Auktion: 533 / Modern Art Day Sale und Sammlung Hermann Gerlinger am 10.12.2022 in München Lot 501

 

501
Erich Heckel
Frauen im Wald, 1922.
Öl auf Leinwand
Schätzpreis: € 70.000 - 90.000
+
Frauen im Wald. 1922.
Öl auf Leinwand.
Hüneke 1922-3. Vogt 1922/3. Rechts unten signiert und datiert. Verso auf der Leinwand signiert und datiert sowie auf dem Keilrahmen signiert, datiert und betitelt. 80 x 70 cm (31,4 x 27,5 in).

• Lichtdurchwirkte Darstellung in beruhigter Farbigkeit.
• Den Figuren wie auch der Landschaft verleiht Heckel eine einzigartige Zartheit und Anmut.
• Mensch und Natur
– das charakteristische „Brücke“-Motiv in einer späteren, besonders stimmungsvollen Komposition.

PROVENIENZ: Nachlass des Künstlers, Hemmenhofen.
Galerie Großhennig, Düsseldorf (1966).
Privatsammlung Rheinland.
Privatsammlung Norddeutschland (durch Erbschaft vom Vorgenannten).

AUSSTELLUNG: Erich Heckel, Städtisches Museum, Königsberg, 12.2.-18.3.1928, Kat.-Nr. 17.
Erich Heckel, Galerie Wilhelm Großhennig, Düsseldorf, Juni-September 1967, S. 9.
Deutsche und französische Kunstwerke des 20. Jahrhunderts, Galerie Wilhelm Großhennig, Düsseldorf, 10.11.1970-15.2.1971, S. 33.
Erich Heckel, Galerie Wilhelm Großhennig, Düsseldorf, 8.2.-13.3.1971, S. 37.
Erich Heckel, Galerie Wilhelm Großhennig, Düsseldorf, 1.11.1972-31.1.1973, S. 12.

Aufrufzeit: 10.12.2022 - ca. 18.44 h +/- 20 Min.

Zu Beginn der 1920er Jahre sind viele der Gemälde Erich Heckels geprägt von einer Zartheit, mit der sie sich deutlich von den Arbeiten früherer Schaffensphasen unterscheiden. Den flächigen, stark konturierten Stil der "Brücke"-Jahre, der besonders durch die intensive Farbigkeit seine große Ausdruckskraft erhält, hat der Künstler hinter sich gelassen. In der 1922 entstandenen Darstellung "Frauen im Wald" sind Licht und Wärme von außerordentlicher Präsenz. Die drei Aktfiguren im Vordergrund, in feinen Farbabstufungen modelliert, haben sich in den Schatten der Bäume zurückgezogen. Ihre anmutig wirkenden, in sich gekehrten Körperhaltungen tragen dabei in hohem Maße zu der bemerkenswerten Stimmung der Landschaftsszenerie bei. Hinter den Figuren öffnet sich der Blick auf einen in gleißendem Sonnenlicht liegenden Hügel. Durch seine Strahlkraft scheint er die Umgebung in Helligkeit zu tauchen. Die Schatten spendenden Baumreihen an den Seiten vermitteln konträr zum Hintergrund den Eindruck beruhigter Abgeschiedenheit. Für Erich Heckel handelt es sich um eines der zentralen Bildthemen seines künstlerischen Werdegangs. Nicht nur während des Bestehens der Künstlergruppe "Brücke", sondern über viele Jahrzehnte beschäftigt es ihn wie kaum ein anderes: der Mensch in der Natur. Bei dem hier vorliegenden Gemälde handelt es sich um eine der wenigen Aktszenen in der freien Natur, die er nicht explizit als Badeszene kenntlich macht. Gezeigt auf einer hoch bewachsenen Wiese, lässt uns der Künstler über die genaue Lage der Figuren im Unklaren. Ort und Zeit sind nicht die Leitmotive seiner Darstellung. Vielmehr stehen die Atmosphäre mit ihrer einzigartigen Lichtstimmung und die würdevolle Präsentation der Akte im Vordergrund. [AM]



 

Aufgeld, Steuern und Folgerechtsvergütung zu Erich Heckel "Frauen im Wald"
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Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 2.500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 15 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 2.500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
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Auf die Summe von Zuschlag und Aufgeld wird die gesetzliche Umsatzsteuer, derzeit 19 %, erhoben. Als Ausnahme hiervon wird bei gedruckten Büchern der ermäßigte Umsatzsteuersatz von derzeit 7 % hinzugerechnet.

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Berechnung der Folgerechtsvergütung:
Für Werke lebender Künstler oder von Künstlern, die vor weniger als 70 Jahren verstorben sind, fällt gemäß § 26 UrhG eine Folgerechtsvergütung in folgender Höhe an:
4% des Zuschlags ab 400,00 Euro bis zu 50.000 Euro,
weitere 3 % Prozent für den Teil des Zuschlags von 50.000,01 bis 200.000 Euro,
weitere 1 % für den Teil des Zuschlags von 200.000,01 bis 350.000 Euro,
weitere 0,5 Prozent für den Teil des Zuschlags von 350.000,01 bis 500.000 Euro und
weitere 0,25 Prozent für den Teil Zuschlags über 500.000 Euro.
Der Gesamtbetrag der Folgerechtsvergütung aus einer Weiterveräußerung beträgt höchstens 12.500 Euro.

Die Folgerechtsvergütung ist umsatzsteuerfrei.