126000231
Paul Klee
Kleines Bühnenbild, 1916.
Aquarell und Feder auf Papier auf Karton aufgez...
Schätzpreis: € 120.000 - 150.000
Informationen zu Aufgeld, Steuern und Folgerechtsvergütung sind ab vier Wochen vor Auktion verfügbar.
126000231
Paul Klee
Kleines Bühnenbild, 1916.
Aquarell und Feder auf Papier auf Karton aufgez...
Schätzpreis: € 120.000 - 150.000
Informationen zu Aufgeld, Steuern und Folgerechtsvergütung sind ab vier Wochen vor Auktion verfügbar.

Paul Klee
1879 - 1940

Kleines Bühnenbild. 1916.
Aquarell und Feder auf Papier auf Karton aufgezogen.
Rechts unten signiert. Links unten auf dem Karton datiert und bezeichnet mit "11". 10,2 x 13,9 cm (4 x 5,4 in). Karton: 15,2 x 17,8 cm (5,9 x 7 in).
[AW].

• Fantasievoll lichtet Paul Klee den Vorhang auf eine besonders atmosphärische Theaterbühne.
• Von außergewöhnlicher Farbkomposition und flächiger Formensprache.
• Im Kriegsjahr 1916 wird Paul Klee einberufen und bespielt zugleich seine erste Einzelausstellung mit abstrakten Aquarellen bei Herwarth Walden in der Galerie Der Sturm.
• Bereits in den 1920er Jahren erstmals ausgestellt.
• Beeindruckende Provenienz: Einst im Besitz der bedeutenden New Yorker Kunsthändler Lucien Goldschmidt und Serge Sabarsky.
• Aquarelle aus dem Jahr 1916 befinden sich u.a. in den Sammlungen des Museum of Modern Art, New York, in der Sammlung Ernst und Hildy Beyeler, Basel, sowie in der Paul-Klee-Stiftung, Kunstmuseum Bern
.

PROVENIENZ: Sammlung Lucien Goldschmidt, New York (verso auf der Rahmenrückpappe mit dem Galerieetikett).
Sammlung Serge Sabarsky, Inc., New York.
Privatsammlung Norddeutschland.

AUSSTELLUNG: Paul Klee. Der Ararat, Zweites Sonderheft, 60. Ausstellung, Galerie Neue Kunst Hans Goltz, München, 17.5.-25.6.1920, Kat.-Nr. 115.
Paul Klee, Kunst-Verein zu Jena, 11.7.-1.8.1920, Kat.-Nr. 47 (als Aquarell aufgeführt ohne Titelangabe).
Paul Klee. Adolf Erbslöh. Stettiner Künstler, Pommereder Verein für Kunst und Kunstgewerbe, Stettin, November 1922, Kat.-Nr. 20.
Paul Klee in Jena 1924, Stadtmuseum Göhre, Jena, 14.3.-25.4.1999, Kat-Nr.1916/11, S. 135 (o. Abb.).

LITERATUR: Paul-Klee-Stiftung, Kunstmuseum Bern (Hrsg.), Paul Klee. Catalogue raisonné. 1883-1940, 9 Bde., Bern 1998-2003, Bd. 2, WVZ-Nr. 1608 (m. Abb. S. 331).
- -
Christie's, New York, 20.11.1980, Los 340 (m. Farbabb.).
Sotheby's, London, 1.7.1981, Los 345 (m. Farbabb.).
Calliope Rigopoulou, La scène chez Paul Klee, Dissertation, Paris 1983, Kat.-Nr. 146 (m. Abb.).
Dorothea Richter, Unendliches Spiel der Poesie. Romantische Aspekte in der Bildgestaltung Paul Klees, Weimar 2004, S. 67f. (m. Abb. 19).
Osamu Okuda, Bild als Bühne. Die theatralische Raumgestaltung bei Paul Klee, in: Ausst. Kat. Zentrum Paul Klee, Bern 2004, S. 243-250, S. 246 (m. Abb.).

