Auktion: 533 / Modern Art Day Sale und Sammlung Hermann Gerlinger am 10.12.2022 in München Lot 409

 

409
Erich Heckel
Mitgliedskarte für die passiven Mitglieder der "Brücke" für 1910, 1910.
Lithografie
Schätzpreis: € 4.000 - 6.000
+
Mitgliedskarte für die passiven Mitglieder der "Brücke" für 1910. 1910.
Lithografie.
Ebner/Gabelmann 467 L. Dube L 145. Bolliger 34. Auf blauem Karton. 11,3 x 25,8 cm (4,4 x 10,1 in). Papier: 16,8 x 29 cm (6,6 x 11,4 in).
Ausgestellt für "P. Holstein" (mit handschriftlicher Bezeichnung in Tusche). [KT].
• Aus dem Besitz von Paul Holstein (1884–1947), Jugendfreund von Erich Heckel und Mitschüler Karl Schmidt-Rottluffs in Chemnitz, mit denen ihn anschließend eine lebenslange Freundschaft verbindet.
• Holstein ist eines der ersten Mitglieder der "Brücke", 1906 eingetreten mit der Mitglieds-Nr. 3.
• Eines von bisher nur sieben bekannten Exemplaren dieser Mitgliedskarte; weitere befinden sich in der Hamburger Kunsthalle, dem Brücke-Museum Berlin, dem Landesmuseum Oldenburg sowie in Privatbesitz.
• Mit emblematischem Brücke-Motiv.
• Bisher erst ein anderes Exemplar auf dem Auktionsmarkt angeboten (Quelle: artprice.com)
.

PROVENIENZ: Paul Holstein (1884-1947), Leipzig/Berlin.
Barbara Wentzel, Stuttgart (wohl 1975 durch Erbschaft von Prof. Dr. Hans Wentzel erhalten).
Sammlung Hermann Gerlinger, Würzburg (1984 von der Vorgenannten erworben, mit dem Sammlerstempel Lugt 6032).

AUSSTELLUNG: Schleswig-Holsteinisches Landesmuseum Schloss Gottorf, Schleswig (Dauerleihgabe aus der Sammlung Hermann Gerlinger, 1995-2001).
Kunstmuseum Moritzburg, Halle an der Saale (Dauerleihgabe aus der Sammlung Hermann Gerlinger, 2001-2017).
Buchheim Museum, Bernried (Dauerleihgabe aus der Sammlung Hermann Gerlinger, 2017-2022).
Erich Heckel. Einfühlung und Ausdruck, Buchheim Museum, Bernried, 31.10.2020-7.3.2021, S. 147 (m. Abb.).

LITERATUR: Hans Bolliger, E. W. Kornfeld (Hrsg.), Ausstellung Künstlergruppe Brücke. Jahresmappen 1906-1912, Bern 1958, S. 25, Nr. 34 (m. Abb., anderes Exemplar).
Hans Bolliger, Die Publikationen und Dokumente der Künstlergruppe „Brücke“, in: Philobiblon, Jg. III, Heft 1, März 1959, S. 41-71, Nr. 31 (m. Abb., anderes Exemplar).
Annemarie und Wolf-Dieter Dube, Erich Heckel: Das graphische Werk, Bd. II Radierungen Lithographien, New York 1965, Nr. 145 (m. Abb., anderes Exemplar).
Hans Bolliger, Die Publikationen und Dokumente der Künstlergruppe „Brücke“, in: Die Jahresmappen der „Brücke“ 1906-1912, hrsg. von Magdalena Moeller, Ausst.-Kat. Brücke Museum Berlin, Berlin 1989, S. 12-31 (m. Abb. S. 21, anderes Exemplar).
Heinz Spielmann (Hrsg.), Die Maler der Brücke. Sammlung Hermann Gerlinger, Stuttgart 1995, S. 111, SHG-Nr. 63 a (m. Abb.).
Hermann Gerlinger, Katja Schneider (Hrsg.), Die Maler der Brücke. Bestandskatalog Sammlung Hermann Gerlinger, Halle (Saale) 2005, S. 176, SHG-Nr. 393 a (m. Abb.).
Renate Ebner, Andreas Gabelmann, Erich Heckel. Werkverzeichnis der Druckgraphik, Bd. I 1903-1913, München 2021, S. 288, Nr. 467 L (m. Abb., anderes Exemplar).

