Auktion: 528 / Klassische Moderne am 11.06.2022 in München Lot 413

 

413
Lovis Corinth
Stillleben Metall, 1910.
Öl auf Leinwand
Schätzpreis: € 60.000 - 80.000
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Stillleben Metall. 1910.
Öl auf Leinwand.
Berend-Corinth 440. Im oberen rechten Bildviertel signiert und datiert. 77 x 50 cm (30,3 x 19,6 in).
[AM].
• Besonders in den pastos angelegten Bildpartien zeigt sich die große Virtuosität Lovis Corinths.
• Seine Stillleben aus den 1910er Jahren gehören zu den gefragtesten des Künstlers auf dem internationalen Auktionsmarkt (Quelle: artprice.com).
• Zahlreiche seiner Stillleben aus den 1910er Jahren befinden sich heute in bedeutenden öffentlichen Sammlungen, wie unter anderem in der Gemäldegalerie Neue Meister, Dresden (Berend-Corinth 512), dem Museum Kunstpalast, Düsseldorf (Berend-Corinth 465), oder dem Detroit Institute of Arts (Berend-Corinth 718)
.

PROVENIENZ: Dr. Pater, Königsberg.
Stadträtin Lemmel, Königsberg.
Dr. A . Sonnenburg, Berlin.
Gemälde-Galerie Carl Nicolai, Berlin (1930, verso auf dem Keilrahmen mit dem unvollständigen Etikett).
Galerie Franz Brutscher, München.
Galerie Abels, Köln (vom Vorgenannten erworben: Stuttgarter Kunstkabinett 19.5.1954, verso auf dem Keilrahmen mit dem unvollständigen Etikett).
Privatbesitz.

LITERATUR: Angebot von Carl Nicolai an die Nationalgalerie, Berlin 1930 (SMB Zentralarchiv, Berlin, I. Nationalgalerie, Angebote von Gemälden 1930, ZA-I/NG 932, S. 437ff.).
Stuttgarter Kunstkabinett, 19. Auktion, 19.5.1954, Los 747.
Galerie Abels, Köln, 1956, Nr. 34 (m. Abb.).

Aufrufzeit: 11.06.2022 - ca. 17.17 h +/- 20 Min.

In den Stillleben Lovis Corinths zeigt sich seine ganze Liebe zur Malerei und zur Materialität der Dinge, dient diese Gattung doch besonders dazu, unterschiedliche Stofflichkeiten und Qualitäten zu erfassen, zu beschreiben und zu einem Fest für die Augen und die Sinne werden zu lassen. In einem raffinierten Variationsreichtum wählt Corinth hier seine Objekte aus: im Hintergrund die blaue Glasvase mit den pudrig-leichten, vollen Blütenköpfen der sommerlichen Dahlien, davor arrangiert er die metallenen Dinge Kännchen, Dose und Statue. Die feingliedrigen, zarten und dennoch voluminösen Blüten kontrastieren so mit der Schwere, Härte und Massivität der unterschiedlichen Metallobjekte aus Messing, Zinn und Bronze, kraftvoll nimmt sich der Körper der kleinen antikisierenden Statue aus. Allein die nuancenreiche Gestaltung des messingfarbenen Kännchens lohnt eine längere intensive Betrachtung aus der Nähe, von Corinth in Form gegossen in den unterschiedlichsten Nuancen von roten, gelben, weißen, blauen und grünlichen Farbtupfen. Es ergibt sich eine ungemein ausgewogene Farbharmonie in Rosé, Rotbraun und Gold, wieder aufgenommen in dem gelblich erleuchteten Hintergrund, die Blau- und Grautöne von Vase und Metallobjekten runden diesen Zusammenklang ab. Auge und Hand werden gleichermaßen sinnlich herausgefordert, indem Corinth hier die Zartheit der Blüten, die geschmeidig-glatte und glänzende Oberfläche des Metalls und die kristallene Facettierung der Glasvase im Bild zusammenfügt. Das Stillleben, als „nature morte“, eigentlich die Gattung der unbelebten Dinge, gewinnt hier eine bewegte und lebendige Kraft, die die transformierende Fähigkeit der Malerei unterstreicht, betont noch durch Corinths ausdrucksstarke malerische Handschrift, der Berührung der Leinwand durch den Maler. Die Dinge werden in Corinths Darstellung so auf faszinierende Weise nicht nur visuell, sondern darüber hinaus auch haptisch „begreifbar“. Er vereint Natur in Form der Blumen, Kunst in der Bronzestatuette sowie Gebrauchsgegenstände wie Kännchen und Dose, und integriert so alle Bereiche der dem Maler zur Verfügung stehenden Ästhetik. Corinths sinnen- und genussfreudige Malerei erreicht um 1910 ihren Höhepunkt, nachdem er aus München 1901 nach Berlin gekommen war und sich der Berliner Secession um Max Liebermann angeschlossen hatte. Paul Cassirer wird auf sein Talent aufmerksam und widmet ihm sogleich eine Einzelausstellung, ein Jahr später wird er in den Vorstand der Secession gewählt. Einen zusätzlichen Höhepunkt erreicht Corinth im Jahr 1910 mit dem Ankauf einiger seiner Gemälde durch die Hamburger Kunsthalle, begleitet von einer regen internationalen Ausstellungspräsenz bei der Berliner und Münchner Secession, dem Deutschen Künstlerbund in Darmstadt und der Vorgängerausstellung der Biennale von Venedig. [KT]



 

Aufgeld, Steuern und Folgerechtsabgabe zu Lovis Corinth "Stillleben Metall"
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Zuschlagspreis bis 500.000 Euro: hieraus Aufgeld 32 %.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 27 % berechnet und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 2.500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 15 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 2.500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Das Aufgeld enthält die Umsatzsteuer, diese wird jedoch nicht ausgewiesen.

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Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 20 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 2.500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 15 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 2.500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf die Summe von Zuschlag und Aufgeld wird die gesetzliche Umsatzsteuer, derzeit 19 %, erhoben. Als Ausnahme hiervon wird bei gedruckten Büchern der ermäßigte Umsatzsteuersatz von derzeit 7 % hinzugerechnet.

Wir bitten um schriftliche Mitteilung vor Rechnungsstellung, sollten Sie Regelbesteuerung wünschen.

Berechnung der Folgerechtsvergütung:
Für Werke von Künstlern die vor weniger als 70 Jahren verstorben sind, fällt gemäß § 26 UrhG eine Folgerechtsvergütung in folgender Höhe an:
4% des Zuschlags ab 400,00 Euro bis zu 50.000 Euro,
weitere 3 % Prozent für den Teil des Zuschlags von 50.000,01 bis 200.000 Euro,
weitere 1 % für den Teil des Zuschlags von 200.000,01 bis 350.000 Euro,
weitere 0,5 Prozent für den Teil des Zuschlags von 350.000,01 bis 500.000 Euro und
weitere 0,25 Prozent für den Teil Zuschlags über 500.000 Euro.
Der Gesamtbetrag der Folgerechtsvergütung aus einer Weiterveräußerung beträgt höchstens 12.500 Euro.

Die Folgerechtsvergütung ist umsatzsteuerfrei.