Auktion: 530 / Evening Sale / Sammlung Hermann Gerlinger am 10.06.2022 in München Lot 18

 

18
Karl Schmidt-Rottluff
Liegender Akt, 1911.
Schwarze Kreide
Schätzpreis: € 15.000 - 20.000
+
Liegender Akt. 1911.
Schwarze Kreide.
Rechts unten signiert und datiert. Auf chamoisfarbenem Velin, Rheinische Papierfabrik Neuss (mit dem Wasserzeichen). 33,5 x 43 cm (13,1 x 16,9 in), Blattgröße.
[KT].

• Mit sicherem Strich inszeniert Schmidt-Rottluff mit schwarzer Kreide einen klassisch ausgeführten, liegenden Akt auf einem – nicht sichtbaren – Kanapee.
• Die elegante Ausführung erinnert an die legendären Viertelstundenakte, welche die jungen "Brücke"-Künstler gemeinsam mit Modellen hartnäckig übten, um Formen und Stellungen der Körper zu verinnerlichen
.

Das Werk ist im Archiv der Karl und Emy Schmidt-Rottluff Stiftung, Berlin dokumentiert.

PROVENIENZ: Privatsammlung Hessen (1975, Hofheim/Taunus).
Sammlung Hermann Gerlinger, Würzburg (mit dem Sammlerstempel).

AUSSTELLUNG: Karl Schmidt-Rottluff. Die Schwarzblätter, Ausstellung zum 90. Geburtstag, hrsg. von Gunther Thiem, Staatsgalerie Stuttgart, Graphische Sammlung, 1.12.1974-26.1.1975, Kat.-Nr. 9 (m. Abb.).
Schleswig-Holsteinisches Landesmuseum Schloss Gottorf, Schleswig (Dauerleihgabe aus der Sammlung Hermann Gerlinger, 1995-2001).
Kunstmuseum Moritzburg, Halle an der Saale (Dauerleihgabe aus der Sammlung Hermann Gerlinger, 2001-2017).
Die Brücke und die Moderne. 1904-1914, Bucerius Kunstforum, Hamburg, 17.10.2004-31.1.2005, Kat.-Nr. 38.
Die Brücke in Dresden. 1905-1911, Dresdner Schloss, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Galerie Neue Meister, 20.10.2001-6.1.2002, Kat.-Nr. 184 (m. Abb.).
Schmidt-Rottluff. Form, Farbe, Ausdruck, Buchheim Museum, Bernried am Starnberger See, 29.9.2018-3.2.2019, S. 161 (m. Abb.).
Buchheim Museum, Bernried (Dauerleihgabe aus der Sammlung Hermann Gerlinger, 2017-2022).

LITERATUR: Hauswedell & Nolte, Hamburg, Auktion 10.6.1993, Los 871.
Heinz Spielmann (Hrsg.), Die Maler der Brücke. Sammlung Hermann Gerlinger, Stuttgart 1995, S. 223, Nr. SHG-Nr. 298 (m. Abb.).
Gunther Thiem, Stephan von Wiese, Die Verwandlung der Venus. Schmidt-Rottluffs Akt-Zeichnungen von 1909-1913, München 2003, Nr. 32.
Hermann Gerlinger, Katja Schneider (Hrsg.), Die Maler der Brücke. Bestandskatalog Sammlung Hermann Gerlinger, Halle (Saale) 2005, S. 52, SHG-Nr. 80 (m. Abb.).

Aufrufzeit: 10.06.2022 - ca. 17.34 h +/- 20 Min.

Diese Zeichnung gehört zu einer Werkgruppe, die während der Herbst-/Wintermonate in Hamburg entsteht, wo Schmidt-Rottluff zwischen Oktober 1910 und März 1912 ein kleines Atelier anmietet. Schmidt-Rottluff beschäftigt sich damals mit dem Spannungsverhältnis zwischen Ruhehaltung und exzentrischer Bewegung in verschiedenen Techniken. Darunter befindet sich auch diese einfache, klassisch ausgeführte schwarze Kreidezeichnung eines wohl auf einem Kanapee liegenden Akts. Arme und Hände sind hinter dem Kopf verschränkt, das rechte Bein ist aufgestützt, während das linke herabhängt. Mit wenigen kräftigen Strichen inszeniert Schmidt-Rottluff den schmalen, feinen Körper, akzentuiert die Binnenformen und schraffiert die Haartracht der scheinbar entspannt Schlafenden; ihre Augen sind geschlossen. [MvL]



 

Aufgeld, Steuern und Folgerechtsabgabe zu Karl Schmidt-Rottluff "Liegender Akt"
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Auf die Summe von Zuschlag und Aufgeld wird die gesetzliche Umsatzsteuer, derzeit 19 %, erhoben. Als Ausnahme hiervon wird bei gedruckten Büchern der ermäßigte Umsatzsteuersatz von derzeit 7 % hinzugerechnet.

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Berechnung der Folgerechtsvergütung:
Für Werke von Künstlern die vor weniger als 70 Jahren verstorben sind, fällt gemäß § 26 UrhG eine Folgerechtsvergütung in folgender Höhe an:
4% des Zuschlags ab 400,00 Euro bis zu 50.000 Euro,
weitere 3 % Prozent für den Teil des Zuschlags von 50.000,01 bis 200.000 Euro,
weitere 1 % für den Teil des Zuschlags von 200.000,01 bis 350.000 Euro,
weitere 0,5 Prozent für den Teil des Zuschlags von 350.000,01 bis 500.000 Euro und
weitere 0,25 Prozent für den Teil Zuschlags über 500.000 Euro.
Der Gesamtbetrag der Folgerechtsvergütung aus einer Weiterveräußerung beträgt höchstens 12.500 Euro.

Die Folgerechtsvergütung ist umsatzsteuerfrei.