126000181
Paula Modersohn-Becker
Kopf eines sitzenden Mädchens, nach links, Um 1898.
Öl auf Leinwand, auf feste Malpappe aufgezogen
Schätzpreis: € 100.000 - 150.000
Informationen zu Aufgeld, Steuern und Folgerechtsvergütung sind ab vier Wochen vor Auktion verfügbar.
126000181
Paula Modersohn-Becker
Kopf eines sitzenden Mädchens, nach links, Um 1898.
Öl auf Leinwand, auf feste Malpappe aufgezogen
Schätzpreis: € 100.000 - 150.000
Informationen zu Aufgeld, Steuern und Folgerechtsvergütung sind ab vier Wochen vor Auktion verfügbar.

Paula Modersohn-Becker
1876 - 1907

Kopf eines sitzenden Mädchens, nach links. Um 1898.
Öl auf Leinwand, auf feste Malpappe aufgezogen.
42 x 36,3 cm (16,5 x 14,2 in).


• Richtungsweisend: Modersohn-Beckers Kinderbilder gelten neben ihren Selbstbildnissen als die wichtigste Werkgruppe ihres Œuvres.
• Heute zählen sie deshalb zu ihren gesuchtesten Arbeiten auf dem internationalen Auktionsmarkt.
• Ehrlich und unmittelbar: die Künstlerin zeigt das Mädchen, das sein Kinn verspielt und etwas unsicher im Kragen der Bluse verbirgt, mit zärtlich-verständnisvollem Blick.
• Aus dem Nachlass der Künstlerin, danach lange in Familienbesitz
.

Verso mit einer schriftlichen Bestätigung des damaligen Direktors der Kunsthalle Bremen, Dr. Günter Busch, Bremen, vom 14. Februar 1961.

PROVENIENZ: Sammlung Mathilde "Tille" Modersohn (1907-1998, die Tochter der Künstlerin).
Galerie Alex Vömel, Düsseldorf (1957).
Privatsammlung Deutschland.
Privatsammlung Baden-Württemberg (vom Vorgenannten erworben).
Seitdem in Familienbesitz.

AUSSTELLUNG: Paula Modersohn-Becker, Galerie Alex Vömel, Düsseldorf, 5.4.-10.5.1961.
Paula Modersohn Becker, Frankfurter Kunstverein Frankfurt am Main, Steinernes Haus, Frankfurt am Main, 24.1.-24.2.1963, Kat.-Nr. 1 (m. Abb.).

LITERATUR: Günter Busch, Milena Schicketanz, Wolfgang Werner, Paula Modersohn-Becker 1876-1907. Werkverzeichnis der Gemälde, Bd. II, München 1998, WVZ-Nr. 22 (m. S/W-Abb., S. 33).

Schon früh entdeckt Paula Modersohn-Becker ihr künstlerisches Talent und folgt ihrer inneren Berufung, Malerin zu werden. Zunächst absolviert sie die vom Vater gewünschte Ausbildung zur Lehrerin, doch in der verbleibenden Zeit malt und zeichnet sie und besucht im Frühjahr 1896 schließlich einen Kurs bei Jeanne Bauck an der Zeichen- und Malschule des Vereins Berliner Künstlerinnen und Kunstfreundinnen, der im Herbst in eine eineinhalbjährige Ausbildung übergeht. Auf Reisen und durch Besuche in Museen und Galerien lernt sie die großen Meister der europäischen Kunstgeschichte kennen und vertieft ihre Liebe zur Malerei. 1897 notiert sie in ihrem Tagebuch, wie in einem Gespräch mit sich selbst: "Du lebst ja überhaupt, Du Glückliche, lebst intensiv, das heißt: du malst. Ja, wenn das Malen nicht wäre?!" (Ausst.-Kat. Paula Modersohn-Becker in Bremen. Die Gemälde aus den drei Sammlungen, Bremen 1996, S. 30)

Im darauffolgenden Jahr lernt sie während eines Sommeraufenthalts die 1889 gegründete Künstlerkolonie Worpswede in der Nähe von Bremen kennen und entschließt sich wenig später, im Entstehungsjahr der hier angebotenen Arbeit, gemeinsam mit der Bildhauerin Clara Westhoff und den Malerinnen Ottilie Reylaender und Marie Bock, ganz in das kleine Dorf inmitten des Teufelsmoors überzusiedeln. Die Künstlerinnen mieten eigene Ateliers, erhalten vom Worpsweder Maler Fritz Mackensen regelmäßig Anregungen und Korrekturen und müssen sich selbst darum bemühen, Modelle für Ihre Arbeiten zu finden. Die meisten Bewohner arbeiten tagsüber auf den Feldern oder sind zum Torfstechen im Moor, doch häufig gelingt es den Künstlerinnen, junge Mädchen und ältere Bewohner des Armenhauses gegen ein Entgelt zum Modellsitzen zu überreden. Paula Becker mal u. a. die kleine Meta Fijol, "mit ihrem kleinen frommen Cäciliengesicht", die sie als "kleines energisches Persönchen" beschreibt (zit. nach: Paula Modersohn-Becker. Werkverzeichnis der Handzeichnungen, Bd. I Einzelblätter, München 2023. S. 199). Auch das kindliche Temperament des hier gezeigten Mädchens, zeigt Paula Becker ehrlich und unmittelbar, mit zärtlich-verständnisvollem Blick. Womöglich etwas gelangweilt vom langen Stillsitzen und vielleicht auch etwas unsicher, verbirgt es das Kinn hinter dem Kragen seiner Bluse.

Von ihren Worpsweder Künstlerkollegen, darunter Fritz Mackensen, Otto Modersohn, Hans am Ende und Fritz Overbeck, emanzipiert sich die junge Paula Becker schon bald. Ihre Künstlerkollegin Ottilie Reylaender erinnert sich später: "Wunderbar, wie positiv ihr Wesen war, wie befruchtend diese Betrachtungen, die Intensität, mit der sie in die fremde Auffassung eindrang! Schon damals hörte ich oft Ansichten aus ihrem Munde, die durchaus nicht im Einklang mit denen unseres Meisters standen." (Zit nach: Rolf Hetsch, Paula Modersohn-Becker. Ein Buch der Freundschaft, Berlin 1932, S. 34f.)
Die männliche Künstlerriege malt idealisierte Darstellungen der Bewohner und deren Umgebung und wahrt stets einen gewissen Abstand. Paula Becker betrachtet ihre Modelle dagegen unbefangen, direkt und ohne Scheu und Vorurteile. Sie begibt sich unter sie, unterhält sich mit ihnen und überwindet so die Distanz zu den Menschen, die sie malt, was sich in ihren feinfühligen Zeichnungen und Gemälden bereits in diesen Jahren eindrucksvoll offenbart. [CH]






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