Auktion: 533 / Modern Art Day Sale und Sammlung Hermann Gerlinger am 10.12.2022 in München Lot 410

 

410
Karl Schmidt-Rottluff
Mitgliedskarte für das Jahr 1911, 1910.
Holzschnitt, dreiteilig
Schätzpreis: € 6.000 - 8.000
+
Mitgliedskarte für das Jahr 1911. 1910.
Holzschnitt, dreiteilig.
Schapire G 13. Bolliger 35. Links unten signiert und datiert. Auf rötlich-braunem Karton. Holzschnitte je 16,7 x 12,7 cm (6,5 x 5 in). Papier: 21,5 x 44,4 cm (8,4 x 17,4 in).
Ausgestellt für "F. Hassler" (mit handschriftlicher Bezeichnung in Tusche). Gedruckt von der Brückenpresse. [KT].
• Letzte der Mitgliedskarten der "Brücke".
• Besonders großes und repräsentatives Blatt, von Schmidt-Rottluff als Triptychon gestaltet.
• Aus dem Besitz von Franz Hassler (1874–1942), Freund Rosa Schapires und auch von Wilhelm Niemeyer, der nach dem Tod Hasslers Kunstwerke aus dessen Sammlung übernimmt.
• Der Chemiker, Philosoph und Sammler Franz Hassler ist besonders an den Arbeiten Schmidt-Rottluffs interessiert und steht mit diesem vor allem 1911 in Hamburg in engem Kontakt
.

Das Werk ist im Archiv der Karl und Emy Schmidt-Rottluff Stiftung, Berlin dokumentiert.

PROVENIENZ: Franz Hassler (1874–1942), Hamburg-Volksdorf.
Sammlung Hermann Gerlinger, Würzburg (mit dem Sammlerstempel Lugt 6032).

AUSSTELLUNG: Karl Schmidt-Rottluff zum 100. Geburtstag, Schleswig-Holsteinisches Landesmuseum, Schloss Gottorf, 3.6.-12.8.1984, Kat.-Nr. 171.
Schleswig-Holsteinisches Landesmuseum Schloss Gottorf, Schleswig (Dauerleihgabe aus der Sammlung Hermann Gerlinger, 1995-2001).
Kunstmuseum Moritzburg, Halle an der Saale (Dauerleihgabe aus der Sammlung Hermann Gerlinger, 2001-2017).
Die Brücke und die Moderne, 1904-1914, Bucerius-Kunst-Forum, Hamburg, 17.10.2004-23.1.2005, Kat.-Nr. 53 (m. Abb.).
Buchheim Museum, Bernried (Dauerleihgabe aus der Sammlung Hermann Gerlinger, 2017-2022).

LITERATUR: Rosa Schapire, Karl Schmidt-Rottluffs graphisches Werk bis 1923, Berlin 1924, G 13.
Ernest Rathenau (Hrsg.), Rosa Schapire, Karl Schmidt-Rottluff: graphisches Werk bis 1923, Tafelband, New York 1987, G 13 (m. Abb., anderes Exemplar).
Hans Bolliger, E. W. Kornfeld (Hrsg.), Ausstellung Künstlergruppe Brücke. Jahresmappen 1906-1912, Bern 1958, S. 25, Nr. 35. (m. Abb., anderes Exemplar).
Hans Bolliger, Die Publikationen und Dokumente der Künstlergruppe „Brücke“, in: Philobiblon, Jg. III, Heft 1, März 1959, S. 41-71, Nr. 32 (m. Abb., anderes Exemplar).
Hans Bolliger, Die Publikationen und Dokumente der Künstlergruppe „Brücke“, in: Die Jahresmappen der „Brücke“ 1906-1912, hrsg. von Magdalena Moeller, Ausst.-Kat. Brücke-Museum Berlin, Berlin 1989, S. 12-31 (m. Abb. S. 22, anderes Exemplar).
Heinz Spielmann (Hrsg.), Die Maler der Brücke. Sammlung Hermann Gerlinger, Stuttgart 1995, S. 115, SHG-Nr. 71 (m. Abb.).
Hermann Gerlinger, Katja Schneider (Hrsg.), Die Maler der Brücke. Bestandskatalog Sammlung Hermann Gerlinger, Halle (Saale) 2005, S. 51, SHG-Nr. 76 (m. Abb.).

Aufrufzeit: 10.12.2022 - ca. 16.43 h +/- 20 Min.

Für die Mitgliedskarte des Jahres 1911 orientierte sich Karl Schmidt-Rottluff am Schema der Karte von Max Pechstein, erweitert jedoch das Diptychon zu einem Triptychon: Zwei für den Künstler typische Halbakte flankieren die Texttafel in der Mitte. Wie schon Kirchner und Pechstein entwickelt Schmidt-Rottluff eine kraftvolle, einzigartige Schrifttype. Die Mitgliedskarte 1911 ist die letzte. Nachdem alle Dresdner "Brücke"-Künstler 1911 nach Berlin umgezogen sind, verliert der Gruppengedanke an Bedeutung. Und vielleicht ist dies auch der Grund, warum 1912 keine neue Mitgliedskarte entworfen wird; Otto Mueller wäre wohl an der Reihe gewesen.
Der Lebensmittelchemiker Franz Hassler (1874–1942) lebt in Hamburg und wird 1910 vermutlich von Rosa Schapire als Mitglied geworben. Auch ist er mit dem Kunsthistoriker Wilhelm Niemeyer befreundet, einem weiteren passiven Mitglied und Förderer von Schmidt-Rottluff zu dessen Hamburger Zeit. [MvL]



 

Aufgeld, Steuern und Folgerechtsvergütung zu Karl Schmidt-Rottluff "Mitgliedskarte für das Jahr 1911"
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Zuschlagspreis bis 500.000 Euro: hieraus Aufgeld 32 %.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 27 % berechnet und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 2.500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 15 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 2.500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Das Aufgeld enthält die Umsatzsteuer, diese wird jedoch nicht ausgewiesen.

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Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 20 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 2.500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 15 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 2.500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf die Summe von Zuschlag und Aufgeld wird die gesetzliche Umsatzsteuer, derzeit 19 %, erhoben. Als Ausnahme hiervon wird bei gedruckten Büchern der ermäßigte Umsatzsteuersatz von derzeit 7 % hinzugerechnet.

Wir bitten um schriftliche Mitteilung vor Rechnungsstellung, sollten Sie Regelbesteuerung wünschen.

Berechnung der Folgerechtsvergütung:
Für Werke lebender Künstler oder von Künstlern, die vor weniger als 70 Jahren verstorben sind, fällt gemäß § 26 UrhG eine Folgerechtsvergütung in folgender Höhe an:
4% des Zuschlags ab 400,00 Euro bis zu 50.000 Euro,
weitere 3 % Prozent für den Teil des Zuschlags von 50.000,01 bis 200.000 Euro,
weitere 1 % für den Teil des Zuschlags von 200.000,01 bis 350.000 Euro,
weitere 0,5 Prozent für den Teil des Zuschlags von 350.000,01 bis 500.000 Euro und
weitere 0,25 Prozent für den Teil Zuschlags über 500.000 Euro.
Der Gesamtbetrag der Folgerechtsvergütung aus einer Weiterveräußerung beträgt höchstens 12.500 Euro.

Die Folgerechtsvergütung ist umsatzsteuerfrei.