Auktion: 527 / Kunst des 19. Jahrhunderts am 11.06.2022 in München Lot 350

 

350
Carl Moll
Schifferhaus in Lübeck, 1894.
Gouache auf leichtem Karton
Schätzpreis: € 6.000 - 8.000
+
Schifferhaus in Lübeck. 1894.
Gouache auf leichtem Karton.
Vgl. Cabuk GE 99. Links unten signiert und datiert. 33,5 x 27 cm (13,1 x 10,6 in), Blattgröße.

Wir danken Frau Dr. Cornelia Cabuk, Wien, für die freundliche Auskunft. Die Arbeit wird in das Werkverzeichnis aufgenommen.

PROVENIENZ: Wienerroither & Kohlbacher, Wien.
Privatsammlung (2008 vom Vorgenannten erworben).

Aufrufzeit: 11.06.2022 - ca. 16.06 h +/- 20 Min.

Carl Moll ist einer der zentralen Künstler der Wiener Jahrhundertwende. 1897 gehört er neben seinen Zeitgenossen Gustav Klimt, Koloman Moser, Josef Hoffmann und Joseph Maria Olbrich zu der Gruppe der Künstler, die sich vom offiziellen Kunstbetrieb abwenden und die Wiener Secession begründen. Hier ist Raum für künstlerische Wege, die sich abseits tradierter Normen und Ansprüche abspielen, eine freiere Positionierung des Künstlers erlauben und in der neue Strömungen wie Impressionismus, Symbolismus und Jugendstil ihren Platz finden. Im November 1895 heiratet Moll die aus Hamburg stammende Schauspielerin und Sängerin Anna Sofie Bergen (1857–1938). Sicherlich dürfte das Paar bereits zuvor von Hamburg aus an die Nordsee gereist sein, wo Moll in Lübeck das Schifferhaus als Motiv entdeckt. Unsere Gouache dürfte eine vor Ort entstandene Version des Motivs sein, dessen in einzelnen Details leicht abgewandeltes, ausgeführtes großformatiges Gemälde vom Künstler in seinen Eingangsbüchern 1894/95 verzeichnet ist und sich heute im Belvedere Museum Wien befindet. Für die Einrichtung dieser Galerie für zeitgenössische Kunst hatte sich neben den Künstlern der Secession vor allem Moll stark gemacht, die letztlich 1903 zur Gründung des Belvedere Museums führte, in dem sich heute noch ein großer Bestand an Werken Molls findet. Insbesondere die Interieurs von Moll sind aufgrund ihrer ganz eigentümlichen Raumkonstruktion bemerkenswert. So auch in der hier steil zulaufenden Flucht über die Tische hinweg, betont noch durch das Hochformat des Ausschnitts. Das große, undurchblickbare Fenster am Ende lässt ein milchiges Licht in den Raum sickern und sorgt für Reflexe und Spiegelungen, die die herausragende Stellung Molls in dieser Gattung bekräftigen. [KT]



 

Aufgeld, Steuern und Folgerechtsabgabe zu Carl Moll "Schifferhaus in Lübeck"
Dieses Objekt wird regel- oder differenzbesteuert angeboten.

Berechnung bei Differenzbesteuerung:
Zuschlagspreis bis 500.000 Euro: hieraus Aufgeld 32 %.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 27 % berechnet und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 2.500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 15 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 2.500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Das Aufgeld enthält die Umsatzsteuer, diese wird jedoch nicht ausgewiesen.

Berechnung bei Regelbesteuerung:
Zuschlagspreis bis 500.000 Euro: hieraus Aufgeld 25 %.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 20 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 2.500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 15 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 2.500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf die Summe von Zuschlag und Aufgeld wird die gesetzliche Umsatzsteuer, derzeit 19 %, erhoben. Als Ausnahme hiervon wird bei gedruckten Büchern der ermäßigte Umsatzsteuersatz von derzeit 7 % hinzugerechnet.

Wir bitten um schriftliche Mitteilung vor Rechnungsstellung, sollten Sie Regelbesteuerung wünschen.

Berechnung der Folgerechtsvergütung:
Für Werke von Künstlern die vor weniger als 70 Jahren verstorben sind, fällt gemäß § 26 UrhG eine Folgerechtsvergütung in folgender Höhe an:
4% des Zuschlags ab 400,00 Euro bis zu 50.000 Euro,
weitere 3 % Prozent für den Teil des Zuschlags von 50.000,01 bis 200.000 Euro,
weitere 1 % für den Teil des Zuschlags von 200.000,01 bis 350.000 Euro,
weitere 0,5 Prozent für den Teil des Zuschlags von 350.000,01 bis 500.000 Euro und
weitere 0,25 Prozent für den Teil Zuschlags über 500.000 Euro.
Der Gesamtbetrag der Folgerechtsvergütung aus einer Weiterveräußerung beträgt höchstens 12.500 Euro.

Die Folgerechtsvergütung ist umsatzsteuerfrei.