Auktion: 533 / Modern Art Day Sale und Sammlung Hermann Gerlinger am 10.12.2022 in München Lot 428

 

428
Ernst Ludwig Kirchner
Plakat: Der neue Kunstsalon, 1913.
Holzschnitt, schwarz auf blau grundiertem Papier
Schätzpreis: € 20.000 - 30.000
+
Plakat: Der neue Kunstsalon. 1913.
Holzschnitt, schwarz auf blau grundiertem Papier.
Gerken A 79 I (von II). Dube H 717 I (von II). Nicht bei Schiefler. Signiert und bezeichnet . Auf dünnem Pakatpapier. 84 x 61,5 cm (33 x 24,2 in). Papier: 91 x 64,5 cm (35,8 x 25,3 in).
Das ausgeführte Plakat zeigt in dem Bogen links neben der dargestellten Frauenbüste den Schriftschnitt "E.Heckel und EL Kirchner", das vorliegende einzige Handdruckexemplar zeigt hier noch einen durchgehenden Bogen ohne Schrift. Die untere Schrifteinteilung und der untere Schriftschnitt sind von Erich Heckel. [EH].
• Einziges bekanntes Exemplar.
• Plakat zur Neueröffnung des Kunstsalons Dr. Paul Ferdinand Schmidt und Max Dietzel, München
.

PROVENIENZ: Wolfgang Wittrock Kunsthandel, Düsseldorf.
Sammlung Hermann Gerlinger, Würzburg (1980 vom Vorgenannten erworben, mit dem Sammlerstempel Lugt 6032).

AUSSTELLUNG: Schleswig-Holsteinisches Landesmuseum Schloss Gottorf, Schleswig (Dauerleihgabe aus der Sammlung Hermann Gerlinger, 1995-2001).
Kunstmuseum Moritzburg, Halle an der Saale (Dauerleihgabe aus der Sammlung Hermann Gerlinger, 2001-2017).
Buchheim Museum, Bernried (Dauerleihgabe aus der Sammlung Hermann Gerlinger, 2017-2022).

LITERATUR: Wolfgang Wittrock Kunsthandel Düsseldorf, Lagerkatalog 3, Neuerwerbungen: Graphik, Zeichnungen, Düsseldorf 1980, Kat.-Nr. 67 (m. Abb.).
Heinz Spielmann (Hrsg.), Die Maler der Brücke. Sammlung Hermann Gerlinger, Stuttgart 1995, S. 122, SHG-Nr. 88.
Hermann Gerlinger, Katja Schneider (Hrsg.), Die Maler der Brücke. Bestandskatalog Sammlung Hermann Gerlinger, Halle (Saale) 2005, S. 742, SHG-Nr. 742.

Aufrufzeit: 10.12.2022 - ca. 17.07 h +/- 20 Min.

Gemeinsam mit Max Dietzel eröffnet der Kunsthistoriker und Museumsmann Paul Ferdinand Schmidt (1878–1955) im Oktober 1912 die Galerie "Der Neue Kunstsalon" in München. Bereits 1908 hat Schmidt erste Kontakte zu den "Brücke"-Künstlern und wird passives Mitglied. Noch im Eröffnungsjahr 1912 präsentiert die Galerie Werke von Ernst Ludwig Kirchner und Emil Nolde erstmals in München. Und im Januar 1913 folgt eine der letzten gemeinsamen Ausstellungen der Künstlergruppe, wofür Heckel und Kirchner gemeinsam routiniert den Holzschnitt für das Plakat entwerfen: Kirchner den eleganten Frauenkopf mit langem, vollem Haar, den feingliedrigen vor der Brust gehaltenen Händen und Heckel den umfänglich informierenden Text über den Namen der Galerie, deren Adresse, die Betreiber und was in der Ausstellung zu sehen sein wird. "Brücke"? – auf den Namen des Kollektivs verzichten Kirchner und Heckel erstmals und ersetzen die Information mit dem selbstbewusst programmatischen Hinweis auf ihren Anspruch: Sie sind die Repräsentanten der "Neuen Kunst". Und es fehlt auch die jeweilige Signatur der beiden ausführenden Künstler. Dieses Plakat ist ein von Kirchner handsignierter Eigendruck.
Bis auf den ausgeschlossenen Max Pechstein zeigen Heckel, Kirchner, Mueller und Schmidt-Rottluff die mit dem Plakat angekündigten Gemälde, Grafiken (Zeichnungen), Kunsthandwerk und wohl auch Plastiken, wie schon zuvor 1912 in der Wanderausstellung bei Gurlitt, Bangel und Commeter. [MvL]



 

Aufgeld und Steuern zu Ernst Ludwig Kirchner "Plakat: Der neue Kunstsalon"
Dieses Objekt wird regel- oder differenzbesteuert angeboten.

Berechnung bei Differenzbesteuerung:
Zuschlagspreis bis 500.000 Euro: hieraus Aufgeld 32 %.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 27 % berechnet und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 2.500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 15 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 2.500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Das Aufgeld enthält die Umsatzsteuer, diese wird jedoch nicht ausgewiesen.

Berechnung bei Regelbesteuerung:
Zuschlagspreis bis 500.000 Euro: hieraus Aufgeld 25 %.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 20 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 2.500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 15 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 2.500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf die Summe von Zuschlag und Aufgeld wird die gesetzliche Umsatzsteuer, derzeit 19 %, erhoben. Als Ausnahme hiervon wird bei gedruckten Büchern der ermäßigte Umsatzsteuersatz von derzeit 7 % hinzugerechnet.

Wir bitten um schriftliche Mitteilung vor Rechnungsstellung, sollten Sie Regelbesteuerung wünschen.