Auktion: 533 / Modern Art Day Sale und Sammlung Hermann Gerlinger am 10.12.2022 in München Lot 490

 

490
Gabriele Münter
Madonna, Masken und Vogel, 1943.
Öl auf chamoisfarbenem Papier
Schätzpreis: € 25.000 - 35.000
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Madonna, Masken und Vogel. 1943.
Öl auf chamoisfarbenem Papier.
Links unten monogrammiert. Verso mit der handschriftlichen Werknummer "23 a/43" bezeichnet und mit einem Etikett mit der Konvolutnummer "6/5". 50 x 32,5 cm (19,6 x 12,7 in), blattgroß.
Laut Eintrag in Münters Arbeitsheft entstand diese Arbeit am Montag, 29. März 1943 „auf 1/2 (Bogen) Katastron“. [JS].
• In den individuellen Arrangements der Stillleben wird Gabriele Münters ganz persönliche Lebenswelt erfahrbar.
• Außergewöhnliches Blatt mit seltener Maskenmotivik.
• Aus dem Nachlass der Künstlerin
.

PROVENIENZ: Nachlass der Künstlerin (verso mit dem Stempel, nicht bei Lugt).
Gabriele Münter- und Johannes Eichner-Stiftung, München.
Privatsammlung Süddeutschland (seit 2000: Karl & Faber, 6.6.2000).
Privatsammlung Süddeutschland (vom Vorgenannten erworben).

LITERATUR: Karl & Faber, München, Auktion 199, Moderne Kunst, 6./7.6.2000, Los 684 (Tafel 53).

Aufrufzeit: 10.12.2022 - ca. 18.30 h +/- 20 Min.

Münter knüpft in unserem aufgrund der Maskenthematik außergewöhnlichen Stillleben an einen Themenkreis an, den sich die Künstlerin bereits in den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg erarbeitet. Ausgehend von Malexkursionen im Murnauer Umland, entdeckt Münter gemeinsam mit Kandinsky ihre Liebe zur bäuerlichen Volkskunst. Sie beginnt Hinterglasbilder zu malen und deren formale Struktur für den Bildaufbau ihrer Gemälde und Aquarelle zu nutzen. Die schwarzen Umrisslinien gehen auf diese intensive Rezeption der alpenländischen Volkskunst zurück, die auch für das vorliegende Aquarell von grundlegender Bedeutung ist. Zusammen mit Kandinsky trägt Münter in ihrem Haus in Murnau eine beachtliche Sammlung von Madonnenfiguren und anderen volkstümlichen Figuren zusammen. Typisch ist das Marienbild im Hintergrund und auch das Vögelchen kehrt in Münters häuslichen Stilllebenarrangements regelmäßig wieder. Außergewöhnlich und selten ist jedoch die Maskenmotivik in unserem leuchtenden Arrangement, die auch in ein Gemälde der Künstlerin Aufnahme findet und für die wohl alpenländische Fastnachtsmasken aus Holz die Vorlage liefern. Als Ausgleich zu der zunehmenden Industrialisierung und Technologisierung wendet sich Münter hier der Einfachheit und Naivität der allgegenwärtigen bäuerlichen Volkskunst zu und zieht aus dieser immer wieder wesentliche kreative Impulse für ihre unverwechselbare Stilllebenmalerei. [JS]



 

Aufgeld, Steuern und Folgerechtsvergütung zu Gabriele Münter "Madonna, Masken und Vogel"
Dieses Objekt wird regel- oder differenzbesteuert angeboten, Folgerechtsvergütung fällt an.

Berechnung bei Differenzbesteuerung:
Zuschlagspreis bis 500.000 Euro: hieraus Aufgeld 32 %.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 27 % berechnet und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 2.500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 15 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 2.500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Das Aufgeld enthält die Umsatzsteuer, diese wird jedoch nicht ausgewiesen.

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Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 20 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 2.500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 15 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 2.500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf die Summe von Zuschlag und Aufgeld wird die gesetzliche Umsatzsteuer, derzeit 19 %, erhoben. Als Ausnahme hiervon wird bei gedruckten Büchern der ermäßigte Umsatzsteuersatz von derzeit 7 % hinzugerechnet.

Wir bitten um schriftliche Mitteilung vor Rechnungsstellung, sollten Sie Regelbesteuerung wünschen.

Berechnung der Folgerechtsvergütung:
Für Werke lebender Künstler oder von Künstlern, die vor weniger als 70 Jahren verstorben sind, fällt gemäß § 26 UrhG eine Folgerechtsvergütung in folgender Höhe an:
4% des Zuschlags ab 400,00 Euro bis zu 50.000 Euro,
weitere 3 % Prozent für den Teil des Zuschlags von 50.000,01 bis 200.000 Euro,
weitere 1 % für den Teil des Zuschlags von 200.000,01 bis 350.000 Euro,
weitere 0,5 Prozent für den Teil des Zuschlags von 350.000,01 bis 500.000 Euro und
weitere 0,25 Prozent für den Teil Zuschlags über 500.000 Euro.
Der Gesamtbetrag der Folgerechtsvergütung aus einer Weiterveräußerung beträgt höchstens 12.500 Euro.

Die Folgerechtsvergütung ist umsatzsteuerfrei.