Auktion: 534 / Contemporary Art Day Sale am 09.12.2022 in München Lot 112

 

112
Rupprecht Geiger
OE 260, 1956.
Öl auf Leinwand
Schätzpreis: € 50.000 - 70.000
+
OE 260. 1956.
Öl auf Leinwand.
Dornacher/Geiger 203. Verso auf dem Keilrahmen signiert, datiert, betitelt sowie mit Maßangaben versehen. 120 x 90 cm (47,2 x 35,4 in).
Verso mit einer weiteren, nicht zu Ende geführten Darstellung.
• Ausdrucksstarkes Gemälde des großen deutschen Vertreters der Farbfeldmalerei.
• Fein durchmoduliertes, frühes Farbfeld, das durch sein sanftes Oszillieren zwischen roten und blauen Farbwerten begeistert.
• Zum ersten Mal auf dem internationalen Auktionsmarkt angeboten (Quelle: artprice.com).
• Gemälde Rupprecht Geigers befinden sich in zahlreichen bedeutenden Sammlungen, wie u. a. in der Nationalgalerie Berlin, dem Museum Folkwang, Essen, und dem Lenbachhaus München
.

Wir danken Frau Julia Geiger, Archiv Geiger, München, für die freundliche Auskunft.

PROVENIENZ: Privatsammlung Süddeutschland (seit 1986, Galerie Wilbrand, Köln).

AUSSTELLUNG: Große Kunstausstellung München, Haus der Kunst, 7.6.-15.9.1957, Kat.-Nr. 892 (verso auf dem Keilrahmen mit dem Ausstellungsetikett).
Quadriennale Nazionale d'Arte di Roma, Arte Tedesca dal 1905 ad Oggi, Palazzo delle Esposizioni, Rom / Palazzo della Permanente, Mailand, Dezember-März 1957/58, Kat.-Nr. 63 (verso auf dem Keilrahmen mit dem Ausstellungsetikett).

"Rot ist schön. Rot ist Leben, Energie, Potenz, Macht, Liebe, Wärme. Kraft. Rot macht high. Mit ihrer Fähigkeit zu stimulieren, ist sie in machtvoller Funktion. Rot ist im Spektrum des Sonnenlichts. Schau in die glutrot untergehende Sonne, sie gibt dir Kraft für den nächsten Tag.“ Rupprecht Geiger, zit. nach: Cornelia Gockel, Rupprecht Geiger zum 100. Geburtstag, in: Kunstform, Bd. 190, 2008, S. 365

Aufrufzeit: 09.12.2022 - ca. 13.46 h +/- 20 Min.

Die Farben Rot und Blau zählen zweifellos zu den Protagonisten der Malerei Rupprecht Geigers. Während sie in seinen Gemälden ab etwa 1960 zunehmend isoliert voneinander in Erscheinung treten, verwendet der Künstler sie in den 1950er Jahren noch häufig in kombinierter Form. Ab 1955 entstehen in diesem Zusammenhang erste Gemälde in Öl, die Geiger anstatt der zuvor verwendeten Temperafarbe einsetzt. Mit dieser Darstellung aus dem Jahr 1956 schafft Geiger sowohl eines seiner frühsten Ölgemälde, wie sie dann für ihn typisch werden, als auch ein beeindruckendes Arrangement aus Formen und Farben, das die wesentlichen Aspekte seiner Kunst bereithält. Die mit Grundformen von Rechteck, Oval und Dreieck sowie geraden und gebogenen Linien spielende Komposition tritt mit den Rot- und Blautönen in ein belebendes Wechselverhältnis. Als charakteristisches Merkmal seiner Malerei präsentiert uns Geiger in diesem Gemälde zudem eine klare Flächenaufteilung mit fein modullierten Farbverläufen, wobei besonders das für den Künstler in dieser Zeit so bedeutungsvolle und existenzielle Rot in Szene gesetzt wird.
Noch zu Beginn seines abstrakten malerischen Werks lässt Geiger Seheindrücke aus der Natur in seine Arbeiten einfließen, denen er in Abhängigkeit zur Formgebung durch atmosphärische Farbstimmungen Ausdruck verleiht. In diesem Zusammenhang äußert sich der Künstler im Jahr 1949: "Die in diesen Bildern konstruierten abstrakten Formengebilde sind von mir als Skelett oder Gerüst gedacht, um daran die in der Naturlandschaft erlebten Farbstimmungen wieder aufleben zu lassen." (Rupprecht Geiger, zit. nach: Petra Giloy-Hirtz (Hrsg.), Rupprecht Geiger, Ostfildern-Ruit 1994, S. 94). Auch in unserer Arbeit ist diese Inspirationsquelle weiterhin spürbar, erklärt sie doch die feinen Lichteinflüsse und Stimmungswerte, die uns beim Betrachten entgegenströmen. Auf Geigers malerischem Weg, der ihn letztlich zur rein monochromen Aussagekraft der Farbe führt, handelt es sich bei dieser Arbeit um einen außergewöhnlichen, frühen Höhepunkt, der die zentralen Prinzipien seiner Malerei vereint und bereits kommende Entwicklungen erahnen lässt. [AM]



 

Aufgeld, Steuern und Folgerechtsvergütung zu Rupprecht Geiger "OE 260"
Dieses Objekt wird regel- oder differenzbesteuert angeboten, Folgerechtsvergütung fällt an.

Berechnung bei Differenzbesteuerung:
Zuschlagspreis bis 500.000 Euro: hieraus Aufgeld 32 %.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 27 % berechnet und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 2.500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 15 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 2.500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Das Aufgeld enthält die Umsatzsteuer, diese wird jedoch nicht ausgewiesen.

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Zuschlagspreis bis 500.000 Euro: hieraus Aufgeld 25 %.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 20 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 2.500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 15 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 2.500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf die Summe von Zuschlag und Aufgeld wird die gesetzliche Umsatzsteuer, derzeit 19 %, erhoben. Als Ausnahme hiervon wird bei gedruckten Büchern der ermäßigte Umsatzsteuersatz von derzeit 7 % hinzugerechnet.

Wir bitten um schriftliche Mitteilung vor Rechnungsstellung, sollten Sie Regelbesteuerung wünschen.

Berechnung der Folgerechtsvergütung:
Für Werke lebender Künstler oder von Künstlern, die vor weniger als 70 Jahren verstorben sind, fällt gemäß § 26 UrhG eine Folgerechtsvergütung in folgender Höhe an:
4% des Zuschlags ab 400,00 Euro bis zu 50.000 Euro,
weitere 3 % Prozent für den Teil des Zuschlags von 50.000,01 bis 200.000 Euro,
weitere 1 % für den Teil des Zuschlags von 200.000,01 bis 350.000 Euro,
weitere 0,5 Prozent für den Teil des Zuschlags von 350.000,01 bis 500.000 Euro und
weitere 0,25 Prozent für den Teil Zuschlags über 500.000 Euro.
Der Gesamtbetrag der Folgerechtsvergütung aus einer Weiterveräußerung beträgt höchstens 12.500 Euro.

Die Folgerechtsvergütung ist umsatzsteuerfrei.