Auktion: 533 / Modern Art Day Sale und Sammlung Hermann Gerlinger am 10.12.2022 in München Lot 484

 

484
Hermann Max Pechstein
Soirée, 1911.
Farbstiftzeichnung über Tusche auf Postkarte
Schätzpreis: € 20.000 - 30.000
+
Soirée. 1911.
Farbstiftzeichnung über Tusche auf Postkarte.
14 x 9 cm (5,5 x 3,5 in), blattgroß.
Verso handschriftlich in Tusche bezeichnet: "Frau Minya Diez-Dührkoop / Hamburg / Jungfernstieg 34 / Sehr verehrte Frau Diez-Dk / Roter Wein im grünen Glas / Gelber Leib im roten Kleid, / es ist noch gut im alten / Backhaus Mit den herzlichsten / Grüßen Ihr M. Pechstein / Ganz Ihr ergebener E.L. Kirchner Otto Mueller" sowie Poststempel Berlin, 8.1.1911. [KT].
• Hermann Max Pechstein verwandelt seine Postkarte in ein Kunstwerk kleinsten Formats.
• Namhafte Erstbesitzerin: Diéz-Dührkoop ist eine erfolgreiche Fotografin mit eigenem Atelier und gehört zum engeren Zirkel um die "Brücke"-Künstler.
• Besonders mit Max Pechstein verbindet sie eine enge Freundschaft, wie zahlreiche Fotos, Postkarten und gesammelte Gemälde und Grafiken bezeugen.
• Charakteristisches Motiv Pechsteins: Variété, Tanz und Gesellschaft prägen sein Schaffen.
• Entstanden zu Beginn des Jahres 1911, in dem die Mitglieder nach Berlin umsiedeln
.

PROVENIENZ: Minya Diéz-Dührkoop (1873–1929), Hamburg.
Sammlung Ernest Rathenau, Berlin/New York/Bad Nauheim (bis 1986).
Galerie Dr. Rainer Horstmann, Hamburg (1987 aus dem Nachlass des Vorgenannten erworben: Sotheby's München).
Sammlung Hermann Gerlinger, Würzburg (mit dem Sammlerstempel Lugt 6032).

AUSSTELLUNG: Schleswig-Holsteinisches Landesmuseum, Schloss Gottorf, Schleswig (Dauerleihgabe aus der Sammlung Hermann Gerlinger, 1995-2001).
Expressiv! Die Künstler der Brücke. Die Sammlung Hermann Gerlinger, Albertina Wien, 1.6.-26.8.2007, Kat.-Nr. 221 (m. Abb.).
Kunstmuseum Moritzburg, Halle an der Saale (Dauerleihgabe aus der Sammlung Hermann Gerlinger, 2001-2017).
Buchheim Museum, Bernried (Dauerleihgabe aus der Sammlung Hermann Gerlinger, 2017-2022).

LITERATUR: Sotheby's, München, Deutsche Kunst des 20. Jahrhunderts. Aus der Sammlung von Dr. Ernest Rathenau und aus dem Besitz anderer Sammlungen, Auktion 28.10.1987, Los 54 (m. Farbabb.).
Heinz Spielmann (Hrsg.), Die Maler der Brücke. Sammlung Hermann Gerlinger, Stuttgart 1995, S. 246, SHG-Nr. 352 (m. Abb.).
Hermann Gerlinger, Katja Schneider (Hrsg.), Die Maler der Brücke. Bestandskatalog Sammlung Hermann Gerlinger, Halle (Saale) 2005, S. 394, SHG-Nr. 863 (m. Abb.).

Aufrufzeit: 10.12.2022 - ca. 18.22 h +/- 20 Min.

Von den "Brücke"-Künstlern verbindet vor allem Hermann Max Pechstein mit den Jahren eine intensivere Freundschaft mit Minya Diez-Dührkoop, eine der ersten bekannteren weiblichen Fotografinnen. In Hamburg am Jungfernstieg 34 arbeitet sie im Atelier ihres Vaters, das sie 1918 alleine übernimmt. Unterzeichnet ist die Postkarte auch von Kirchner und Mueller; Diez-Dührkoop erwirbt 1910 die passive "Brücke"-Mitgliedschaft, in ihrer Sammlung befinden sich Werke von Pechstein, Schmidt-Rottluff und Radziwill. Aus Dresden war Pechstein als erster "Brücke"-Maler schon 1908 nach seiner Parisreise nach Berlin gekommen, die weiteren Mitglieder folgten 1911. Ein besonderes Interesse gilt seit der Pariser Zeit der bunten und schillernden Welt der Cabarets, Varietés, dem Ballett und Theater. Pechstein nimmt sowohl Tänzer und Künstler als auch das Publikum zum Motiv – in schnellen, lockeren Strichen fängt er die aus der Loge kommenden eleganten Damen und schwarz gekleideten Herren ein. [KT]



 

Aufgeld, Steuern und Folgerechtsvergütung zu Hermann Max Pechstein "Soirée"
Dieses Objekt wird regel- oder differenzbesteuert angeboten, Folgerechtsvergütung fällt an.

Berechnung bei Differenzbesteuerung:
Zuschlagspreis bis 500.000 Euro: hieraus Aufgeld 32 %.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 27 % berechnet und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 2.500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 15 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 2.500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Das Aufgeld enthält die Umsatzsteuer, diese wird jedoch nicht ausgewiesen.

Berechnung bei Regelbesteuerung:
Zuschlagspreis bis 500.000 Euro: hieraus Aufgeld 25 %.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 20 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 2.500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 15 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 2.500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf die Summe von Zuschlag und Aufgeld wird die gesetzliche Umsatzsteuer, derzeit 19 %, erhoben. Als Ausnahme hiervon wird bei gedruckten Büchern der ermäßigte Umsatzsteuersatz von derzeit 7 % hinzugerechnet.

Wir bitten um schriftliche Mitteilung vor Rechnungsstellung, sollten Sie Regelbesteuerung wünschen.

Berechnung der Folgerechtsvergütung:
Für Werke lebender Künstler oder von Künstlern, die vor weniger als 70 Jahren verstorben sind, fällt gemäß § 26 UrhG eine Folgerechtsvergütung in folgender Höhe an:
4% des Zuschlags ab 400,00 Euro bis zu 50.000 Euro,
weitere 3 % Prozent für den Teil des Zuschlags von 50.000,01 bis 200.000 Euro,
weitere 1 % für den Teil des Zuschlags von 200.000,01 bis 350.000 Euro,
weitere 0,5 Prozent für den Teil des Zuschlags von 350.000,01 bis 500.000 Euro und
weitere 0,25 Prozent für den Teil Zuschlags über 500.000 Euro.
Der Gesamtbetrag der Folgerechtsvergütung aus einer Weiterveräußerung beträgt höchstens 12.500 Euro.

Die Folgerechtsvergütung ist umsatzsteuerfrei.