Auktion: 533 / Modern Art Day Sale und Sammlung Hermann Gerlinger am 10.12.2022 in München Lot 497

 

497
Karl Schmidt-Rottluff
Armband mit Bergkristall (Silbernes Doppelarmband mit Bergkristall), 1920.
Silber, geschnitten, ziseliert, punziert. Bergk...
Schätzpreis: € 6.000 - 8.000
+
Armband mit Bergkristall (Silbernes Doppelarmband mit Bergkristall). 1920er Jahre.
Silber, geschnitten, ziseliert, punziert. Bergkristall, in Krallen gefasst.
Wietek 452. Auf der Innenseite mit dem Signaturstempel. Durchmesser: 7,2 cm (2,8 in). Platte: 3,2 x 2,5 cm (1,2 x 0,9 in). Reifhöhe: 1,5 cm (0,5 in).
[KT].
• Von den "Brücke"-Künstlern schafft Schmidt-Rottluff das umfangreichste und vielfältigste Schmuckwerk.
• Bernsteinanhänger gehen zurück auf eigene Strandfunde bei Aufenthalten an der Ostsee.
• Schmuckstücke des Künstlers sind individuellste Preziosen, oftmals eigens hergestellt für einen engen Kreis an Sammler:innen, Freund:innen und Familie.
• Die Stücke vereinen auf faszinierende Weise charakteristische Formideen aus dem Schaffen des Künstler zwischen Schmuckstück, Sammlerobjekt und Gebrauchsgegenstand.
• Aus der am seltensten auf dem Auktionsmarkt zu findenden Werkgruppe des Künstlers (Quelle: artprice.com)
.

PROVENIENZ: Aus dem Nachlass des Künstlers.
Sammlung Hermann Gerlinger, Würzburg.

AUSSTELLUNG: Karl Schmidt-Rottluff: Das nachgelassene Werk seit den 20er Jahren. Malerei, Plastik, Kunsthandwerk, Brücke Museum, Berlin, 20.8.1977-15.1.1978, Kat.-Nr. 169.
Karl Schmidt-Rottluff: Aquarelle, Farbstiftzeichnungen, Schmuck, Kunstverein Paderborn 1982, Kat.-Nr. 29.
Schleswig-Holsteinisches Landesmuseum, Schloss Gottorf, Schleswig (Dauerleihgabe aus der Sammlung Hermann Gerlinger, 1995-2001).
Kunstmuseum Moritzburg, Halle an der Saale (Dauerleihgabe aus der Sammlung Hermann Gerlinger, 2001-2017).
Nur für ihre Frauen. Schmuck von Karl-Schmidt-Rottluff, Emil Nolde, Erich Heckel und Ernst Ludwig Kirchner, Stiftung Moritzburg, Kunstmuseum des Landes Sachsen-Anhalt, Halle (Saale), 26.10.2003-11.1.2004, Nr. 34 (m. Abb.).
Buchheim Museum, Bernried (Dauerleihgabe aus der Sammlung Hermann Gerlinger, 2017-2022).

LITERATUR: Wilhelm R. Valentiner, Schmidt-Rottluff. Junge Kunst, Bd. 16, Leipzig 1920.
Max Sauerlandt, Karl Schmidt-Rottluff – Ausstellung im Museum für Kunst und Gewerbe, in: Hamburger Fremdenblatt, Rundschau im Bilde, 11. Juni 1925. Wiederabdruck in: Gerhard Wietek, Karl Schmidt-Rottluff. Plastik und Kunsthandwerk. Werkverzeichnis, München 2001, S. 151-154.
Heinz Spielmann (Hrsg.), Die Maler der Brücke. Sammlung Hermann Gerlinger, Stuttgart 1995, S. 407, SHG-Nr. 722 (m. Abb.).
Gerhard Wietek, Karl Schmidt-Rottluff, Werkverzeichnis der Plastik und des Kunsthandwerks, München 2001, Nr. 452 (m. SW-Abb.).
Hermann Gerlinger, Katja Schneider (Hrsg.), Die Maler der Brücke. Bestandskatalog Sammlung Hermann Gerlinger, Halle (Saale) 2005, S. 109, SHG-Nr. 244 (m. Abb.).
Regina Freyberger (Hrsg.), Geheimnis der Materie. Kirchner, Heckel, Schmidt-Rottluff, Ausst.-Kat. Städelmuseum Frankfurt, 2019.

Aufrufzeit: 10.12.2022 - ca. 18.39 h +/- 20 Min.