Aufrufzeit: 10.12.2022 - ca. 16.42 h +/- 20 Min.

1910 übernimmt Erich Heckel die Gestaltung der Mitgliedskarte. Diese Mal wählt der Künstler das Medium Lithografie und kann technisch bedingt das Motiv der sich auf Brücken bewegenden Figuren sehr frei und großzügig auf den Stein zeichnen. Den Namen des Mitglieds integriert er jeweils direkt in das Motiv. Damit erzielt Heckel nicht nur eine kostbare, persönliche Wirkung, auch der Abzug auf dunkelblauem Papier erhöht den gestalterischen Effekt.
Der Theologe Paul Holstein (Chemnitz 1884 – Berlin 1947), 1906 eingetreten, gehört zu den ersten passiven Mitgliedern. Holstein ist Jugendfreund von Erich Heckel und Mitschüler von Karl Schmidt-Rottluff. In dem von Holstein angeregten Debattier-Club "Vulcan" lernen Heckel und Schmidt-Rottluff sich kennen. Die Freundschaft zu Heckel und Schmidt-Rottluff hält lebenslang. Einer der frühesten Holzschnitte Erich Heckels von 1904 zeigt "Meinen Freund P" (Ebner/Gabelmann 8H) [MvL]



 

Aufgeld, Steuern und Folgerechtsvergütung zu Erich Heckel "Mitgliedskarte für die passiven Mitglieder der "Brücke" für 1910"
Dieses Objekt wird regel- oder differenzbesteuert angeboten, Folgerechtsvergütung fällt an.

Berechnung bei Differenzbesteuerung:
Zuschlagspreis bis 500.000 Euro: hieraus Aufgeld 32 %.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 27 % berechnet und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 2.500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 15 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 2.500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Das Aufgeld enthält die Umsatzsteuer, diese wird jedoch nicht ausgewiesen.

Berechnung bei Regelbesteuerung:
Zuschlagspreis bis 500.000 Euro: hieraus Aufgeld 25 %.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 20 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 2.500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 15 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 2.500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf die Summe von Zuschlag und Aufgeld wird die gesetzliche Umsatzsteuer, derzeit 19 %, erhoben. Als Ausnahme hiervon wird bei gedruckten Büchern der ermäßigte Umsatzsteuersatz von derzeit 7 % hinzugerechnet.

Wir bitten um schriftliche Mitteilung vor Rechnungsstellung, sollten Sie Regelbesteuerung wünschen.

Berechnung der Folgerechtsvergütung:
Für Werke lebender Künstler oder von Künstlern, die vor weniger als 70 Jahren verstorben sind, fällt gemäß § 26 UrhG eine Folgerechtsvergütung in folgender Höhe an:
4% des Zuschlags ab 400,00 Euro bis zu 50.000 Euro,
weitere 3 % Prozent für den Teil des Zuschlags von 50.000,01 bis 200.000 Euro,
weitere 1 % für den Teil des Zuschlags von 200.000,01 bis 350.000 Euro,
weitere 0,5 Prozent für den Teil des Zuschlags von 350.000,01 bis 500.000 Euro und
weitere 0,25 Prozent für den Teil Zuschlags über 500.000 Euro.
Der Gesamtbetrag der Folgerechtsvergütung aus einer Weiterveräußerung beträgt höchstens 12.500 Euro.

Die Folgerechtsvergütung ist umsatzsteuerfrei.