Auktion: 533 / Modern Art Day Sale und Sammlung Hermann Gerlinger am 10.12.2022 in München Lot 446

 

446
Erich Heckel
Angeliter Landschaft, 1913.
Tuschzeichnung
Schätzpreis: € 6.000 - 8.000
+
Angeliter Landschaft. 1913.
Tuschzeichnung.
Rechts unten signiert, datiert und betitelt. Auf glattem Velin. 50,2 x 70,3 cm (19,7 x 27,6 in), blattgroß.

• Entstanden während Erich Heckels erstem Aufenthalt an der Flensburger Förde, seinem neuen kreativen Rückzugsort.
• Eine der kraftvollsten und großformatigsten Tuschzeichnungen des Künstlers.
• Vergleichbare Arbeiten dieser Zeit werden nur selten auf dem internationalen Auktionsmarkt angeboten (Quelle: artprice.com)
.

Das Werk ist im Nachlass Erich Heckel, Hemmenhofen am Bodensee, verzeichnet. Wir danken Frau Renate Ebner und Herrn Hans Geissler für die freundliche Unterstützung.

PROVENIENZ: Nachlass Erich Heckel, Hemmenhofen.
Sammlung Hermann Gerlinger, Würzburg (seit 1997, mit dem Sammlerstempel Lugt 6032).

AUSSTELLUNG: Kunstmuseum Moritzburg, Halle an der Saale (Dauerleihgabe aus der Sammlung Hermann Gerlinger, 2001-2017).
Im Rhythmus der Natur: Landschaftsmalerei der "Brücke". Meisterwerke der Sammlung Hermann Gerlinger, Städtische Galerie, Ravensburg, 28.10.2006-28.1.2007 (m. Farbabb., S. 112).
Erich Heckel, Einfühlung und Ausdruck, Buchheim Museum Bernried, 31.10.2020-7.3.2021, verlängert bis 20.6.2021 (m. Farbabb. S. 198).
Buchheim Museum, Bernried (Dauerleihgabe aus der Sammlung Hermann Gerlinger, 2017-2022).

LITERATUR: Paul Vogt, Erich Heckel, Recklinghausen 1965, S. 35 (m. Abb).
Ernest Rathenau, Erich Heckel. Handzeichnungen, Berlin 1973, Kat.-Nr. 48 (m. Abb.).
Hermann Gerlinger, Katja Schneider (Hrsg.), Die Maler der Brücke. Bestandskatalog Sammlung Hermann Gerlinger, Halle (Saale) 2005, S. 199, SHG-Nr. 446 (m. Farbabb.).

"Es sind vielleicht einige Landschaften darunter, die bleiben werden; auch unter den Zeichnungen. Ich sammle Vorräte, Material [..] für die Bilder oder das Bild, das diese Welt umspannen und ausdrücken soll."
Erich Heckel in einem Brief an Walter Kaesbach, 23.8.1913, zit. nach: Karlheinz Gabler, Erich Heckel und sein Kreis. Dokumente, Fotos, Briefe, Schriften, Stuttgart 1983, S. 120.

Aufrufzeit: 10.12.2022 - ca. 17.31 h +/- 20 Min.

