Auktion: 532 / 19th Century Art am 10.12.2022 in München Lot 364

 

364
Carl Spitzweg
Zwei Dirndl auf der Alm, Um 1870.
Öl auf Leinwand
Schätzpreis: € 40.000 - 60.000
+
Zwei Dirndl auf der Alm. Um 1870.
Öl auf Leinwand.
Wichmann 1459. Links unten mit der Signaturparaphe. Verso auf dem Keilrahmen mit handschriftlicher Nummerieung sowie Ausstellungsetikett Haus der Kunst, München. 22 x 39 cm (8,6 x 15,3 in).

• Wundervolles Panorama der oberbayerischen Voralpenlandschaft, die Spitzweg seit seinen malerischen Anfängen erschließt
• Neben seinen Genrebildern ist Spitzweg ein Meister der Landschaft, die er effektvoll durch Licht und Schatten und transparenter Luftperspektive modelliert
• Spitzweg begibt sich selbst unzählige Male auf Wanderschaft in die Berge
• Charakteristisches Motiv der späteren Zeit sind die Sennerinnen auf der Alm, bei dem der Gestaltung der Landschaft große Bedeutung zukommt
.

Wir danken Herrn Detlef Rosenberger, der das Werk im Original begutachtet hat, für die freundliche Auskunft.

PROVENIENZ: Sammlung Rolf Schiess, Waldhof, Flawil/Schweiz (Nr. 224. bis 1967).
Privatsammlung Süddeutschland (1996 erworben).
Privatsammlung Deutschland (2011 erworben).

AUSSTELLUNG: Carl Spitzweg und die französischen Zeichner Daumier, Grandville, Gavarni, Doré, Haus der Kunst, München, 23.11.-2.2.1985, S. 300, Nr. 535 (m. Abb. S. 477, verso mit dem Etikett).

LITERATUR: Auktionshaus Neumeister, München, Auktion 21.3.1996, Los 759 (m. Abb. Taf. 20).

Aufrufzeit: 10.12.2022 - ca. 15.55 h +/- 20 Min.

Carl Spitzwegs außergewöhnliche Charaktere sind weltbekannt, sie illustrieren die Erzählungen fataler Situationen von allzu Menschlichem aus dem Alltag, die Schilderung von Gefühlszuständen in skurrilen wie tragischen Lebenssituationen. Spitzweg schöpft dabei aus seinem ausgesprochen großen Bildungs- und Erfahrungsschatz, er ist belesen und viel gereist. Besonders in den Seengebieten Oberbayerns ist er viel unterwegs. In seinen Gemälden erzählt er von Begegnungen im Chiemgau mit den Anhöhen der Voralpenlandschaft, von Aufenthalten in Südtirol, Italien und der Schweiz. Er besteigt die Berge und genießt die Aussicht, etwa vom "ungeheuren" Watzmann in Berchtesgaden im Jahr 1836. Auch reist Spitzweg in der Mitte des Jahrhunderts nach Paris und kommt dort mit den jüngsten Errungenschaften der Barbizon-Maler in Berührung. Er erfährt viel über die Freilichtmalerei, die sogenannte Pleinairmalerei und die "Paysage intime", bei der ein Stück vertrauter Natur unter freiem Himmel bei natürlichen Lichtverhältnissen und naturgegebener Farbigkeit dargestellt ist. In der Folge wählt Spitzweg neben den hochformatigen Gassen und Häusern immer häufiger in breitem, panoramaartigen Querformat die Aussicht in die freie Natur. Er bedient nicht mehr nur das für ihn so berühmte Genre, sondern versteht sich auch als großartiger Beobachter von Landschaften, in die er den Menschen in kleiner Staffage – wie hier die zwei jungen Mädchen – als Zeuginnen und Bewunderinnen einmaliger Blicke einbezieht. Es sind diese einzigartigen Gebirgslandschaften mit dem Blick ins Tal wie hier, die der Künstler selbst erwandert hat. Er hält sie in zahlreichen Skizzen, kleinen Ölstudien mit erzählerischem Beiwerk fest, um dann im Atelier die große Weite der Landschaft zu erinnern. Spitzweg erzählt von den mühevollen Aufstiegen durch enge Schluchten, über Lichtungen und genießt mit den beiden Dirndln den Blick ins Tal vom Plateau der Alm unter dem Gipfel des Herzogstands. Den Betrachter:innen und den beiden Mädchen eröffnet sich die weite Ebene in Richtung Landsberg am Lech und über den dazwischen im Dunst liegenden Ammersee und Starnberger See. Man spürt Spitzwegs Begeisterung am romantischen Fernblick und seinen Respekt vor der naturgegebenen Nuancierung. Die Brechung des Lichts in ihrem sanften Wechsel passt er meisterhaft an, ausgehend von dem stimmungsvoll detailliert erzählten Vordergrund der Alm über die dunstige, ausgedehnte Landschaft bis zum Horizont und darüber schließlich dem weiten wolkenlosen Himmel. [MvL]



 

Aufgeld und Steuern zu Carl Spitzweg "Zwei Dirndl auf der Alm"
Dieses Objekt wird regel- oder differenzbesteuert angeboten.

Berechnung bei Differenzbesteuerung:
Zuschlagspreis bis 500.000 Euro: hieraus Aufgeld 32 %.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 27 % berechnet und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 2.500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 15 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 2.500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Das Aufgeld enthält die Umsatzsteuer, diese wird jedoch nicht ausgewiesen.

Berechnung bei Regelbesteuerung:
Zuschlagspreis bis 500.000 Euro: hieraus Aufgeld 25 %.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 20 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 2.500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 15 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 2.500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf die Summe von Zuschlag und Aufgeld wird die gesetzliche Umsatzsteuer, derzeit 19 %, erhoben. Als Ausnahme hiervon wird bei gedruckten Büchern der ermäßigte Umsatzsteuersatz von derzeit 7 % hinzugerechnet.

Wir bitten um schriftliche Mitteilung vor Rechnungsstellung, sollten Sie Regelbesteuerung wünschen.