Kaum ein Motiv durchdringt Paul Klees künstlerisches Schaffen so nachhaltig wie die leidenschaftliche Faszination für das Theater. In einer musikalischen Familie aufgewachsen, wird er selbst ein passionierter Besucher von Zirkus, Puppenspiel, Varieté, Theater und Oper – im Laufe seines Lebens besucht Klee etwa 300 Opernaufführungen. Seine Bildwelten bevölkern Figuren wie Don Giovanni oder Hamlet, aber auch archetypische Gestalten des Clowns, der Maske oder der Puppe. Sie alle werden zu festen Bestandteilen seines bildnerischen Vokabulars. Klee versteht das Leben selbst als großes Theaterstück und greift den alten Topos der Welt als Bühne wieder auf, verwandelt Menschen in Schauspieler oder Marionetten und lässt Alltagsszenen mit theatralischen Momenten verschmelzen.
So wird auch sein Aquarell "Kleines Bühnenbild" zu einer kleinen, aber fein orchestrierten Inszenierung – ein Blick hinter die Kulissen seiner eigenen künstlerischen Fantasie. Im Vordergrund tanzen zwei zarte Figuren über die winzige Bühne – vielleicht ein Kind und ein Mann – während ein kleiner Hund sie von der Seite beobachtet. Doch diese Szene ist nur ein kleines Fragment im Gesamtgefüge des Bildes. Denn im Hintergrund entfaltet sich eine farbenprächtige und spektakuläre Bühnenlandschaft: amorphe Gestalten in Gelb, Blau und Rosa schweben über verschiedene Ebenen, als werden sie von unsichtbaren Fäden gezogen. Trotz der flächigen Komposition erzeugt Klee eine faszinierende Tiefenwirkung, als öffne sich hinter der vordergründigen Idylle ein ganzer Kosmos aus Farben und Formen. Seitliche Begrenzungen erinnern an Umrisse einer Zirkusmanege, ein Verweis auf die vielfältigen theatralischen Welten, die Klee zeitlebens inspirieren. Vielleicht stellt Klee sich hier selbst mit seinem Sohn Felix dar. Zwischen 1916 und 1925 fertigt er nämlich rund 50 Handpuppen für den begeisterten Puppenspieler und späteren Regisseur an.
Das Aquarell entstand in einer schwierigen Zeit und lässt sich daher durchaus auch als eine kleine Flucht aus dem Alltag verstehen. 1916 wird Klee zum Kriegsdienst eingezogen, den er in Schleißheim und Augsburg ableistet. Während Freunde wie August Macke und Franz Marc fallen, übersteht er die Kriegsjahre äußerlich unversehrt. Doch auch künstlerisch lässt ihn der Krieg nicht ruhen – im selben Jahr bespielt er seine erste Einzelausstellung in Herwarth Waldens legendärer Galerie Der Sturm.
So ist das "Kleine Bühnenbild" weit mehr als nur eine malerische Miniatur: Es vereint Alltag und Theater, Realität und Traum in einer farbenfrohen Vision. Klee schafft damit ein Werk, das bis heute fasziniert – eine kleine Bühne, auf der die Welt zum Spiel wird. [AW]






München
Hauptsitz
Joseph-Wild-Str. 18
81829 München
Tel.: +49 (0)89 55 244-0
Fax: +49 (0)89 55 244-177
info@kettererkunst.de
Hamburg
Louisa von Saucken / Undine Schleifer
Holstenwall 5
20355 Hamburg
Tel.: +49 (0)40 37 49 61-0
Fax: +49 (0)40 37 49 61-66
infohamburg@kettererkunst.de
Berlin
Dr. Simone Wiechers
Fasanenstr. 70
10719 Berlin
Tel.: +49 (0)30 88 67 53-63
Fax: +49 (0)30 88 67 56-43
infoberlin@kettererkunst.de
Köln
Cordula Lichtenberg
Gertrudenstraße 24-28
50667 Köln
Tel.: +49 (0)221 510 908-15
infokoeln@kettererkunst.de
Baden-Württemberg
Hessen
Rheinland-Pfalz

Miriam Heß
Tel.: +49 (0)62 21 58 80-038
Fax: +49 (0)62 21 58 80-595
infoheidelberg@kettererkunst.de
Norddeutschland
Nico Kassel, M.A.
Tel.: +49 (0)89 55244-164
Mobil: +49 (0)171 8618661
n.kassel@kettererkunst.de
Keine Auktion mehr verpassen!
Wir informieren Sie rechtzeitig.

 
Jetzt zum Newsletter anmelden >

© 2026 Ketterer Kunst GmbH & Co. KG Datenschutz Impressum Barrierefreiheit