Auktion: 534 / Contemporary Art Day Sale am 09.12.2022 in München Lot 166

 

166
Serge Poliakoff
Composition abstraite, 1962.
Öl auf Leinwand
Schätzpreis: € 50.000 - 70.000
+
Composition abstraite. 1962.
Öl auf Leinwand.
Poliakoff 62-21. Unten mittig monogrammiert. Verso auf der Leinwand signiert. 27,2 x 35,5 cm (10,7 x 13,9 in).
Die Arbeit ist im Archiv Serge Poliakoff, Paris, unter der Nummer 962022 verzeichnet.
• Durch die Reduzierung der Farbpalette und die Verdichtung der Komposition erhalten Poliakoffs Arbeiten der 1960er Jahre eine faszinierende Ausdruckskraft.
• Charakteristische Komposition mit äußerst spannungsvoller Farbverteilung.
• Serge Poliakoff ist einer der bedeutendsten Vertreter der Farbfeldmalerei in Europa
.

Wir danken Herrn Thaddée Poliakoff für die freundliche wissenschaftliche Beratung.

PROVENIENZ: Sammlung Claude de Muzac, Paris (verso auf dem Keilrahmen mit dem Etikett).
Galerie Dr. Gunzenhauser, München.
Privatsammlung Süddeutschland.
Privatsammlung Norddeutschland.

LITERATUR: Bestandskatalog der Galerie Dr. Alfred Gunzenhauser, 1987/88, S. 64-65.

Aufrufzeit: 09.12.2022 - ca. 14.58 h +/- 20 Min.

Der in Moskau geborene Serge Poliakoff gilt heute als einer der bedeutendsten Farbfeldmaler des 20. Jahrhunderts. Nach seinen figurativen malerischen Anfängen schafft er 1940 die ersten dezidiert abstrakten Bilder, die ihm in relativ kurzer Zeit große Erfolge einbringen: Im Jahr 1945 wird die erste Ausstellung seiner abstrakten Gemälde in Paris eröffnet, 1947 wird er mit dem Kandinsky-Preis für abstrakte Nachwuchsmaler ausgezeichnet. Bereits 1948 folgt der erste Ankauf eines seiner Gemälde für eine Museumssammlung.
Bei der vorliegenden Arbeit aus den frühen 1960er Jahren handelt es sich um eine Darstellung aus der reifen Schaffenszeit Serge Poliakoffs. Obwohl der Maler in vergleichsweise kurzer Zeit den charakteristischen Stil seiner Arbeiten entwickelt, verändert er seine bildsprachliche Ausdrucksweise anschließend nur noch geringfügig. In einem Vorwort des Werkverzeichnisses der Gemälde schreibt Alexis Poliakoff über die Arbeitsweise seines Vaters: "The frame [..] seemed to be an extension of his own being. There was no preparatory outline or sketch, the composition formed itself on the canvas [..]" (Alexis Poliakoff, Serge Poliakoff. Catalogue raisonné, Bd. III: 1959-1962, Paris 2011, S. 10). Eine bedeutende Veränderung, die Poliakoff jedoch noch später in seine Vorgehensweise einfließen lässt, macht zudem einen charakteristischen Wesenszug seiner Malerei deutlich: Er nutzt nicht mehr die formgebende Linie, um seinen Farbflächen ihre Gestalt zu verleihen, sondern lässt die Farbkanten aufeinander stoßen und macht so ihre facettenreiche und prozesshafte Ineinanderschachtelung möglich, die das Erscheinungsbild seiner späteren Arbeiten maßgeblich prägt. Dadurch gelingt es ihm, die Ausdruckskraft seiner Gemälde weiter zu steigern und ihre Kompositionen noch ausdifferenzierter zu charakterisieren. Einem Wandel ist zu dieser Zeit außerdem das Kolorit unterworfen: Während Poliakoff in den 1940er Jahren noch eine vergleichsweise reiche Farbpalette zum Einsatz bringt, schränkt er diese im Verlauf der 1950er Jahre zunehmend ein. In dem hier angebotenen Gemälde ist der stringente und ausgereifte Stil der frühen 1960er Jahre deutlich erkennbar. In einem andauernden Prozess scheint Poliakoff die Formen zu verdichten und die Farben zu reduzieren, bis jedes Farbfeld für sich, jedoch auch in ihrem Zusammenspiel, seine größtmögliche Ausdruckskraft erhält. [AM]



 

Aufgeld, Steuern und Folgerechtsvergütung zu Serge Poliakoff "Composition abstraite"
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Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 27 % berechnet und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 2.500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 15 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 2.500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Das Aufgeld enthält die Umsatzsteuer, diese wird jedoch nicht ausgewiesen.

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Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 2.500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 15 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 2.500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf die Summe von Zuschlag und Aufgeld wird die gesetzliche Umsatzsteuer, derzeit 19 %, erhoben. Als Ausnahme hiervon wird bei gedruckten Büchern der ermäßigte Umsatzsteuersatz von derzeit 7 % hinzugerechnet.

Wir bitten um schriftliche Mitteilung vor Rechnungsstellung, sollten Sie Regelbesteuerung wünschen.

Berechnung der Folgerechtsvergütung:
Für Werke lebender Künstler oder von Künstlern, die vor weniger als 70 Jahren verstorben sind, fällt gemäß § 26 UrhG eine Folgerechtsvergütung in folgender Höhe an:
4% des Zuschlags ab 400,00 Euro bis zu 50.000 Euro,
weitere 3 % Prozent für den Teil des Zuschlags von 50.000,01 bis 200.000 Euro,
weitere 1 % für den Teil des Zuschlags von 200.000,01 bis 350.000 Euro,
weitere 0,5 Prozent für den Teil des Zuschlags von 350.000,01 bis 500.000 Euro und
weitere 0,25 Prozent für den Teil Zuschlags über 500.000 Euro.
Der Gesamtbetrag der Folgerechtsvergütung aus einer Weiterveräußerung beträgt höchstens 12.500 Euro.

Die Folgerechtsvergütung ist umsatzsteuerfrei.