Auktion: 533 / Modern Art Day Sale und Sammlung Hermann Gerlinger am 10.12.2022 in München Lot 475

 

475
Emil Nolde
Badende, 1946.
Aquarell
Schätzpreis: € 70.000 - 90.000
+
Badende. 1946.
Aquarell.
Rechts unten signiert. Auf Japan. 34,5 x 46,5 cm (13,5 x 18,3 in), blattgroß.
Das Aquarell ist im Sommer 1949 auf Sylt entstanden.
• Eine der seltenen Badeszenen.
• Auf Sylt entstanden.
• Stimmungsvolle Darstellung eines Sommertages am Meer
.

Mit einer Fotoexpertise von Prof. Dr. Manfred Reuther vom 8. Oktober 2022. Das Aquarell ist unter der Nummer "Nolde A - 250/2022" im Archiv Reuther registriert.

PROVENIENZ: Galerie Vömel, Düsseldorf.
Prof. Dr. Hilde Zadek, Wien (in den 1950er Jahren vom Vorgenannten erworben).
Privatsammlung Baden-Württemberg (als Geschenk vom Vorgenannten).

"Es war, als ob die freie Luft, der salzige Geschmack die tosenden Wogen mich spontan beglückten. Herzlich frisch und stärkend war der Wind, die Wanderungen auf dem festen Sand das Meer entlang meine Lust. Die Menschen, sie schwammen und tauchten und spielten und liefen umher, fast ganz der Kleider entblößt. Die Schönen, die Schlanken, die Dicken, die Krummen. Und Kinder malte ich, wie kleine Tierchen im gelben Sand krabbelnd, am Strand laufend, in den Wellen plätschernd."
Emil Nolde, zit. nach: Reisen, Ächtung, Befreiung: 1919-1946, Köln 1978, S. 102-104.

Aufrufzeit: 10.12.2022 - ca. 18.10 h +/- 20 Min.

Es dürfte wohl kaum einen Maler der klassischen Moderne gegeben haben, der sich so intensiv künstlerisch mit dem Meer und seinen Erscheinungen auseinandergesetzt hat wie Emil Nolde. Das seinem erwählten Domizil in Seebüll so nahe Meer hat Nolde immer wieder zu neuen Interpretationen angeregt. Doch meist ist das Meer, variiert durch unterschiedliche Lichtstimmungen und Wetterlagen, der alleinige Akteur. Hin und wieder finden sich ein paar Boote hinzu oder ein in der Ferne kreisender Vogel. Es sind einige Strandbilder in Öl bekannt, aber sie bilden eine Besonderheit im Werk des Künstlers. Speziell das Motiv der Badenden – welches eines der zentralen Motive der "Brücke"-Künstler ist, zu denen Nolde auch für einen kurzen Zeitraum zählt – ist in seinem Œuvre eher ungewöhnlich. Die Szene eines fröhlichen Sommertags ist in seiner Ganzheit erfasst. Das strahlende Blau des Himmels geht in das Grünblau des Meeres über und ist im Sommerkleid der Mutter gespiegelt. Die Figuren sind nicht Hauptakteur, die badenden Kinder und ihre Mutter sind mit schnellen Strichen erfasst. Vielmehr geht es um die Erfassung der gelösten fröhlichen Stimmung dieser leichten Momente im Sommer, wo die Tage endlos erscheinen. [SM]



 

Aufgeld, Steuern und Folgerechtsvergütung zu Emil Nolde "Badende"
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Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 2.500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 15 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 2.500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
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Auf die Summe von Zuschlag und Aufgeld wird die gesetzliche Umsatzsteuer, derzeit 19 %, erhoben. Als Ausnahme hiervon wird bei gedruckten Büchern der ermäßigte Umsatzsteuersatz von derzeit 7 % hinzugerechnet.

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Berechnung der Folgerechtsvergütung:
Für Werke lebender Künstler oder von Künstlern, die vor weniger als 70 Jahren verstorben sind, fällt gemäß § 26 UrhG eine Folgerechtsvergütung in folgender Höhe an:
4% des Zuschlags ab 400,00 Euro bis zu 50.000 Euro,
weitere 3 % Prozent für den Teil des Zuschlags von 50.000,01 bis 200.000 Euro,
weitere 1 % für den Teil des Zuschlags von 200.000,01 bis 350.000 Euro,
weitere 0,5 Prozent für den Teil des Zuschlags von 350.000,01 bis 500.000 Euro und
weitere 0,25 Prozent für den Teil Zuschlags über 500.000 Euro.
Der Gesamtbetrag der Folgerechtsvergütung aus einer Weiterveräußerung beträgt höchstens 12.500 Euro.

Die Folgerechtsvergütung ist umsatzsteuerfrei.