Auktion: 527 / Kunst des 19. Jahrhunderts am 11.06.2022 in München Lot 311

 

311
Eduard von Grützner
Ein guter Braten, 1889.
Öl auf Holz
Schätzpreis: € 20.000 - 30.000
+
Ein guter Braten. 1889.
Öl auf Holz.
Balogh 481. Links unten signiert und datiert. 70,5 x 91 cm (27,7 x 35,8 in).

PROVENIENZ: Privatsammlung Baden-Württemberg (nach 1960 erworben).

LITERATUR: Personal- und Ateliernachrichten, in: Die Kunst für Alle, Heft 11, 1889, S. 172.
Xylographie in: Universum 1890.
Friedrich von Boetticher, Malerwerke des 19. Jahrhunderts, Dresden 1891-1901 (Nachdruck 1969), Bd. I.1, S. 448, Nr. 68.
Auktionshaus Weinmüller, München, Oktober 1971, Nr. 1331 (m. Abb.).

Aufrufzeit: 11.06.2022 - ca. 15.14 h +/- 20 Min.

1886 wird Eduard von Grützner Professor an der Münchner Akademie. Neben den Mönchsbildern, für die er am bekanntesten ist, malt Grützner auch einen Falstaff-Zyklus, Szenen aus dem Theater- und Jägerleben sowie Interieurstudien, die ihre Verwendung vielfach anschließend in den Klosterbildern finden. Darüber hinaus betätigt er sich als hervorragender Zeichner mit Illustrationen und Karikaturen, zahlreiche seiner beliebten "Trinkgemälde" werden in Zeitschriften reproduziert und dadurch weithin bekannt. Nach anfänglichem Zeichenunterricht war Grützner 1865 in die Malklasse von Anschütz an der Akademie eingetreten. Nebenbei holte er sich Rat und Anregung bei Carl Theodor von Piloty, bis er 1867 in dessen Klasse aufgenommen wird. Drei Jahre später verlässt er die Akademie und bezieht ein eigenes Atelier. Bereits in seiner Studienzeit klingt mit dem Gemälde "Im Klosterkeller", das Grützner aufgrund seiner Beliebtheit diverse Male wiederholen muss, die künftige Thematik seiner Arbeiten an. Mit seinen Werken hebt er gewissermaßen das Genre der klösterlichen Trinkgemälde aus der Taufe, in denen er in anekdotisch-humoristischer Manier das Genre des lustigen und sinnenfreudigen Mönches bedient. In den Klosterkellern, Küchen und Schankstuben gilt sein Interesse besonders dem Moment der Verkostung alkoholischer Erzeugnisse oder der Vorfreude auf sinnliche Genüsse. Seine Meisterschaft im Genrebild zeigt sich vor allem in der variationsreichen kompositorischen Durcharbeitung der Szenerie, der Lebendigkeit der Figuren, seine Detailfreude und seine technische Versiertheit bei der Darstellung unterschiedlichster Stofflichkeiten und Materialien. Mit zeichnerischer Genauigkeit widmet er sich der Ausstattung der Klosterküche, zeigt Keramik- und Metallgeschirr, alte und geschnitzte Holzbänke und -tische, abgetretene Steinfließen und verschiedene Gemüse im Bastkorb. Die erzählerische Szene im Zentrum konstruiert er durch fein modellierte Gesten und Haltungen, in denen der Charakter und die Emotionen der Figuren voll zur Geltung kommen: die Freude der beiden Mönche über das erlegte Wildschwein, der stolze Jäger mit dem etwas simpel erscheinenden Gehilfen, der aufgeregte Jagdhund der seine Belohnung aus der Hand des Kochs erwartet. Wie auf einer kleinen Theaterbühne arrangiert Grützner das Schauspiel und erfüllt zugleich die Funktion des Regisseurs, Bühnen- und Kostümbildners – Fähigkeiten, die seine hervorragende Ausbildung im Atelier des renommierten Historienmalers Piloty eindrucksvoll zur Geltung bringt. [KT]



 

Aufgeld, Steuern und Folgerechtsabgabe zu Eduard von Grützner "Ein guter Braten"
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4% des Zuschlags ab 400,00 Euro bis zu 50.000 Euro,
weitere 3 % Prozent für den Teil des Zuschlags von 50.000,01 bis 200.000 Euro,
weitere 1 % für den Teil des Zuschlags von 200.000,01 bis 350.000 Euro,
weitere 0,5 Prozent für den Teil des Zuschlags von 350.000,01 bis 500.000 Euro und
weitere 0,25 Prozent für den Teil Zuschlags über 500.000 Euro.
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Die Folgerechtsvergütung ist umsatzsteuerfrei.