Auktion: 530 / Evening Sale / Sammlung Hermann Gerlinger am 10.06.2022 in München Lot 43

 

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Karl Schmidt-Rottluff
Leuchtturm, 1922.
Aquarell und Tuschpinsel über Bleistift
Schätzpreis: € 40.000 - 60.000
+
Leuchtturm. 1922.
Aquarell und Tuschpinsel über Bleistift.
Rechts unten signiert. Verso mit Bleistift bezeichnet "Leuchtturm". Auf leichtem Karton. 52 x 41 cm (20,4 x 16,1 in), blattgroß.
[KT].

• Wichtiges Motiv in beeindruckend leuchtenden Farben.
• Der einstige Student der Architektur ist sichtlich von der ungewöhnlichen Bauweise des Leuchtturms faziniert.
• Von einzigartiger futuristischer Lebhaftigkeit.
• Ausgestellt in der wichtigen Retrospektive im Lenbachhaus München 1989
.

Das Aquarell ist im Archiv der Karl und Emy Schmidt-Rottluff Stiftung, Berlin dokumentiert.

PROVENIENZ: Sammlung Hermann Gerlinger, Würzburg (mit dem Sammlerstempel).

AUSSTELLUNG: Karl Schmidt-Rottluff zum 100. Geburtstag. Verzeichnis der ausgestellten Werke, Schleswig-Holsteinisches Landesmuseum, Schloss Gottorf, Schleswig, 3.6.-12.8.1984, Kat.-Nr. 103 (m. Abb.).
Karl Schmidt-Rottluff, Retrospektive, Kunsthalle Bremen, 16.6.-10.9.1989; Städtische Galerie im Lenbachhaus, München, 27.9.-3.12.1989, Kat.-Nr. 247 (m. Abb.; u. Abb. Taf. 84).
Schleswig-Holsteinisches Landesmuseum Schloss Gottorf, Schleswig (Dauerleihgabe aus der Sammlung Hermann Gerlinger, 1995-2001).
Kunstmuseum Moritzburg, Halle an der Saale (Dauerleihgabe aus der Sammlung Hermann Gerlinger, 2001-2017).
Expressiv! Die Künstler der Sammlung Hermann Gerlinger, Albertina, Wien, 1.6.-26.8.2007, Kat.-Nr. 63 (m. Farbabb.).
Schmidt-Rottluff. Form, Farbe, Ausdruck, Buchheim Museum, Bernried am Starnberger See, 29.9.2018-3.2.2019, S. 255 (m. Abb.).
Buchheim Museum, Bernried (Dauerleihgabe aus der Sammlung Hermann Gerlinger, 2017-2022).

LITERATUR: Heinz Spielmann (Hrsg.), Die Maler der Brücke. Sammlung Hermann Gerlinger, Stuttgart 1995, S. 398, SHG-Nr. 694 (m. Abb.).
Hermann Gerlinger, Katja Schneider (Hrsg.), Die Maler der Brücke. Bestandskatalog Sammlung Hermann Gerlinger, Halle (Saale) 2005, S. 99, SHG-Nr. 209 (m. Abb.).

Aufrufzeit: 10.06.2022 - ca. 18.24 h +/- 20 Min.

Leuchttürme, in ihrer merkwürdig überlängten Architektur Küsten und Landschaften beherrschend, üben auf die "Brücke"-Künstler eine große Anziehung aus. Kirchner widmet dem Leuchtturm von Staberhuk auf Fehmarn nicht nur mehrere Werke, er bezieht sogar bei dem Leuchtturmwärter eine Wohnung während seiner Sommeraufenthalte in den Jahren 1912 bis 1914. In Heckels Landschaften, die während seines Aufenthalts im Ersten Weltkrieg in Ostende entstehen, beherrscht das Leuchtfeuer bisweilen die Motive. Und auch in Pechsteins Nidden-Landschaften lassen sich ab 1911 Leuchttürme entdecken. In dieser Anschauung des markanten Leuchtturms im pommerschen Jershöft (heute das polnische Seebad Jaroslawiec) übertrifft Karl Schmidt-Rottluff allerdings seine ehemaligen Künstlerfreunde in der Bewegtheit der Ausführung.

Im Sommer 1920 erreicht Schmidt-Rottluff, von Berlin kommend, zum ersten Mal den Fischerort Jershöft mit diesem ungewöhnlichen Leuchtturm als markantem Zeichen: ein 1865 in leichter Abstufung mit Backstein erbauter Turm, stolze 35 Meter hoch. (Abb.) Auf einem seiner ersten Gemälde, die er 1920 an diesem Ort malt, erscheint der Turm mit einer Windmühle, dazwischen wohl ein Gehöft unter bewegtem Himmel. (Abb.) Zwei Jahre später entsteht dieses reichliche Euphorie zeigende Aquarell: Schmidt-Rottluff empfindet den Turm in einer gesteigerten Überhöhung, lässt den wehrhaften Riesen in seiner nach oben verjüngenden Abstufung förmlich im Sturm wankend in den Himmel ragen. Auch die vom Wind zerzausten Bäume und das neben dem Leuchtturm befindliche Haus sind einbezogen in die bewegte, futuristisch anmutende Komposition. Der einstige Student der Architektur ist sichtlich von der ungewöhnlichen Zeichnung des Turms beeindruckt und gibt diesem Gefühl begeisterten wie grotesken Ausdruck. [MvL]



 

Aufgeld, Steuern und Folgerechtsabgabe zu Karl Schmidt-Rottluff "Leuchtturm"
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Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 2.500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 15 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 2.500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
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Auf die Summe von Zuschlag und Aufgeld wird die gesetzliche Umsatzsteuer, derzeit 19 %, erhoben. Als Ausnahme hiervon wird bei gedruckten Büchern der ermäßigte Umsatzsteuersatz von derzeit 7 % hinzugerechnet.

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Berechnung der Folgerechtsvergütung:
Für Werke von Künstlern die vor weniger als 70 Jahren verstorben sind, fällt gemäß § 26 UrhG eine Folgerechtsvergütung in folgender Höhe an:
4% des Zuschlags ab 400,00 Euro bis zu 50.000 Euro,
weitere 3 % Prozent für den Teil des Zuschlags von 50.000,01 bis 200.000 Euro,
weitere 1 % für den Teil des Zuschlags von 200.000,01 bis 350.000 Euro,
weitere 0,5 Prozent für den Teil des Zuschlags von 350.000,01 bis 500.000 Euro und
weitere 0,25 Prozent für den Teil Zuschlags über 500.000 Euro.
Der Gesamtbetrag der Folgerechtsvergütung aus einer Weiterveräußerung beträgt höchstens 12.500 Euro.

Die Folgerechtsvergütung ist umsatzsteuerfrei.