Auktion: 528 / Klassische Moderne am 11.06.2022 in München Lot 455

 

455
Rudolf Schlichter
Frau mit blauem Umhang/Madonna, Ca. 1928/1930.
Aquarell auf Papier
Schätzpreis: € 18.000 - 24.000
+
Frau mit blauem Umhang/Madonna. Ca. 1928/1930er Jahre.
Aquarell auf Papier.
Rechts unten signiert. Verso von fremder Hand bezeichnet "+35". Auf strukturiertem Velin. 75,5 x 56,5 cm (29,7 x 22,2 in), Blattgröße.

• Speedy seine Frau, als zarte Madonna.
• Seltenes Zeugnis seiner Hinwendung zur Religion in den frühen 30er Jahren.
• Im Aquarell zeigt sich Schlichter als feiner Kolorist
.

PROVENIENZ: Aus der Familie des Künstlers.
Privatsammlung Baden-Württemberg.

Aufrufzeit: 11.06.2022 - ca. 18.14 h +/- 20 Min.

Für Rudolf Schlichter ist eines der wichtigsten Motive seine Frau Speedy. Schlichter lernt diese Femme fatale 1927 kennen und heiratet sie 1929. Bei ihrer Trauung ist George Grosz der Trauzeuge. Speedy wird von Rudolf Schlichter in Porträts und immer wieder in erotischen Zeichnungen und Gemälden gemalt. Durch sie ist es ihm möglich, die Facetten des Weiblichen und seine eigenen Sehnsüchte und masochistischen Lüste darzustellen. Schlichter ist ein großer Porträtist der Zwanziger Jahre, der seine in stürmischer Beziehung geliebte Frau Speedy in verschiedenen Rollen zu zeigen wagt. Im Strudel der Geschehnisse der Zwischenkriegszeit findet Rudolf Schlichter in Speedy Halt. Für viele sicher überraschend, wendet er sich in den späten 1920er Jahren dem Katholizismus zu. Dieses Aquarell, das vermutlich seine Frau in der für Maria typischen Gewandung mit blauem, den Kopf bedeckendem Tuch und rotem Gewand zeigt, ist in dieser Phase entstanden. Es ist ein Bildnis idealisierter Liebe, die den tatsächlichen Gegebenheiten dieser vielschichtigen Beziehung wohl eher nicht entsprochen hat. [EH]



 

Aufgeld, Steuern und Folgerechtsabgabe zu Rudolf Schlichter "Frau mit blauem Umhang/Madonna"
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Auf die Summe von Zuschlag und Aufgeld wird die gesetzliche Umsatzsteuer, derzeit 19 %, erhoben. Als Ausnahme hiervon wird bei gedruckten Büchern der ermäßigte Umsatzsteuersatz von derzeit 7 % hinzugerechnet.

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Berechnung der Folgerechtsvergütung:
Für Werke von Künstlern die vor weniger als 70 Jahren verstorben sind, fällt gemäß § 26 UrhG eine Folgerechtsvergütung in folgender Höhe an:
4% des Zuschlags ab 400,00 Euro bis zu 50.000 Euro,
weitere 3 % Prozent für den Teil des Zuschlags von 50.000,01 bis 200.000 Euro,
weitere 1 % für den Teil des Zuschlags von 200.000,01 bis 350.000 Euro,
weitere 0,5 Prozent für den Teil des Zuschlags von 350.000,01 bis 500.000 Euro und
weitere 0,25 Prozent für den Teil Zuschlags über 500.000 Euro.
Der Gesamtbetrag der Folgerechtsvergütung aus einer Weiterveräußerung beträgt höchstens 12.500 Euro.

Die Folgerechtsvergütung ist umsatzsteuerfrei.