abbildung folgt


123000203
Willi Baumeister
Phantom mit roter Figur, 1953.
Öl mit Kunstharz auf Hartfaserplatte
Schätzpreis: € 250.000 - 350.000
Informationen zu Aufgeld, Steuern und Folgerechtsvergütung sind ab vier Wochen vor Auktion verfügbar.
123000203
Willi Baumeister
Phantom mit roter Figur, 1953.
Öl mit Kunstharz auf Hartfaserplatte
Schätzpreis: € 250.000 - 350.000
Informationen zu Aufgeld, Steuern und Folgerechtsvergütung sind ab vier Wochen vor Auktion verfügbar.

Willi Baumeister
1889 - 1955

Phantom mit roter Figur. 1953.
Öl mit Kunstharz auf Hartfaserplatte.
Links unten signiert und datiert "9 53". Verso signiert, datert, betitelt und mit den Maßangaben bezeichnet. 53,5 x 81 cm (21 x 31,8 in). In Original-Künstlerleiste. [JS].

• Baumeister vom Feinsten im großen Format: Fein ausbalacierter Dialog zwischen Linie und Fläche, Farben und Formen, Schwarz und Weiß, Erde und Kosmos.
• Selten und Wegweisenden: Aus der lediglich 8 Gemälde umfassenden Werkreihe der "Phantome", Auftakt zu Baumeisters wichtigster Schaffensphase.
• Schwarze Dominanz: Das schwebende Schwarz der "Phantome" wird fortan zu Baumeisters zentralem Kompositionsprinzip.
• Von musealer Qualtität: Das vergleichbare Gemälde "Schwarzes Phantom" (1952) ist heute Teil der Sammlung des Museo Thyssen-Bornemisza, Madrid.
• Weitere Gemälde dieser Schaffensphase befinden sich in wichtigen internationalen Sammlungen, u.a. im Milwaukee Art Museum, der Nationalgalerie Berlin und im Museum of Modern Art, New York.
• Seit 35 Jahren Teil einer bedeutenden deutschen Privatsammlung
.

PROVENIENZ: Sammlung Klaus Gebhard, München.
Privatssammlung Rheinland (1990 vom Vorgenannten erworben, seither in Familienbesitz).

AUSSTELLUNG: Willi Baumeister, Württembergischer Kunstverein, Stuttgart, 23.1.-21.2.1954, Kat.-Nr. 182.

LITERATUR: Peter Beye, Felicitas Baumeister, Willi Baumeister. Werkkatalog der Gemälde, Bd. II, Ostfildern 2002, WVZ-Nr. 1932 (m. Abb.).
Will Grohmann, Willi Baumeister. Leben und Werk, Köln 1963, S. 137, WVZ-Nr. 1477 (m. Abb. S. 234, unter dem Titel "Phantom mit roter Figur I").

„Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder, sondern macht sichtbar.“ - in diesen Worten Paul Klees drückt sich auch Baumeisters Grundhaltung aus aus: er arbeitet nicht nach, sondern wie die Natur . Sein Werk ist Ausdruck einer Gestaltung, die ihren Sinn in sich selbst trägt, und die - wenn überhaupt, nur so als Schöpfung bestimmt werden kann.“
(Peter Beye/Tilman Osterwold, Willi Baumeister >Das Unbekannte in der Kunst<, in: Willi Baumeister, Ausst. Kat. Württembergischer Kunstverein 1979, S. 9)

