvergütung in folgender Höhe an:
4% des Zuschlags ab 400,00 Euro bis zu 50.000 Euro,
weitere 3 % Prozent für den Teil des Zuschlags von 50.000,01 bis 200.000 Euro,
weitere 1 % für den Teil des Zuschlags von 200.000,01 bis 350.000 Euro,
weitere 0,5 Prozent für den Teil des Zuschlags von 350.000,01 bis 500.000 Euro und
weitere 0,25 Prozent für den Teil Zuschlags über 500.000 Euro.
Der Gesamtbetrag der Folgerechtsvergütung aus einer Weiterveräußerung beträgt höchstens 12.500 Euro.

Die Folgerechtsvergütung ist umsatzsteuerfrei.