Auktion: 528 / Klassische Moderne am 11.06.2022 in München Lot 449

 

449
Lyonel Feininger
Mural Design for the 1st Class Dining Room of the SS Constitution, 1949.
Aquarell und Tuschfederzeichnung
Schätzpreis: € 35.000 - 45.000
+
Mural Design for the 1st Class Dining Room of the SS Constitution. 1949.
Aquarell und Tuschfederzeichnung.
Links unten signiert und datiert sowie bezeichnet "to Lux". Auf Bütten. 24 x 63,7 cm (9,4 x 25 in), Blattgröße.
[AR].
• Fein aquarellierte Vorstudie für ein Wandgemälde auf der SS Constitution, einem Schiff der American Export Lines
• Feiningers lebenslange Begeisterung für maritime Themen erfährt mit der Auftragsarbeit für einen der exklusivsten Ozeandampfer seiner Zeit eine ganz besondere Würdigung
• Mit einer persönlichen Widmung an seinen jüngsten Sohn T. Lux Feininger
.

Achim Moeller, Direktor des Lyonel Feininger Project LLC, New York – Berlin, hat die Echtheit dieses Werkes, das im Archiv des Lyonel Feininger Project unter der Nummer 1728-11-01-21 registriert ist, bestätigt.

PROVENIENZ: T. Lux Feininger, New York (als Geschenk vom Künstler erhalten).
Privatsammlung (durch Erbschaft erhalten).
Privatsammlung New York.

Aufrufzeit: 11.06.2022 - ca. 18.06 h +/- 20 Min.

Ende der 1940er Jahre begann in den Vereinigten Staaten die große Ära der transatlantischen Ozeandampfer. Im Zuge dessen gaben die American Export Lines zwei Ozeanriesen, die SS Independence und die SS Constitution, in Auftrag. Im Juli 1949 schrieb die New York Times, dass die Schiffe, „wie schon ihre Namen“ verraten, „das Beste amerikanischer Kultur“ sein werden. Mit den „neuesten Errungenschaften in Stromlinienbau, Design, Konstruktion und Ausstattung“ sollten sie die neuen Aushängeschilder amerikanischer Ingenieurs- und Designkunst werden.

Dementsprechend wurde für die 1.000 Passagiere der imposanten Schiffe, die mehr als 200 Meter lang, 30 Meter breit und 23.700 Bruttoregistertonnen schwer waren, an nichts gespart, insbesondere nicht an der Innenausstattung. Der renommierte Designer Henry Dreyfuss (1904–1972) wurde mit dem Innendesign beauftragt und wählte Lyonel Feininger für die Gestaltung des Wandgemäldes im Speisesaal für die Gäste der ersten Klasse aus.

Im Frühjahr 1949 fing Feininger an, fieberhaft an dem Design zu arbeiten, und schon im Juli konnte Feiningers Frau Julia dem alten Bauhauskollegen Georg Muche (1895–1987) berichten, die „Skizzen sind in erster Instanz angenommen“. Das endgültige Design mit seinen gedämpften Weiß-, Blau und Rosatönen, der aus dem Meer hervorsteigenden Stadt im Vordergrund und den dahinter kreuzenden Segelschiffen ließ die Passagiere von den Küsten des Mittelmeers träumen. Dieses Aquarell, dass er seinem jüngsten Sohn T. Lux (1910–2011) schenkte, ist sehr nah – wenn auch etwas detailreicher – am finalen Entwurf, den Feininger in einem Gemälde verewigte (Moeller 519 | Stiftung Sammlung Ziegler im Kunstmuseum Mülheim an der Ruhr). Auch wenn das „Wandgemälde“ in „Wirklichkeit ein Riesenbild auf Leinewand“ war, wie Julia im Sommer 1950 schrieb, bereitete es Feininger viel Mühe und ihr „.. Mann hatte eine Erholung besonders nötig, nach all der Arbeit und Aufregung mit dem mural [Wandgemälde] für den neuen Dampfer.“

Kurz bevor die SS Constitution am 25. Juni 1951 zu ihrer Jungfernfahrt aufbrach, besuchte Feininger zusammen mit seinen Söhnen T. Lux und Andreas (1906–1999) den Ozeanriesen und ließ sich stolz vor der letzten ausgeführten Auftragsarbeit seines Lebens ablichten. Wohl auch als Andenken an diesen besonderen Tag widmete Feininger dieses Aquarell später T. Lux.

Der regelmäßig zwischen New York, Genua, Neapel und Gibraltar verkehrende Dampfer erlangte im Jahr 1956, dem Todesjahr Feiningers, Berühmtheit, als Grace Kelly damit zu ihrer Hochzeit mit Prinz Rainier von Monaco in See stach.

[Moeller Fine Art Projects | The Lyonel Feininger Project, New York – Berlin, Sebastian Ehlert]



 

Aufgeld, Steuern und Folgerechtsabgabe zu Lyonel Feininger "Mural Design for the 1st Class Dining Room of the SS Constitution"
Dieses Objekt wird differenzbesteuert, zuzüglich einer Einfuhrumsatzabgabe in Höhe von 7 % (Ersparnis von etwa 5 % im Vergleich zur Regelbesteuerung) oder regelbesteuert angeboten.

Berechnung bei Differenzbesteuerung:
Zuschlagspreis bis 500.000 Euro: hieraus Aufgeld 32 %.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 27 % berechnet und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 2.500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 15 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 2.500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Das Aufgeld enthält die Umsatzsteuer, diese wird jedoch nicht ausgewiesen.

Berechnung bei Regelbesteuerung:
Zuschlagspreis bis 500.000 Euro: hieraus Aufgeld 25 %.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 20 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 2.500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 15 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 2.500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf die Summe von Zuschlag und Aufgeld wird die gesetzliche Umsatzsteuer, derzeit 19 %, erhoben. Als Ausnahme hiervon wird bei gedruckten Büchern der ermäßigte Umsatzsteuersatz von derzeit 7 % hinzugerechnet.

Wir bitten um schriftliche Mitteilung vor Rechnungsstellung, sollten Sie Regelbesteuerung wünschen.

Berechnung der Folgerechtsvergütung:
Für Werke von Künstlern die vor weniger als 70 Jahren verstorben sind, fällt gemäß § 26 UrhG eine Folgerechtsvergütung in folgender Höhe an:
4% des Zuschlags ab 400,00 Euro bis zu 50.000 Euro,
weitere 3 % Prozent für den Teil des Zuschlags von 50.000,01 bis 200.000 Euro,
weitere 1 % für den Teil des Zuschlags von 200.000,01 bis 350.000 Euro,
weitere 0,5 Prozent für den Teil des Zuschlags von 350.000,01 bis 500.000 Euro und
weitere 0,25 Prozent für den Teil Zuschlags über 500.000 Euro.
Der Gesamtbetrag der Folgerechtsvergütung aus einer Weiterveräußerung beträgt höchstens 12.500 Euro.

Die Folgerechtsvergütung ist umsatzsteuerfrei.