Das Leben von Erich Heckel ist im Jahr 1913 von Umbrüchen und Neuanfängen geprägt. Am 27. Mai 1913 werden die passiven Mitglieder der "Brücke" über die Auflösung der Künstlergemeinschaft informiert, nachdem es innerhalb der Gruppe zu Unstimmigkeiten gekommen war. Im selben Jahr findet in der Galerie Fritz Gurlitt in Berlin Erich Heckels erste Einzelausstellung statt und die Suche nach der eigenen künstlerischen Sprache gewinnt immer mehr an Bedeutung. In den Sommermonaten reist er schließlich zum ersten Mal an die Flensburger Förde. Hier entdeckt er die Angeliter Landschaften rund um das kleine Örtchen Osterholz. Nach seinen Aufenthalten in Dangast an der Nordsee, wo er sich während der "Brücke"-Zeit wiederholt mit Karl Schmidt-Rottluff und Max Pechstein aufgehalten hatte, soll die Flensburger Förde nach Ende des Ersten Weltkriegs bis in die 1940er-Jahre hinein ein wichtiger Rückzugsort für den Künstler und seine Frau Sidi Riha werden. Bereits während seines ersten Aufenthalts findet er großen Gefallen an der Landschaft rund um Osterholz mit den sanften Hügeln und direktem Blick auf die Ostsee. Zahlreiche Arbeiten entstehen, über die er in einem Brief an seinen Freund Walter Kaesbach im Jahr 1913 wie folgt berichtet: "Von den Arbeiten hier wollen Sie hören. […] Es sind vielleicht einige Landschaften darunter, die bleiben werden; auch unter den Zeichnungen." Mit seinen eigenen Worten beschreibt er im Anschluss, was die vorliegende Arbeit nahezu wortwörtlich wiederzugeben vermag: "Ich glaube es ist wohl auch in meinen Arbeiten hier mehr von dem Wind und den bewegten Büschen, den gebogenen Bäumen und dem bewölkten unruhigen Himmel drin, denn heitere Sommerruhe, was ja zu dem eigenen Suchen und unruhigen Sehnen auch besser paßt." (Erich Heckel, 23.8.1913, zit. nach: Karlheinz Gabler, Erich Heckel und sein Kreis. Dokumente, Fotos, Briefe, Schriften, Stuttgart 1983, S. 120). Mit expressivem Strich überträgt er somit nicht nur das Gesehene in seine Zeichnung, sondern gewährt mit der Motivwahl und Ausarbeitung zudem Einblick in seinen Gemütszustand. Am bewegten Himmel, mit den aufgetürmten Wolken und den vom Wind verwehten Büschen und Bäumen wird die innere Unruhe und Aufbruchstimmung des nun unabhängigen Künstlers förmlich spürbar.[AR]



 

Aufgeld, Steuern und Folgerechtsvergütung zu Erich Heckel "Angeliter Landschaft"
Dieses Objekt wird regel- oder differenzbesteuert angeboten, Folgerechtsvergütung fällt an.

Berechnung bei Differenzbesteuerung:
Zuschlagspreis bis 500.000 Euro: hieraus Aufgeld 32 %.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 27 % berechnet und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 2.500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 15 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 2.500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Das Aufgeld enthält die Umsatzsteuer, diese wird jedoch nicht ausgewiesen.

Berechnung bei Regelbesteuerung:
Zuschlagspreis bis 500.000 Euro: hieraus Aufgeld 25 %.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 20 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 2.500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 15 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 2.500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf die Summe von Zuschlag und Aufgeld wird die gesetzliche Umsatzsteuer, derzeit 19 %, erhoben. Als Ausnahme hiervon wird bei gedruckten Büchern der ermäßigte Umsatzsteuersatz von derzeit 7 % hinzugerechnet.

Wir bitten um schriftliche Mitteilung vor Rechnungsstellung, sollten Sie Regelbesteuerung wünschen.

Berechnung der Folgerechtsvergütung:
Für Werke lebender Künstler oder von Künstlern, die vor weniger als 70 Jahren verstorben sind, fällt gemäß § 26 UrhG eine Folgerechtsvergütung in folgender Höhe an:
4% des Zuschlags ab 400,00 Euro bis zu 50.000 Euro,
weitere 3 % Prozent für den Teil des Zuschlags von 50.000,01 bis 200.000 Euro,
weitere 1 % für den Teil des Zuschlags von 200.000,01 bis 350.000 Euro,
weitere 0,5 Prozent für den Teil des Zuschlags von 350.000,01 bis 500.000 Euro und
weitere 0,25 Prozent für den Teil Zuschlags über 500.000 Euro.
Der Gesamtbetrag der Folgerechtsvergütung aus einer Weiterveräußerung beträgt höchstens 12.500 Euro.

Die Folgerechtsvergütung ist umsatzsteuerfrei.