Auktion: 528 / Klassische Moderne am 11.06.2022 in München Lot 444

 

444
Fritz Klimsch
Jugend, 1940-41.
Bronze mit brauner Patina
Schätzpreis: € 40.000 - 60.000
+
Jugend. 1940-41.
Bronze mit brauner Patina.
Braun 207. Auf dem Sockel neben dem rechten Fuß mit der Signatur. Rückseitig am Sockel mit dem Gießerstempel "NOACK BERLIN". 159,5 x 60 x 31 cm (62,7 x 23,6 x 12,2 in).
Bronzeguss der Nachkriegszeit.
Weitere Abbildungen und ein Video dieses Werkes finden Sie auf unserer Homepage.
• Eine der größten Bronzen des Künstlers auf dem internationalen Auktionsmarkt.
• Hervorragendes Beispiel für Klimschs subtile und ausdrucksstarke Gestik.
• Mit schöner harmonischer Patina
.

PROVENIENZ: Privatsammlung Hessen.
Privatsammlung Saarland (ca. 2010 vom Vorgenannten erworben).

AUSSTELLUNG: Fritz Klimsch. Sonder-Ausstellung im Rahmen der 3. Frühjahrs-Ausstellung Mai-Juni 1942, Preußische Akademie der Künste, Kat.-Nr. 204, S. 14 (anderes Exemplar).

LITERATUR: Hermann Braun, Fritz Klimsch. Werke, Hannover 1980, S. 92f., mit Abb. (anderes Exemplar).

Aufrufzeit: 11.06.2022 - ca. 18.00 h +/- 20 Min.

In ihrer schlanken Körperlichkeit ist die "Jugend" Symbol eines Verständnisses von Körperformen, die dem klassischen Ideal besonders nahesteht. Fritz Klimsch hat der herrschenden Kunstdoktrin der Entstehungszeit nichts entgegengesetzt, was der vorgegebenen ästhetischen Anforderung widersprach. Und doch hat er zu einer Aussage gefunden, die weit über das hinausgeht, was an Sichtweisen verbindlich eingefordert wurde. Ohne den Bezug zum Ideal der Zeit besonders zu betonen, steht die "Jugend" für ein Formgefühl, das jenseits aller Moden und Sehweisen seinen bleibenden Bestand hat. Das Modell zu dieser Figur lässt sich identifizieren. Es handelt sich um Margrit Schlömer, die Freundin des Juristen Dr. Hanswilly Bernartz, der auch als Mitbegründer des Deutschen Schiffahrtsmuseums in Bremerhaven bekannt ist. Sie steht im Sommer 1940 vier Wochen Modell für Fritz Klimsch. Das Modell schlägt auch den Namen für die Bronze vor. Klimsch folgt ihren Vorschlag und nennt sein Werk "Jugend". Der fast lebensgroße Frauenakt bildet den Abschluss einer Folge stehender Aktdarstellungen, beginnend mit dem "Frühling" (1925-1926), gefolgt von "Eva" (1932-1933) und "In Wind und Sonne" (1936). Die Jugend ist die letzte fast lebensgroße Figur im Werk Fritz Klimschs. Sie findet sofort Anklang und zwei Exemplare werden 1942 in Zink gegossen. Da die Skulptur in der Kriegszeit entsteht, ist eine Ausführung in Bronze nicht möglich. Eine der beiden Zinkgüsse erwirbt die Stadt Wels zur Ausstellung im öffentlichen Raum. In ihrer jungendlichen Schönheit verkörpert Margit alle klasssichen Ideale. Die ausgewogenen Proportionen verbinden sich mit einer frischen Unbekümmertheit, die Klimsch meisterhaft bildhauerisch einfängt. Trotz der statuarischen Haltung drückt die Figur Natürlichkeit und Leichtigkeit aus. Das Ideal der vollkommenen Frau, die Schönheit und Weiblichkeit in sich vereint, war Diktum und Sinnbild der Zeit. [EH]



 

Aufgeld, Steuern und Folgerechtsabgabe zu Fritz Klimsch "Jugend"
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Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 2.500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 15 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 2.500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
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Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 2.500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 15 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 2.500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf die Summe von Zuschlag und Aufgeld wird die gesetzliche Umsatzsteuer, derzeit 19 %, erhoben. Als Ausnahme hiervon wird bei gedruckten Büchern der ermäßigte Umsatzsteuersatz von derzeit 7 % hinzugerechnet.

Wir bitten um schriftliche Mitteilung vor Rechnungsstellung, sollten Sie Regelbesteuerung wünschen.

Berechnung der Folgerechtsvergütung:
Für Werke von Künstlern die vor weniger als 70 Jahren verstorben sind, fällt gemäß § 26 UrhG eine Folgerechtsvergütung in folgender Höhe an:
4% des Zuschlags ab 400,00 Euro bis zu 50.000 Euro,
weitere 3 % Prozent für den Teil des Zuschlags von 50.000,01 bis 200.000 Euro,
weitere 1 % für den Teil des Zuschlags von 200.000,01 bis 350.000 Euro,
weitere 0,5 Prozent für den Teil des Zuschlags von 350.000,01 bis 500.000 Euro und
weitere 0,25 Prozent für den Teil Zuschlags über 500.000 Euro.
Der Gesamtbetrag der Folgerechtsvergütung aus einer Weiterveräußerung beträgt höchstens 12.500 Euro.

Die Folgerechtsvergütung ist umsatzsteuerfrei.