Auktion: 527 / Kunst des 19. Jahrhunderts am 11.06.2022 in München Lot 351

 

351
Louis Valtat
Au café. Mme Victor et Mme Suzanne Valtat, Um 1900.
Öl auf Leinwand
Nachverkaufspreis: € 20.000
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Au café. Mme Victor et Mme Suzanne Valtat. Um 1900.
Öl auf Leinwand.
Rechts unten monogrammiert. Verso auf der Leinwand signiert. Verso auf dem Keilrahmen mit Galerieetikett. 38,5 x 46 cm (15,1 x 18,1 in).

• Valtat ist ein wichtiger Vertreter der französischen Moderne, der in engem Austausch mit der Kunst der Impressionisten, der Nabis, Paul Gauguins und Henri de Toulouse-Lautrec steht
• Um 1900 wird er von den bedeutenden Galeristen Ambroise Vollard und der Galerie Durand-Ruel vertreten
• Als Modell dient Valtat oftmals seine Frau Suzanne mit dem zum modischen Chignon hochgesteckten blonden Haar
• Wundervolle Gartenszene in leichter, blumiger Ausführung, dem individuellen, charakteristisch bewegten Stil Valtats
.

Mit einer Bestätigung der Galerie Bühler/Dr. Hans-Peter Bühler, München,
April 1989, dass das Werk in den Archives Valtat verzeichnet ist.
Eine erneute Vorlage des Originals zur Aufnahme in das Werkverzeichnis kann Ende Juni 2022 vorgenommen werden.

PROVENIENZ: Sammlung Maurice Coutot (1901-1987), Paris.
Galerie Dr. Bühler, München (1989).
Privatsammlung Schleswig-Holstein (vom Vorgenannten erworben, seitdem in Familienbesitz).

AUSSTELLUNG: Browse & Darby, London (1985, verso mit dem Etikett).

LITERATUR: Drouot-Montaigne, Paris, Auktion 22.11.1987, Los 394 (m. Abb.).
Christie's, London, Auktion 21.2.1989, Los 199 (m. Abb.).

Louis Valtat folgt zunächst dem klassischen Curriculum des Malers und beginnt 1886 ein Studium an der Pariser École des Beaux-Arts bei dem angesehenen Salonmaler Jules Lefebvre sowie im Atelier von Gustave Moreau. Die Fortsetzung seiner Ausbildung an der freien Académie Julian unter Gustave Boulanger bringt ihn in Kontakt mit der neuen Generation von Malern wie Pierre Bonnard und Edouard Vuillard, die in der Dekorativität und der Befreiung der Formen neue Wege suchen und schließlich als die Künstlergruppe der "Nabis" im Umfeld Paul Gauguins und Maurice Denis’ in Erscheinung treten. Zwischen der Befreiung der Farbe von der Form in der Zersplitterung der Töne, wie es die Neoimpressionisten um Paul Signac betreiben, dem dekorativen Stil der "Nabis"-Künstler Bonnard und Vuillard und der Betonung der Linie des Jugendstils wie bei einem weiteren seiner Bekannten, Henri de Toulouse-Lautrec, entsteht ein Werk, das dynamisch alle diese Einflüsse aufsaugt und sie in eine höchst individuelle Sprache verwandelt. Dabei steht die Betonung der Fläche im Vordergrund, mit der sich vor allem die französische Avantgarde von den tradierten akademischen Mustern zu lösen versucht. In dynamischer Pinselführung setzt Valtat die beiden eleganten, am weißen Teetischchen im Park sitzenden Frauen, rechts die Ehefrau Suzanne, auf die Leinwand. Ihre leichten Kleider, das Haar und die Hütchen, der elegant geschwungene Tisch entstehen aus einer Handschrift, der Bewegung. In den locker geschwungenen Strichen wirken die hingetupften Figuren wie Blumen vor dem grünen Hintergrund. Sommerliche Leichtigkeit und Ungezwungenheit drücken sich in der Malweise aus, die von einem künstlerischen Selbstbewusstsein spricht, das weniger der Wiedergabe der Wirklichkeit als dem eigenen Eindruck und der künstlerischen Vorstellung verpflichtet ist. Seine so individuelle Bildsprache weckt das Interesse bedeutender Galeristen und Sammler wie Ambroise Vollard und Ivan Morozov, der etliche Bilder von ihm für seine Sammlung der französischen Avantgarde ankauft. Valtat stellt ebenso in der Galerie Durand-Ruel aus und nimmt an den für die Moderne so zentralen Ausstellungen der Brüsseler "Libre Esthétique" teil wie auch am Salon d’automne, wo er 1905 mit Henri Matisse, Maurice de Vlaminck und André Derain zu einem der ersten Mitglieder der "Fauves" werden wird. Die völlig freie, energiegeladene und der Bewegung verpflichtete Malweise solcher Werke zeigt bereits seine wesentliche Bedeutung für den Aufbruch in die Moderne. [KT]



 

Aufgeld, Steuern und Folgerechtsvergütung zu Louis Valtat "Au café. Mme Victor et Mme Suzanne Valtat"
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weitere 3 % Prozent für den Teil des Zuschlags von 50.000,01 bis 200.000 Euro,
weitere 1 % für den Teil des Zuschlags von 200.000,01 bis 350.000 Euro,
weitere 0,5 Prozent für den Teil des Zuschlags von 350.000,01 bis 500.000 Euro und
weitere 0,25 Prozent für den Teil Zuschlags über 500.000 Euro.
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Die Folgerechtsvergütung ist umsatzsteuerfrei.