Die Zierde dieses Doppelarmreifs ist der in einer Silberplatte gefasste ungeschliffene Bergkristall, der von kräftigen, aus dem Blech herausgeschnittenen Krallen gehalten wird. Betont rau sind die Schläge von Hammer und Meißel auf dem plastisch gefurchten Silberblech stehen geblieben. Die ungleichmäßig langen, dickwandigen, grob beschlagenen Reifteile sind mit Dreieckspunzierungen versehen und durch kräftige Achterösen mit dem Mittelstück verbunden. Wilhelm Valentiner pries schon 1920 vergleichbare "Schmucksachen" Schmidt-Rottluffs mit ihrer "scheinbar primitiven, tatsächlich kraftvoll neuen, aus dem Material geborenen Technik", bei denen die "matten Farben ungeschliffener Steine aufs reizvollste mit dem blassen Schimmer einer unpolierten Silberfassung" zusammenspielen (Valentiner, Schmidt-Rottluff, Leipzig 1920). Und Max Sauerlandt faszinierte die "eckige und kantige Steinhaftigkeit des Minerals, die Rauheit des Bruchs, die naturhaften Reize des Gewachsenen" wie auch die "scharf zugespitzten fassenden Krallen", die die Steine als “geliebte oder kostbare Gegenstände wie die Finger der menschlichen Hand halten“ – so nachzulesen in seinem Bericht im Hamburger Fremdenblatt anlässlich der 1925 im Museum für Kunst und Gewerbe von ihm veranstalteten Ausstellung (Sauerlandt, Karl Schmidt-Rottluff – Ausstellung im Museum für Kunst und Gewerbe, in: Hamburger Fremdenblatt, 11.6.1925). Schmidt-Rottluffs Schmuckschaffen beginnt 1910 in Dangast mit Messing- und Silberbroschen und klingt 1959 in einem Silberring mit Kieselstein aus – in den 1920er Jahren erlebt es unbenommen seinen Höhepunkt. Gerhard Wietek schätzt die Gesamtzahl aus fünf Jahrzehnten auf 200 Stück. Schmuck ist für Schmidt-Rottluff also keineswegs eine Episode geblieben, wie bei seinen "Brücke"-Kollegen, sondern hat sich als eigenständiges Metier neben der Malerei, Grafik und Plastik behauptet. Obwohl vorsätzlicher Autodidakt besitzt Schmidt-Rottluff doch professionelles Silberschmiedewerkzeug und hält stets eine kleine Kollektion zum Verkauf vor. Gleichfalls verwahrt seine engagierteste Fürsprecherin, die Kunsthistorikerin Rosa Schapire, einen Vorrat, den sie an Hamburger Sammler vermittelt. Beachtliche Kollektionen tragen die Juristen-Gattinnen Luise Schiefler und Martha Rauert in Hamburg wie auch Hedda Peters in Leipzig zusammen.
Dr. Katja Schneider



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Karl Schmidt-Rottluff
Armband mit Bergkristall (Silbernes Doppelarmband mit Bergkristall), 1920.
Silber, geschnitten, ziseliert, punziert. Bergk...
Schätzpreis: € 6.000 - 8.000
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Aufgeld, Steuern und Folgerechtsvergütung zu Karl Schmidt-Rottluff "Armband mit Bergkristall (Silbernes Doppelarmband mit Bergkristall)"
Dieses Objekt wird regel- oder differenzbesteuert angeboten, Folgerechtsvergütung fällt an.

Berechnung bei Differenzbesteuerung:
Zuschlagspreis bis 500.000 Euro: hieraus Aufgeld 32 %.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 27 % berechnet und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 2.500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 15 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 2.500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Das Aufgeld enthält die Umsatzsteuer, diese wird jedoch nicht ausgewiesen.

Berechnung bei Regelbesteuerung:
Zuschlagspreis bis 500.000 Euro: hieraus Aufgeld 25 %.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 20 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 2.500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 15 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 2.500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf die Summe von Zuschlag und Aufgeld wird die gesetzliche Umsatzsteuer, derzeit 19 %, erhoben. Als Ausnahme hiervon wird bei gedruckten Büchern der ermäßigte Umsatzsteuersatz von derzeit 7 % hinzugerechnet.

Wir bitten um schriftliche Mitteilung vor Rechnungsstellung, sollten Sie Regelbesteuerung wünschen.

Berechnung der Folgerechtsvergütung:
Für Werke lebender Künstler oder von Künstlern, die vor weniger als 70 Jahren verstorben sind, fällt gemäß § 26 UrhG eine Folgerechtsvergütung in folgender Höhe an:
4% des Zuschlags ab 400,00 Euro bis zu 50.000 Euro,
weitere 3 % Prozent für den Teil des Zuschlags von 50.000,01 bis 200.000 Euro,
weitere 1 % für den Teil des Zuschlags von 200.000,01 bis 350.000 Euro,
weitere 0,5 Prozent für den Teil des Zuschlags von 350.000,01 bis 500.000 Euro und
weitere 0,25 Prozent für den Teil Zuschlags über 500.000 Euro.
Der Gesamtbetrag der Folgerechtsvergütung aus einer Weiterveräußerung beträgt höchstens 12.500 Euro.

Die Folgerechtsvergütung ist umsatzsteuerfrei.