Mit „Phantom mit roter Figur“ ist Willi Baumeister 1953 eine qualitativ herausragende Komposition von musealer Qualität gelungen, die seine zentrale Stellung innerhalb der internationalen Nachkriegsabstraktion auf besondere Weise belegt. Das großformatige Gemälde zählt zu jener reifen Werkphase, in der Baumeister zu seiner heute als charakteristisch geltenden, archaisch anmutenden, hoch verdichteten Formsprache vordringt, deren Zentrum fortan stets eine dominante schwarze oder weiße Fläche bildet. Nur noch in vereinzelten Bildelementen, wie hier in der "roten Figur", spielt Baumeister souverän mit figürlichen Assoziationen und lotet damit den Grenzbereich zwischen Abstraktion und Figuration bis an ein Maximum gesteigert künstlerisch aus. Es sind diese äußerst kraftvollen Kompositionen seiner letzten Werkreihen zu denen neben der zahlenmäßig kleinen Werkfolge „Phantom“, auch die berühmten Gemälde der „Montaru“ und „Monturi“-Folge zählen, welche Baumeister fortan einen festen Platz unter den Protagonisten der europäischen Nachkriegsavantgarde sichern und deshalb bis heute als seine international gefragtesten Schöpfungen gelten.
Während sein am Schaffen des Bauhauskünstlers Oskar Schlemmer und des französischen Kubisten Fernand Leger orientiertes Frühwerk noch bis in die 1930er Jahre – wenn auch stark abstrahiert - der Figur verpflichtet bleibt, beschreitet der Künstler fortan den Weg hin zu einer maximal gesteigerten Abstraktion, die nur noch in sehr vereinzelten Elementen zu zeichenhaften Bildkürzeln verdichtet – wie auch im vorliegenden Fall – mit gegenständlichen Assoziationen spielt. „Idiogramme“, „Eidos“ und „Afrikanisch“ lauten unter anderem die Titel jener Werkreihen, mit deren Hilfe Baumeister in den 1930er und 1940er Jahren den erfolgreichen Weg hin zu diesen reifen Kompositionen der frühen 1950er Jahre beschreitet, zu denen auch "Phantom mit roter Figur" zählt. Die kleine und qualitativ herausragende „Phantom“- Werkreihe nimmt in diesem Kontext eine zentrale Schlüsselrolle ein, denn es sind diese gerade einmal acht Kompositionen, welche mit ihren dominanten schwarzen Formgebilden die zentralen Kompositionsprinzipien der anschließenden, zwischen 1953 und 1955 entstehenden Werkfolgen „Montaru“, „Monturi“ und „ARU“ in entscheidender Weise vorbereiten. Baumeister, der 1952 seine erste amerikanische Einzelausstellung in der Hacker Gallery in New York zeigt und im folgenden zu den Künstlern der renommierten Kleeman Galleries, New York, zählt, einem der bedeutendsten Vertreter europäischer Nachkriegsavantgarde auf dem amerikanischen Markt, befindet sich Anfang der 1950er Jahre auf seinem künstlerischen Höhepunkt. Gemälde aus dieser bedeutenden Schaffensphase sind heute Teil zahlreicher internationaler Museumssammlungen, wie u.a. des Museo Thyssen-Bornemisza, Madrid (Schwarzes Phantom, 1952), des Sprengel Museum Hannover (Montaru 1, 1953), des Milwaukee Art Museum (u.a. Montaru 2, 1953), der Nationalgalerie Berlin (Montaru 8, 1953, und ARU 5, 1955) und des Museum of Modern Art, New York (ARU 6, 1955).
Den äußerst fein ausbalancierten Farb- und Formklang von „Phantom mit roter Figur“ hat Baumeister u.a. auch noch in einer kleineren Gemäldeversion ausgeführt, welche unter dem Titel „Phantom mit Rot“ (Beye/Baumeister 1933) geführt wird und 2016 von uns erfolgreich in eine bedeutende deutsche Privatsammlung mit zentralen Positionen der europäischen Moderne veräußert werden konnte. Geradezu visionär erscheint jene diese diese Kompositionen beherrschende, kraftvoll zu den Rändern hin ausgreifende, schwebende und metaphysisch anmutende, tief schwarze „Phantom“-Form, die schließlich in den nachfolgenden Werkfolgen zu Baumeisters zentralem Kompositionsprinzip wird: „Das Schwarz überwiegt in den letzten Serien. Es überzieht dabei zunehmend von der Mitte aus die Bildfläche und drängt die peripheren Farbformen immer stärker an den Rand – als Nicht-Farbe überzieht es die Farbe schlechthin, nämlich die Primärfarben Rot, Gelb, Blau in der Hauptsache. Dennoch behalten auch diese Großformen ihren mythisch-wesenhaften Charakter bei: Die „Montaru“-Flächen haben noch häufig die „Phantom“-Augen, die „Aru“-Form ist gestisch-gestalthaft. Der Mythos als einzige große Leerform: Die späten Serien ziehen in der Tat die Summe des gesamten Oeuvres.“ (Willi Baumeister, Ausst. Kat. Württembergischer Kunstverein, Stuttgart 1979, S. 24). [JS]






München
Hauptsitz
Joseph-Wild-Str. 18
81829 München
Tel.: +49 (0)89 55 244-0
Fax: +49 (0)89 55 244-177
info@kettererkunst.de
Hamburg
Louisa von Saucken / Undine Schleifer
Holstenwall 5
20355 Hamburg
Tel.: +49 (0)40 37 49 61-0
Fax: +49 (0)40 37 49 61-66
infohamburg@kettererkunst.de
Berlin
Dr. Simone Wiechers
Fasanenstr. 70
10719 Berlin
Tel.: +49 (0)30 88 67 53-63
Fax: +49 (0)30 88 67 56-43
infoberlin@kettererkunst.de
Köln
Cordula Lichtenberg
Gertrudenstraße 24-28
50667 Köln
Tel.: +49 (0)221 510 908-15
infokoeln@kettererkunst.de
Baden-Württemberg
Hessen
Rheinland-Pfalz

Miriam Heß
Tel.: +49 (0)62 21 58 80-038
Fax: +49 (0)62 21 58 80-595
infoheidelberg@kettererkunst.de
Norddeutschland
Nico Kassel, M.A.
Tel.: +49 (0)89 55244-164
Mobil: +49 (0)171 8618661
n.kassel@kettererkunst.de
Keine Auktion mehr verpassen!
Wir informieren Sie rechtzeitig.

 
Jetzt zum Newsletter anmelden >

© 2026 Ketterer Kunst GmbH & Co. KG Datenschutz Impressum Barrierefreiheit