277
Joseph Roth
Eigh. Brief m. U. an Erich Lichtenstein, 1925.
Schätzpreis: € 2.000
277
Joseph Roth
Eigh. Brief m. U. an Erich Lichtenstein, 1925.
Schätzpreis: € 2.000
Joseph Roth
Schriftsteller, 1894-1939. Eigenhändiger Brief mit Unterschrift "Joseph Roth". Berlin, 22. Januar 1925. 2/3 S. 22,5 : 16,5 cm.
Bedeutender Brief von Joseph Roth an den Verleger Erich Lichtenstein über Unzufriedenheit mit seinem aktuellen Verlag und neue Buchprojekte.
Roth schreibt aus Berlin, vermittelt durch Dr. Max Krell, und wendet sich an Lichtenstein, um mögliche neue Publikationswege auszuloten, da er mit seinem bisherigen Verlag Die Schmiede unzufrieden ist. Besonders bemerkenswert sind Roths ehrliche Worte zu seinem Frust über deren Konditionen und sein Angebot einer neuen Zusammenarbeit:
"Mitte Februar habe ich einen Roman fertig. Ich bin aber durch Vertrag an die 'Schmiede' gebunden. Ich gestehe Ihnen aufrichtig und mit der Bitte um Diskretion, daß ich mit der Propaganda, dem Honorar und der Ausstattung der Bücher nicht zufrieden bin. Ich glaube auch nicht, daß sich die Schmiede mit meinen neuen Forderungen zufrieden geben wird. Es könnte also sehr gut der Fall eintreten, daß ich mit Ihnen in geschäftliche Verbindung trete."
Im Jahr zuvor waren seine großen Romane wie Hotel Savoy und Die Rebellion bei der Schmiede erschienen. Im zweiten Teil des Briefes äußert sich Roth über ein völlig neues, nicht romanhaftes Buchprojekt, für das er noch keinen Vertrag hat:
"Indessen habe ich Lust, nicht nur Romane, sondern auch andere Dinge zu schreiben, die mit dem Vertrag der Schmiede nichts zu tun haben. So habe ich seit Langem den Plan, ein Buch Dialoge zu schreiben, ernst und witzig über ‚Tagesfragen‘ im weitesten Sinn. Das Buch könnte z.B. ‚Alfred und Eduard‘ heißen, die Namen der Sprechenden und dergleichen mehr."
Abschließend drückt er den Wunsch nach einem persönlichen Treffen aus, da er plane, bald nach Paris zu reisen:
"Ich höre, daß Sie manchmal in Berlin sind. Ich bleibe noch bis März hier und will dann nach Paris. Wenn Sie hierher kommen, würde ich um Verständigung bitten. Auf jeden Fall aber bitte ich um eine freundliche Antwort."
Die Erwähnung des geplanten, aber nie erschienenen Dialog-Buchs Alfred und Eduard gibt einen seltenen Einblick in seine Ideenfindung abseits seiner großen Romane. 1925 erschienen die kleineren Werke Der blinde Spiegel sowie April Die Geschichte einer Liebe , beide im Berliner Verlag J. H. W. Dietz.
- PROVENIENZ: Aus einer bedeutenden französischen Privatsammlung.
Important letter from Joseph Roth to the publisher Erich Lichtenstein expressing his dissatisfaction with his current publisher "Die Schmiede" and discussing new book projects. Autograph letter signed "Joseph Roth". 2/3 p. 22,5 : 16,5 cm. Significant French private collection.
Schriftsteller, 1894-1939. Eigenhändiger Brief mit Unterschrift "Joseph Roth". Berlin, 22. Januar 1925. 2/3 S. 22,5 : 16,5 cm.
Bedeutender Brief von Joseph Roth an den Verleger Erich Lichtenstein über Unzufriedenheit mit seinem aktuellen Verlag und neue Buchprojekte.
Roth schreibt aus Berlin, vermittelt durch Dr. Max Krell, und wendet sich an Lichtenstein, um mögliche neue Publikationswege auszuloten, da er mit seinem bisherigen Verlag Die Schmiede unzufrieden ist. Besonders bemerkenswert sind Roths ehrliche Worte zu seinem Frust über deren Konditionen und sein Angebot einer neuen Zusammenarbeit:
"Mitte Februar habe ich einen Roman fertig. Ich bin aber durch Vertrag an die 'Schmiede' gebunden. Ich gestehe Ihnen aufrichtig und mit der Bitte um Diskretion, daß ich mit der Propaganda, dem Honorar und der Ausstattung der Bücher nicht zufrieden bin. Ich glaube auch nicht, daß sich die Schmiede mit meinen neuen Forderungen zufrieden geben wird. Es könnte also sehr gut der Fall eintreten, daß ich mit Ihnen in geschäftliche Verbindung trete."
Im Jahr zuvor waren seine großen Romane wie Hotel Savoy und Die Rebellion bei der Schmiede erschienen. Im zweiten Teil des Briefes äußert sich Roth über ein völlig neues, nicht romanhaftes Buchprojekt, für das er noch keinen Vertrag hat:
"Indessen habe ich Lust, nicht nur Romane, sondern auch andere Dinge zu schreiben, die mit dem Vertrag der Schmiede nichts zu tun haben. So habe ich seit Langem den Plan, ein Buch Dialoge zu schreiben, ernst und witzig über ‚Tagesfragen‘ im weitesten Sinn. Das Buch könnte z.B. ‚Alfred und Eduard‘ heißen, die Namen der Sprechenden und dergleichen mehr."
Abschließend drückt er den Wunsch nach einem persönlichen Treffen aus, da er plane, bald nach Paris zu reisen:
"Ich höre, daß Sie manchmal in Berlin sind. Ich bleibe noch bis März hier und will dann nach Paris. Wenn Sie hierher kommen, würde ich um Verständigung bitten. Auf jeden Fall aber bitte ich um eine freundliche Antwort."
Die Erwähnung des geplanten, aber nie erschienenen Dialog-Buchs Alfred und Eduard gibt einen seltenen Einblick in seine Ideenfindung abseits seiner großen Romane. 1925 erschienen die kleineren Werke Der blinde Spiegel sowie April Die Geschichte einer Liebe , beide im Berliner Verlag J. H. W. Dietz.
- PROVENIENZ: Aus einer bedeutenden französischen Privatsammlung.
Important letter from Joseph Roth to the publisher Erich Lichtenstein expressing his dissatisfaction with his current publisher "Die Schmiede" and discussing new book projects. Autograph letter signed "Joseph Roth". 2/3 p. 22,5 : 16,5 cm. Significant French private collection.
Aufgeld und Steuern zu Joseph Roth "Eigh. Brief m. U. an Erich Lichtenstein"
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Berechnung bei Differenzbesteuerung:
Zuschlag bis einschließlich € 200.000: 34 % Aufgeld.
Zuschläge über € 200.000: Teilbeträge bis einschließlich € 200.000 34 %, Teilbeträge über € 200.000 29 % Aufgeld.
Das Aufgeld enthält die Umsatzsteuer, diese wird jedoch nicht ausgewiesen.
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Zuschlag bis einschließlich € 200.000: 27 %.
Zuschläge über € 200.000: Teilbeträge bis einschließlich € 200.000 27%, Teilbeträge über € 200.000 22 % Aufgeld.
Auf die Summe von Zuschlag und Aufgeld wird die gesetzliche Umsatzsteuer von 7 % erhoben.
Wir bitten um schriftliche Mitteilung vor Rechnungsstellung, sollten Sie Regelbesteuerung wünschen.
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