Auktion: 534 / Contemporary Art Day Sale am 09.12.2022 in München Lot 119

 

119
Andy Warhol
Goethe, 1982.
Farbserigrafie
Schätzpreis: € 50.000 - 70.000
+
Goethe. 1982.
Farbserigrafie.
Feldmann/Schellmann/Defendi II.271. Signiert und nummeriert. Aus einer Auflage von 100 Exemplaren. Auf Lenox Museumskarton. 96,5 x 96,5 cm (37,9 x 37,9 in).
Gedruckt von Rupert Jasen Smith, New York (mit dem Trockenstempel). Herausgegeben von den Editionen Schellmann & Klüser, München/New York, in Zusammenarbeit mit Denise René/Hans Mayer, Düsseldorf (verso mit dem Copyright-Stempel). [AR].
• Farbstärkste Version der gesamten "Goethe"-Suite.
• Eine Ikone der Weltliteratur von Andy Warhol porträtiert.
• Tischbeins Gemälde wird zur Vorlage der Pop-Art, berühmte Werke von Sandro Botticelli und Leonardo Da Vinci folgen
.

PROVENIENZ: Galerie Hans Mayer, Düsseldorf.
Privatsammlung Hessen.

Aufrufzeit: 09.12.2022 - ca. 13.55 h +/- 20 Min.

Ein müder Blick, den Rucksack auf dem Rücken, die Jacke sitzt eher schlecht – scheinbar einer von zahlreichen Touristen, die sich vor Tischbeins berühmtem Gemälde "Goethe in der römischen Campagna" ablichten lassen. So hält die Fotografin Barbara Klemm Andy Warhol 1981 vor dem Werk fest, das ihm ein Jahr zuvor als Inspiration für sein Porträt des deutschen Dichters diente. Ein Porträtauftrag des Verlegers Siegfried Unseld führt den Pop-Art-Künstler 1980 nach Frankfurt am Main. Gemeinsam mit seinem Auftraggeber besucht Warhol das Städel Museum, wo Unseld anregt, eine Variation von Tischbeins Gemälde zu erstellen. Basierend auf einer Fotoaufnahme transformiert der "Hofmaler der 70er", wie Kunsthistoriker Robert Rosenblum Warhol bezeichnet (vgl. Robert Rosenblum, Andy Warhol: Der Hofmaler der Siebziger, in: Ausst.-Kat. Andy Warhol. Porträts, Museum of Contemporary Art, Sydney 1993; / Anthony d’Offay Gallery, London 1993/1994, München 1993), das Goethe-Bildnis in ein poppiges Porträt der Moderne. Seinem Siebdruckverfahren fügt er zeichnerische Elemente hinzu, wodurch das Motiv um eine malerische Oberflächenstruktur und die unverwechselbare künstlerische Handschrift erweitert wird. Die Konzentration auf das Gesicht mit der einhergehenden Überdimensionierung setzt das Antlitz Goethes plakativ in Szene und folgt damit Tischbeins ursprünglicher Intention, dem Gesicht besonders viel Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. So schreibt dieser seinerzeit in einem Brief an Johann Caspar Lavater: "sein Gesicht will ich recht genau und wahr nach zeichnen. Den man kan wohl keinen glückligern und austrucksvolleren Kopf sehen [sic]" (zit. nach: Jonas Fränkel (Hrsg.), Goethes Briefe an Charlotte von Stein, Bd. 5: Kommentar/Register, Berlin 1962, S. 199f.). [CE/MH]



 

Aufgeld, Steuern und Folgerechtsvergütung zu Andy Warhol "Goethe"
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Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 27 % berechnet und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 2.500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 15 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 2.500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
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Auf die Summe von Zuschlag und Aufgeld wird die gesetzliche Umsatzsteuer, derzeit 19 %, erhoben. Als Ausnahme hiervon wird bei gedruckten Büchern der ermäßigte Umsatzsteuersatz von derzeit 7 % hinzugerechnet.

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Berechnung der Folgerechtsvergütung:
Für Werke lebender Künstler oder von Künstlern, die vor weniger als 70 Jahren verstorben sind, fällt gemäß § 26 UrhG eine Folgerechtsvergütung in folgender Höhe an:
4% des Zuschlags ab 400,00 Euro bis zu 50.000 Euro,
weitere 3 % Prozent für den Teil des Zuschlags von 50.000,01 bis 200.000 Euro,
weitere 1 % für den Teil des Zuschlags von 200.000,01 bis 350.000 Euro,
weitere 0,5 Prozent für den Teil des Zuschlags von 350.000,01 bis 500.000 Euro und
weitere 0,25 Prozent für den Teil Zuschlags über 500.000 Euro.
Der Gesamtbetrag der Folgerechtsvergütung aus einer Weiterveräußerung beträgt höchstens 12.500 Euro.

Die Folgerechtsvergütung ist umsatzsteuerfrei.